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24. Februar 2013, 11:19 Uhr

Azim Premji

Indischer Software-Mogul spendet Rekordsumme

Er belegt Platz 41 der aktuellen "Forbes"-Liste der Milliardäre: Jetzt hat Azim Premji eine Wohltätigkeitsorganisation mit einer Riesenspende beglückt. Der indische Software-Tycoon stellte der Stiftung 2,3 Milliarden Dollar zur Verfügung - und will damit die Bildung in Indien endlich voranbringen.

Hamburg - Der indische Software-Tycoon Azim Premji gilt als Indiens Antwort auf Bill Gates. In den sechziger Jahren gründete er in Bangalore den indischen IT-Großkonzern Wipro, der weltweit inzwischen mehr als 140.000 Mitarbeiter beschäftigt. Damit brachte es Premji auf die berühmte "Forbes"-Liste, er belegt aktuell Platz 41 der reichsten Menschen der Welt, in Indien ist er demnach die Nummer drei.

Medien berichten immer wieder, wie bescheiden Premji selbst lebt. "Indische Unternehmer müssen Vorbilder sein, sie dürfen nicht in Luxusgefilde abheben", predigt der 68-Jährige ständig. Jetzt hat der Mogul eine indische Wohltätigkeitsorganisation, die er selbst kontrolliert, mit einer Riesenspende beglückt.

2,3 Milliarden Dollar (etwa 1,74 Milliarden Euro) stellte er der Azim Premji Stiftung zur Verfügung, die Programme zur Ausbildung indischer Lehrer sowie den Bau von Schulen finanziert. Das US-Magazin "Forbes" sowie weitere Medien berichteten, bei der Spende handle es sich um die größte Einzelzuwendung in der jüngsten Geschichte des Landes.

Mehr Spenden als Carlos Slim

Laut "Forbes" avanciert Premji damit zu den fünf größten Spendern weltweit. Insgesamt hat der Tycoon demnach bisher 4,4 Milliarden Dollar für wohltätige Zwecke gespendet - mehr als Carlos Slim, der derzeit reichste Mann der Welt, der bisher vier Milliarden Dollar an Wohltätigkeitsorganisationen zur Verfügung stellte.

"Das ist eine großmütige, großartige Geste. Aber ich bin nicht überrascht, weil Azim im Herzen ein Philantrop ist", wird Biotech-Pionier Kiran Mazumdar, ein enger Freund Prejims in "Forbes" zitiert. Kürzlich sorgte Premji in Indien für Aufsehen, weil er einen Vorstoß der Regierung, Reiche zu besteuern, unterstützte. Denn im Gegensatz zu vielen seiner reichen Kollegen in Indien baut sich Premji selbst keine Superpaläste.

Ein Gerücht über ihn geht so: Als Ersatz für einen alten Ford besorgte er sich vor einigen Jahren einen Toyota Corolla, mit dem er viele Jahre zur Arbeit fuhr. Angeblich tauschte er diesen zwar im letzte Jahr gegen einen Mercedes Benz - aber einen gebrauchten.

Premji ist Vorsitzender von Wipro. Sein Vermögen schätzte "Forbes" im vergangenen Jahr auf rund 16 Milliarden Dollar. Der nach ihm benannten Stiftung hatte Premji bereits im Jahr 2010 zwei Milliarden Dollar gespendet.

cib/AFP

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