Bankenpoker Crédit Mutuel kauft deutsche Citibank

Die Deutsche Bank geht leer aus: Im Kampf um die Übernahme der Citibank macht Crédit Mutuel das Rennen. Die Franzosen übernehmen das deutsche Privatkundengeschäft der angeschlagenen Citigroup für 4,9 Milliarden Euro.


Fankfurt am Main - Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Zeitungsberichten zufolge sollen die Deutsche Bank Chart zeigen und die Crédit Mutuel ähnliche Summen für die Citibank geboten haben. Andere Bieter wie die spanische Santander-Bank und die Commerzbank Chart zeigen waren Kreisen zufolge schon vorher aus dem Bieterwettkampf ausgeschieden.

Filiale der Citibank: Das deutsche Privatkundengeschäft geht an die französische Crédit Mutuel
REUTERS

Filiale der Citibank: Das deutsche Privatkundengeschäft geht an die französische Crédit Mutuel

Nun hat also die französische Genossenschaftsbank das Rennen gemacht. Damit kann das Geldinstitut groß in den deutschen Markt einsteigen. Der Verkauf soll im vierten Quartal 2008 abgeschlossen werden.

Für die Deutsche Bank ist das ein harter Schlag. Deutschlands größtes Geldinstitut hätte mit Hilfe des Privatkundengeschäfts der Citibank die jüngst gekaufte Massenmarke Norisbank deutlich ausbauen können. Die Citibank hat etwa 3,3 Millionen Kunden, 340 Filialen und ist Marktführer in Deutschland bei Konsumentenkrediten. Die Citibank erzielte 2007 einen Gewinn nach Steuern in Höhe von 365 Millionen Euro.

"Crédit Mutuel sei eine hervorragende Wahl, um den Privatkunden in Deutschland auch weiterhin einen exzellenten Service gewährleisten zu können", sagte Citigroup-Chef Vikram Pandit. Die von der Finanzkrise schwer in Mitleidenschaft gezogene Citigroup verspricht sich von dem Verkauf an die Franzosen einen einmaligen Sondergewinn nach Steuern von vier Milliarden Dollar. Die Citigroup betonte, sie stehe zu ihrem restlichen deutschen Geschäft, dem Firmenkundengeschäft und Investmentbanking ebenso wie dem europäischen Daten-Center.

ase/AFP/dpa



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