BER-Chef Mehdorn "Nach Wowereits Rücktritt den Flughafen entpolitisieren"

Berlins Bürgermeister Wowereit geht, auch sein Posten an der Spitze des BER-Aufsichtsrats wird neu besetzt. Airport-Chef Mehdorn fordert nun im Interview mit dem SPIEGEL, "den Flughafen zu entpolitisieren".

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Mehdorn mit Wowereit (Archivbild): "Verlässlich, fair und ehrlich"
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Mehdorn mit Wowereit (Archivbild): "Verlässlich, fair und ehrlich"


Berlin - Hartmut Mehdorn nutzt die Gelegenheit des Abgangs von Klaus Wowereit. Er fordert, den Aufsichtsrat des Chaos-Flughafens Berlin Brandenburg BER radikal umzubauen - mit weniger Politikern, dafür mit mehr unternehmerischem Sachverstand.

Für den scheidenden Bürgermeister findet Mehdorn aber warme Abschiedsworte. "Ich bedauere den Rücktritt Klaus Wowereits sehr", sagt Mehdorn, 72, im Interview mit dem SPIEGEL. Er habe "ausgesprochen gerne" mit dem SPD-Politiker zusammengearbeitet, der auch Aufsichtsratschef des Berliner Pannen-Flughafens BER ist. "Im persönlichen Umgang ist er verlässlich, fair und ehrlich."

Nach dem kompletten Rückzug von Berlins Regierendem Bürgermeister aus der aktiven Politik soll auch sein Spitzenposten im Aufsichtsrat der Berliner Flughafengesellschaft neu besetzt werden, allerdings erst Mitte des kommenden Monats. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte zu Beginn der Woche erklärt, vor der Landtagswahl am 14. September werde es keine Personalentscheidung geben.

"Haltungsnoten wie beim Sport"

Der frühere Bahnchef Mehdorn fordert nun, die Gesellschafter des Flughafens sollten die Gelegenheit von Wowereits Rücktritt nutzen, um den Flughafen mehr "nach wirtschaftlichen Prinzipien" zu organisieren. Er wünsche sich mehr Mitglieder "mit unternehmerischem Sachverstand" in dem Kontrollgremium, sagt Mehdorn: "Politiker und Ministeriale sind im Aufsichtsrat mit Fragen konfrontiert, für die sie nicht ausgebildet sind. Wir sollten jetzt die Chance ergreifen, den Flughafen zu entpolitisieren."

Wowereit-Nachfolgerkandidat Jan Stöß sieht im Interview mit SPIEGEL ONLINE die Fertigstellung des Flughafens derweil "ganz oben auf der Liste der Aufgaben" für das politische Berlin. "Die Kooperation und Abstimmung mit meinem Brandenburger Kollegen Dietmar Woidke werde ich intensivieren", kündigt Stöß für den Falle seines Siegs an. Im Rennen um das Amt des Regierenden Bürgermeisters treten neben Stöß auch der Berliner Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) und der SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh an.

Mehdorn hingegen beklagt, dass der BER eine "politische Baustelle" sei. "Da werden Haltungsnoten verteilt, wie beim Sport. Jeder wirft von der Außenlinie Kommentare rein." Aber Wowereit trage nicht die Schuld an der ständigen Verschiebung des Eröffnungsdatums, betont Mehdorn: "Viele wichtige Weichen für den BER wurden vor seinem Amtsantritt falsch gestellt."

Außerdem sei ein Aufsichtsratschef "kein Oberbauleiter". Man dürfe die Bedeutung Wowereits für das Image der Hauptstadt nicht unterschätzen. "Dank ihm kennt man Berlin als weltoffene Metropole, nicht als piefige Schrebergartenkolonie."

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insgesamt 61 Beiträge
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Seite 1
wo_st 31.08.2014
1.
Ent-Mehdornen wäre auch gut.
Ben Major 31.08.2014
2. Ich setz noch einen drauf
Ich fordere, den Flughafen nun fertigzustellen! Wär ja mal was.
hayakyu-ou 31.08.2014
3. Entpolitisieren?!
Die Politik hätte von Anfang die Finger da raus lassen sollen. Wer nach Milliarden versenkter Steuergelder, also Geldern, die der Souverän des Staates der Politik für ihre Arbeit zur Verfügung stellt, eine Entpolitisierung fordert, der ist sich Tragweite des Ganzen offensichtlich nicht bewusst und daher vollkommen fehl am Platze! Nach Wowereit sollte auch Herr Mehdorn schleunigst den Rücktritt ins Auge fassen.
taubenvergifter 31.08.2014
4.
Jepp. Jegliches dilettieren kontrollfrei durchgehen lassen, vom Steuerzahler finanziert. Das ist Mehdorns Traumjob. Hat bei der Bahn ja auch schon prima geklappt. Selbstbewusstsein hat er ja, nur sollte es auch Menschen geben, die ihn mal an seinen vollmundigen Ankündigungen messen und v.a. auch die Macht und Chuzpe haben, ihm den wohlverdienten und unverdient vergoldeten Tritt in den Hintern zu geben.
shardan 31.08.2014
5. Ein Politikum....
... kann man nicht mehr entpolitiseren, Herr Mehdorn. Schon gar nicht, wenn da Milliarden an öffentlichen Geldern verballert wurden. Und erst recht nicht, wenn Sie, Herr Mehdorn, es "entpolitisiert" sehen möchten, um ungehindert und ungebremst noch ein paar Milliarden hinter her zuwerfen. Sie sind in meinen Augen ohnehin der falschest mögliche Mann auf dem Posten (Heidelberger, Air Berlin und ihre Weiteren Ruhmestaten sind ja wohl bekannt).
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