Bevölkerungswachstum Weltweit fehlen eine Milliarde Arbeitsplätze

Weltweit sind rund eine Milliarde Menschen ohne Arbeit. Künftig könnte sich die Lage noch weiter verschärfen: Weil die Bevölkerung rapide wächst, müssen in den kommenden zehn Jahren global rund eine halbe Milliarde neuer Arbeitsplätze geschaffen werden - vor allem in den Entwicklungsländern.


Hannover - "Das rapide Wachstum der Erwerbsbevölkerung in vielen Entwicklungsländern droht die Kluft zwischen armen und reichen Ländern weiter zu vertiefen," warnt Hans Fleisch, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Zudem berge die zunehmende Arbeitslosigkeit in den Ländern der Dritten Welt hohen sozialen Sprengstoff.

Bereits heute sind weltweit rund eine Milliarde Menschen - ein Drittel der gesamten Erwerbsbevölkerung - arbeitslos oder verdienen weniger, als sie zum Leben benötigen. Um das derzeitige Beschäftigungsniveau wenigstens zu halten, müssen innerhalb der kommenden zehn Jahre rund eine halbe Milliarde neuer Arbeitsplätze geschaffen werden. Besonders hart betroffen sind die Länder Afrikas südlich der Sahara: Innerhalb der kommenden 27 Jahren wird sich die Bevölkerung hier nach Schätzungen der DSW verdoppeln.

Eine weitere Ursache für den rapide ansteigenden Bedarf an Arbeitsplätzen ist die Landflucht: Allein in Afrika sind 44 Prozent der Bevölkerung jünger als 15 Jahre. Weil die Landwirtschaft sie nicht mehr richtig ernähren kann, ziehen immer mehr junge Menschen in die Städte. Vor allem in vielen Städten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas wird dieser Trend die bereits herrschende Arbeitslosigkeit und Armut noch weiter erhöhen.



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.