Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Banken-Rettungspaket: Commerzbank muss nicht unbedingt Zinsen für Staatshilfen zahlen

Sie kriegt Milliarden vom Staat, muss sich aber nicht zwingend erkenntlich zeigen: Die Commerzbank ist nach Informationen des SPIEGEL nicht verpflichtet, für die Kapitalhilfen des Staates Zinsen zu zahlen - es sei denn, sie wirtschaftet erfolgreich mit dem Geld.

Hamburg - Alles hängt davon ab, wie in Zukunft die Geschäfte laufen: Sollten die Zinszahlungen das Jahresergebnis der Commerzbank übersteigen, müssen nach Informationen des SPIEGEL überhaupt keine Zinsen gezahlt werden. Nur wenn trotz der Zinsaufwendungen ein Gewinn erzielt wird, kassiert der Staat. Dann fallen für die erste Hälfte des Hilfspakets Zinsen in Höhe von 8,5 Prozent an. Das restliche Kapital wird mit 5,5 Prozent verzinst. Wenn alles gut läuft, bekommt der Staat neben den Zinsen auch Dividenden und kann zumindest für eine Hälfte seines Kapitals eine Rückzahlung von 145 Prozent erwarten.

Die Commerzbank hatte vergangene Woche als erste Privatbank Hilfen aus dem deutschen Rettungspaket in Anspruch genommen und eine stille Einlage des Staates in Höhe von 8,2 Milliarden Euro angefordert. Die EU-Kommission hat die Kapitalhilfen für die Commerzbank Chart zeigen als zu vorteilhaft kritisiert - auch wenn sie den Stabilisierungsfonds des Bundes grundsätzlich genehmigt hat. Gefordert seien nach dem deutschen Hilfsschema mindestens zehn Prozent.

Die Bundesregierung hatte die Kritik zurückgewiesen und erklärt, die Bank erhalte das Geld zu einem marktüblichen Preis. In Regierungskreisen hatte es sogar geheißen, die Konditionen für das Institut seien strenger als die der französischen Regierung.

sam

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: