Bieterkampf Yahoo-Großaktionär unterstützt Microsoft-Übernahme

Rückendeckung für Microsoft: Der Yahoo-Großaktionär Fonds Legg Mason will den IT-Giganten bei seinen Übernahmeplänen unterstützen. Auch andere Investoren signalisieren Interesse am Verkauf ihrer Anteile - versuchen aber gleichzeitig, den Preis in die Höhe zu treiben.


New York - Bill Miller, Manager des Fonds Legg Mason, ist für die Übernahme von Yahoo durch Microsoft - und seine Worte haben Gewicht: Legg Mason ist mit neun Prozent an Yahoo beteiligt. Ganz ohne Bedingung will Miller Microsoft den Rücken allerdings nicht stärken. Er will selbst noch etwas mehr daran verdienen.

Plakattafel mit Microsoft und Yahoo: Preistreiberei der Aktionäre
DPA

Plakattafel mit Microsoft und Yahoo: Preistreiberei der Aktionäre

Also fordert Miller den IT-Giganten per Brief auf, sein Angebot aufzustocken. Er erinnerte daran, dass die Yahoo-Aktie auf den tiefsten Stand seit vier Jahren gesunken sei. 

Mit der Loyalität der Yahoo-Aktionäre ist es offenbar generell nicht weit her: Auch andere Investorengruppen signalisierten bereits Interesse am Verkauf ihrer Anteile, versuchten aber gleichzeitig, den Verkaufspreis in die Höhe zu treiben. 

Microsoft hatte im Übernahmepoker 31 Dollar für jedes Yahoo-Papier geboten. "Deutlich zu niedrig" entschied die Führung des Portal-Unternehmens  und lehnte die 45-Milliarden-Dollar-Offerte ab. Yahoo strebt einen Preis von 40 Dollar je Aktie an, die Aktionäre kämen damit auf eine Prämie von 23 anstelle der ursprünglichen neun Prozent. Bisher blieb Microsoft bei seinem ersten Angebot. 

Angesichts voller Kassen könnte sich der weltgrößte Software-Konzern ein höheres Angebot leisten, wartet damit aber Analysten zufolge aus taktischen Gründen noch ab. Microsoft will mit dem Kauf den bei der Online-Suche und der Internet-Werbung übermächtigen Rivalen Google vom Thron stoßen.

Yahoo prüft derweil weiter alle strategischen Alternativen zu einer Übernahme - Berichten zufolge laufen Gespräche mit Google und dem Internet-Dienst AOL. Allerdings liege bisher kein Gegenangebot auf dem Tisch.

sil/AFP



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