Bankencrash Die Mythen der Finanzkrise

Bankenbeben, Börsensturz, Rezessionsgefahr - die Finanzkrise erschüttert die Welt bis hin zur Hysterie. Doch so dramatisch die Lage auch ist: Bei einem genauen Blick auf die Fakten entpuppen sich einige Absturzszenarien als Horrormärchen.

Von Sebastian Dullien


Wenn derzeit von der Finanzkrise berichtet wird, ist an Superlativen kein Mangel. Nicht nur erleben wir demnach gerade die "größten Bankenpleiten aller Zeiten", manche Beobachter bezeichnen die Turbulenzen in der Finanzbranche sogar als die "Mutter aller Krisen".

Zum Autor
Sebastian Dullien, Jahrgang 1975, ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin und Senior Policy Fellow beim European Council on Foreign Relations. Er beschäftigt sich vor allem mit der Euro-Krise.
Auch die Folgen werden meist in apokalyptischen Bildern beschrieben: Je nach Kommentator kann man lesen, dass die nächste Depression, eine Hyperinflation oder zumindest der Staatsbankrott der größten Volkswirtschaft der Welt, der USA, drohe. Für konkrete Zahlen gilt: je größer, je besser. Hunderte Milliarden zählen schon gar nicht mehr, lieber wird der Schaden gleich in Billionen beziffert.

Doch so dramatisch sich derzeit die Finanzkrise auch aus der Perspektive von Anlegern oder Bankangestellten gestaltet, und so klar negativ die Folgen für die Wirtschaft auch ausfallen dürften: Viele dieser Superlative sind bei genaueren Hinsehen weit überzogen. Vieles, was derzeit durch Medien und Internet-Foren geistert, ist wenig mehr als ein Mythos aus der Welt moderner Horrormärchen.



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