Autokrise: US-Regierung bereitet schnelle Chrysler-Insolvenz vor

Für den US-Autobauer Chrysler wird es eng. Laut "New York Times" könnte schon in der kommenden Woche ein Insolvenzantrag gestellt werden - offenbar auf Druck der Obama-Regierung. Düstere Aussichten auch beim Konkurrenten GM: Der Opel-Mutterkonzern will 13 Werke vorübergehend stilllegen.

New York - Die massiven Probleme der US-Autoindustrie werden immer offensichtlicher. Laut "New York Times" bereitet die US-Regierung für Chrysler die rasche Insolvenz vor. Der Insolvenzantrag könnte schon nächste Woche bei Gericht eingereicht werden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Insider.

Chrysler Jeep Cherokee: Allein nicht überlebensfähig
AP

Chrysler Jeep Cherokee: Allein nicht überlebensfähig

US-Präsident Barack Obama hatte Chrysler für einen endgültigen Sanierungsplan ein Ultimatum bis Ende April gestellt. Eigentlich sollte das Unternehmen bis dahin den geplanten Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns unter Dach und Fach bringen. Doch diese Angelegenheit soll nun im Rahmen eines Insolvenzverfahrens zu Ende verhandelt werden, schreibt die Zeitung. Allein ist Chrysler nach Ansicht der Regierung nicht überlebensfähig.

Ob Fiat Chart zeigen tatsächlich bei Chrysler einsteigt, ist noch offen. Nach SPIEGEL-Informationen haben die Italiener auch andere Pläne: In der kommenden Woche wollen sie eine Absichtserklärung für eine Mehrheitsübernahme am deutschen Autohersteller Opel unterzeichnen.

In den USA ist Chrysler nicht der einzige Problemfall. Marktführer General Motors (GM) Chart zeigen, zu dem auch Opel gehört, ist ebenfalls schwer angeschlagen. Um der Absatzflaute zu begegnen, will GM seine Produktion in den kommenden drei Monaten drastisch herunterfahren. Grund seien hohe Pkw- und Lkw-Lagerbestände, teilte der Konzern mit.

In 13 Werken in den USA und Kanada würden die Bänder vorübergehend stillstehen. Dadurch sollen im zweiten und dritten Quartal etwa 190.000 Fahrzeuge weniger gebaut werden. Das entspricht einem der größten Produktionseinschnitte in der seit längerem andauernden US-Autokrise. Experten sehen die Branche bereits am Rand des Zusammenbruchs. Nur mit Milliardenhilfen der Regierung wird GM über Wasser gehalten, die Zukunft ist ungewiss.

Die Werke werden zwei bis neun Wochen geschlossen, teilte GM mit. In den Fabriken von Michigan bis Mexiko arbeiten laut Unternehmen insgesamt 21.000 Menschen, die damit vorübergehend arbeitslos werden. Mit der Maßnahme könnten die Bestände bei den GM-Autohäusern in den USA bis Ende Juli um knapp 32 Prozent auf 525.000 Fahrzeuge reduziert werden, erklärte der Konzern. Analysten warnten, dass unter der Produktionskürzung auch der GM-Umsatz leide und sich die finanzielle Situation noch verschärfe.

GM hat seit Anfang des Jahres 13,4 Milliarden Dollar staatliche Nothilfen erhalten. Jetzt hat der Konzern noch eine Gnadenfrist bis zum 1. Juni. Bis dahin muss sich das Unternehmen weitreichende Zugeständnisse von Kreditgebern und der Gewerkschaft sichern. Sonst droht auch GM ein Insolvenzverfahren.

wal/dpa-AFX/Reuters/AP

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1. Grosse Frage
Benjamin1965 30.03.2009
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Sollen sie ueberleben? Ist das im Interesse des deutschen Volkes? Ist das Interesse der Amerikaner? Eines ist absolut sicher: Obama (und jeder andere US President) werden US Interessen vor jegliche andere Interessen der Welt stellen. Leider kann man das von einer deutschen Regierung nicht behaupten.
2. Verpuppung
Laotse 30.03.2009
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Da müssen aus den fetten Raupen leichte Schmetterlinge werden und das wird nur im Kokon von US-Insolvenzverfahren möglich sein. Abwehr- oder Verzögerungsstrategien werden - so verständlich sie politisch und menschlich auch sind - nur zusätzliche verpulverte Kosten bedeuten. Dazu gehören auch die jetzt beschlossenen weiteren Nachfristen der US-Regierung.
3. Versager
Beutz 30.03.2009
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Es passiert -im Gegensatz zu D- endlich das, was passieren muss. Liebe Grüße.
4. Neue Produkte
Tom_63 30.03.2009
Zitat von sysopFührungswechsel bei GM, großer Druck der US-Regierung, umstrittene Sanierungspläne - die Auto-Giganten von Detroit sind in ihrer schwersten Krise. Was muss passieren, damit sie überleben können?
Hätten die Taugenichtse von Manager schon früher nach alternativen Antrieben gesucht wäre es nicht soweit gekommen. Bush war da sicher auch ein Bremser und als Präsident ein Versager. Bei den Deutschen Autobauern gilt das Gleiche. Wenn sie weiter so schlafen dann ist es auch um sie geschehen. Auf keinen Fall dürften die Autobauer durch staatliche Hilfe gestützt werden. Dies gilt auch für die Banken.
5. nur wer für den Markt sprich Nachfrage produziert
kleinrentner 30.03.2009
Zitat von LaotseDa müssen aus den fetten Raupen leichte Schmetterlinge werden und das wird nur im Kokon von US-Insolvenzverfahren möglich sein. Abwehr- oder Verzögerungsstrategien werden - so verständlich sie politisch und menschlich auch sind - nur zusätzliche verpulverte Kosten bedeuten. Dazu gehören auch die jetzt beschlossenen weiteren Nachfristen der US-Regierung.
hat es verdient gerettet zu werden. So gesehen ist eine Anpassung über ein geordnetes Insolvenzverfahren zu befürworten. Entspricht ja auch den Marktregeln!!! Für De sei noch zu sagen, dass ich es unerträglich finde, wie die asozialen Opelbetriebsräte, denen das Schicksal und vor allem die Arbeitsbedingungen ihrer Leih-und Zeitarbeiter jahrelang nicht im Geringsten interessierte, jetzt die deutsche Politik mitleidsheischend versuchen in eine Staatsbeteiligung zu quatschen. Schlage vor, die Herren Betriebsräte fahren nach Detroit und jammern da, bei ihrem Herrn und Brötchengeber. Opel ist schliesslich seit 80 Jahren kein deutsches Unternehmen mehr, und als Steuerzahler ein Totalverweigerer.
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  • Freitag, 24.04.2009 – 07:49 Uhr
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