Streckenabschnitt der A20 Seeadler-Horst stoppt Bau der Ostseeautobahn für zwei Jahre

Erst sorgten Fledermäuse für eine Verzögerung, nun stoppt ein einziges Seeadler-Nest den Weiterbau: In der Nähe des neuen Abschnitts der A20 haben Tierschützer eine Brutstätte entdeckt. Dabei ist noch nicht mal klar, ob sie noch genutzt wird.

Seeadler im Wildpark: Bedrohte Tierart
DPA

Seeadler im Wildpark: Bedrohte Tierart


Eigentlich sollte der neue Abschnitt der A20 bis Ende dieses Jahres fertig sein - doch daraus wird erst einmal nichts. Im Gegenteil: Die Arbeiten an der 15,2 Kilometer langen Trasse müssen für mindestens zwei Jahre weitestgehend ruhen. Umweltschützer haben einen Seeadler-Horst unweit der Ostseeautobahn gemeldet.

Die Brutstätte wurde bei Hohenfelde entdeckt, rund 300 Meter von der neuen Trasse entfernt. "Er war zwar offenbar zuletzt im Frühjahr 2015 von einem Brutpaar bevölkert", sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) in Kiel. Mittlerweile sei er verwaist. "Dennoch behält er für drei Jahre den rechtlichen Status einer Brutstätte."

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Weiterbau der Ostseeautobahn aus Tier- und Naturschutzgründen verzögert. 2013 hatte das Bundesverwaltungsgericht die Arbeiten wegen der möglichen Auswirkungen auf das geschützte Gebiet der Segeberger Kalkberghöhlen vorübergehend gestoppt. Dort überwintern regelmäßig 25.000 Fledermäuse. Eine Überprüfung ergab dann, dass die Trassenführung keine Gefahr für die Tiere ist.

brk/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 91 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
LurchiD 11.12.2015
1.
Zuerst hatte ich gelesen: "Seehofer-Horst stoppt Bau der Ostseeautobahn..." Aber dann hatte ich mich erinnert, daß Seehofer nicht den Bau der Ostseeautobahn gestoppt hatte, sondern den Autobahn-Südring der A99.
2wwk 11.12.2015
2. Wahnsinn
im Quadrat! Die suchen sich schon eine neue Brutstaette falls noetig
Tharsonius 11.12.2015
3. Tierschutz
in allen Ehren, aber das ist echt übertrieben auf Kosten des Steuerzahlers. Warum werden keine Spezialisten hinzugezogen um das Nest artgerecht zu verlegen? In anderen Ländern klappt das auch.
defy_you 11.12.2015
4. Umweltschutz ist ja schön und gut,
aber diese Umweltschützer hier sollten persönlich für die Kosten herangezogen werden! Deutschland ist so absurd! Wo man hinschaut, wir leben in Schilda 2.0!
Das Pferd 11.12.2015
5.
300 Meter von einem leeren Nest. Akzeptanz befördert das nicht grade.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.