Bahn-Tarifstreit GDL erwartet den Durchbruch noch heute

Endlose Verhandlungen, Streiks und Millionen verprellter Bahnkunden: Lange Zeit schien es, als ob Bahn und Lokführer keine gemeinsame Basis mehr finden. In der vergangenen Woche kam die Wende. Ende der Woche sollen die Eckpunkte des Vertrages endlich stehen.


Frankfurt am Main – Es sind die Vertreter der Lokführergewerkschaft GDL, die die Zuversicht zu Protokoll geben. "Wir gehen davon aus, dass wir heute eine Einigung finden", sagte der stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende Claus Weselsky heute vor Beginn der Verhandlungen, die an einem geheimen Ort stattfinden. Zumindest bei den Knackpunkten Einkommen und Arbeitszeit werde voraussichtlich eine Lösung gefunden werden. "Über Details kann auch über heute hinaus verhandelt werden." Die GDL strebe ein abschließendes Ergebnis in dieser Woche an, sagte Weselsky.

Hauptbahnhof in Berlin: Neuer Bahnstreik unwahrscheinlich
DPA

Hauptbahnhof in Berlin: Neuer Bahnstreik unwahrscheinlich

Auch GDL-Chef Manfred Schell zeigte sich zuversichtlich: "Am Mittwoch wird wohl noch gerechnet, und am Donnerstag muss die Sache gegessen sein", sagte er.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte: "Wir befinden uns auf einem gutem Weg." Auch an diesem Dienstag sei wieder mit "konstruktiven Gesprächen zu rechnen. Zu der Frage, wann eine Einigung zu erwarten sei, wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Zuletzt lagen die Positionen der Tarifparteien noch bei der Einkommenserhöhung und der Arbeitszeit auseinander. Die GDL forderte mindestens zehn Prozent mehr Geld. Die Bahn hatte der GDL im letzten bekannt gewordenen Angebot acht Prozent Einkommensplus angeboten.

Der Vorsitzende der Bahngewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel, zeigt sich skeptisch, ob bereits heute eine Einigung gelingen kann. Eckpunkte einer Einigung reichten nicht aus, sondern es bedürfe konkreter tarifvertraglicher Regelungen zwischen Bahnvorstand und GDL. Dafür reiche die kurze Zeit nicht aus, sagte Hommel im Deutschlandradio Kultur

"Wir haben der GDL zu verdanken, dass wir hier noch nicht weiter sind", kritisierte Hommel. Wenn sich die GDL auf Grundlage des Moderationsergebnisses gemeinsam mit der GDBA an den Verhandlungstisch gesetzt hätte, wäre man bei der Ausgestaltung der vertraglichen Regelungen schon wesentlich weiter.

mik/dpa-AFX/AP

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.