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Bankenkrise: Hypo Real Estate erhält erneut zehn Milliarden Euro Garantien

Die Hypo Real Estate bekommt weitere staatliche Garantien in Höhe von zehn Milliarden Euro. Damit wächst die Summe der Kapitalhilfen und der staatlichen Garantien für den schwer angeschlagenen Immobilienfinanzierer auf insgesamt 102 Milliarden Euro.

München - Mit den zehn Milliarden Euro sind es jetzt insgesamt 52 Milliarden Euro, die die Hypo Real Estate (HRE) inzwischen an staatlichen Garantien bekommen hat. Der Rettungsfonds Soffin habe den Garantierahmen für die Bank entsprechend erweitert, teilte der angeschlagene Immobilienfinanzierer am Mittwoch in München mit.

Logo der HRE in München: Erstmals Gespräche mit Investor Flowers
DPA

Logo der HRE in München: Erstmals Gespräche mit Investor Flowers

Diese Summe werde bis zum 12. Juni zur Verfügung gestellt, hieß es weiter. Die zur Hypo Real Estate Chart zeigen Gruppe gehörende Hypo Real Estate Bank AG werde auf dieser Basis Inhaberschuldverschreibungen begeben, die am 14. Mai zur Rückzahlung fällig seien. Nach eigenen Angaben zahlt die Hypo Real Estate Bank an den Soffin eine zeitanteilig berechnete Bereitstellungsprovision in Höhe von 0,1 Prozent auf den nicht in Anspruch genommenen Teil des Garantierahmens. Für ausgestellte Garantien betrage die Provision 0,5 Prozent jährlich.

Insgesamt haben sich bei der HRE staatliche Bürgschaften und Kapitalspritzen von mehr als 100 Milliarden Euro aufgetürmt. Zudem laufen laut HRE weitere Gespräche mit dem Soffin über die Gewährung "längerfristiger und umfassender Maßnahmen zur Liquiditätssicherung und Kapitalunterstützung".

Wegen der dramatischen Lage der HRE wird seit Wochen über einen Einstieg des Staates bei dem Unternehmen diskutiert. Dazu wollen sich Vertreter des Soffin noch in dieser Woche mit dem Großaktionär des Konzerns an einen Tisch setzen. Die Investorengruppe um Christopher Flowers sei erstmals zu Gesprächen eingeladen worden und nehme das Angebot an, sagte ein Sprecher.

Einigung mit Flowers würde Staatseinstieg erleichtern

Durch eine Einigung mit Flowers, der rund 25 Prozent der Anteile hält, könnte der Einstieg des Staates deutlich erleichtert werden. Denn das Finanzmarktstabilisierungsgesetz begrenzt eine Staatsbeteiligung ohne Zustimmung der Altaktionäre bisher auf 33 Prozent. Durch eine Enteignung könnte die Bank vollständig durch den Staat übernommen werden. Einen Entwurf mit einer solchen Änderung des Gesetzes hat das Finanzministerium bereits erarbeitet.

Bund und Kreditwirtschaft hatten die HRE im Oktober in letzter Minute mit einem Hilfspaket von 50 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch gerettet. Wegen eines akuten Liquiditätsengpasses bei der irischen Staatsfinanzierungstochter Depfa stand die HRE mehrfach vor dem Aus. Der Konzern hatte allein von Juli bis September drei Milliarden Euro Verlust gemacht und braucht für die notwendige Sanierung noch mehr Geld.

Am 27. März will die Bank nach bisherigen Planungen ihre Geschäftszahlen für 2008 vorlegen. Es wird erwartet, dass diese tiefrot ausfallen. Auch 2009 rechnet der Vorstand nicht mit Gewinnen, zumal die Staatshilfe sehr teuer ist.

sam/dpa/Reuters/ddp

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