Bahn Grube holt Vertrauten als neuen Korruptionsbekämpfer

Der alte ist kaum weg, da kommt auch schon Ersatz: Bahn-Chef Grube will einen ehemaligen Kollegen von Daimler zum neuen Korruptionsbekämpfer bei der Bahn machen. Damit setzt er den angekündigten Konzernumbau fort.


Hamburg - Wolfgang Schaupensteiner hat den Konzern verlassen, jetzt wird der Posten neu besetzt: Der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube will laut einem Zeitungsbericht einen Vertrauten als neuen obersten Korruptionsbekämpfer an seine Seite holen. Die Verhandlungen mit dem Daimler-Manager Gerd Becht seien bereits fortgeschritten, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD). Er solle bei der Bahn das neue Vorstandsressort Compliance übernehmen.

Bahn-Chef Grube (rechts): Neuer Korruptionsbekämpfer für den Konzern
DPA

Bahn-Chef Grube (rechts): Neuer Korruptionsbekämpfer für den Konzern

Grube war im Mai vom Stuttgarter Automobilkonzern an die Spitze der Deutschen Bahn gerückt, nachdem sein Vorgänger Hartmut Mehdorn wegen der Bespitzelung von Bahn-Mitarbeitern zurücktreten musste. Becht ist bei Daimler ebenfalls für die Korruptionsbekämpfung zuständig. Sein Posten beim Autobauer wurde 2008 nach einem Schmiergeldskandal geschaffen. Die Bahn und Daimler wollten sich dem Blatt gegenüber zur Personalie nicht äußern.

Grube hatte bereits am Mittwoch mitgeteilt, den Vorstand komplett umzubauen. Dafür trennt sich das Unternehmen von drei Vorstandsmitgliedern. Zum 31. Mai verlassen Norbert Bensel, Margret Suckale und Otto Wiesheu das Unternehmen. Krankheitsbedingt gibt auch Norbert Hansen seinen Posten ab. Sie alle gehörten zu engen Vertrauten Mehdorns.

Außerdem trennte sich Grube von dem Leiter der Konzernrevision Josef Bähr, dem Sicherheitschef Jens Puls sowie dem Antikorruptionsbeauftragten Wolfgang Schaupensteiner. Alle drei verlassen den Konzern umgehend, hieß es am Mittwoch.

Außerdem hatte Grube mitgeteilt, die Konzernstruktur ändern zu wollen: In Zukunft sollen die Bereiche Compliance, Datenschutz und Recht in einem neuen Vorstandsressort zusammengefasst werden. Die Bereiche IT und IT-Revision sollen überprüft und neu organisiert werden, ebenso wie die Konzernsicherheit.

sam/dpa-AFX



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