Kryptowährung Bundesbank-Vorstand nennt Bitcoin-Regulierung eine Frage der Zeit

Die EU hat schon einen ersten Schritt zur Regulierung von Digitalwährungen getan. Laut Bundesbank-Vorstand Wuermeling dürfte der nationale Gesetzgeber bald nachziehen - etwa im Steuerrecht oder beim Verbraucherschutz.

Bitcoin-Logo in Kalifornien
REUTERS

Bitcoin-Logo in Kalifornien


Für Bundesbank-Vorstandsmitglied Joachim Wuermeling ist eine umfassende Regulierung von Digitalwährungen wie dem Bitcoin nur noch eine Frage der Zeit. "Der Staat hat die Aufgabe, schützenswerte Interessen des Einzelnen und des Gemeinwohls zu bewahren", sagte Wuermeling in Frankfurt: "Kryptowährungen werden deshalb über kurz oder lang Gegenstand von Gesetzgebung werden, ob zum Beispiel zum Verbraucherschutz oder zu Steuerfragen."

Die Europäische Union hat bereits im Dezember einen ersten Schritt zur Regulierung von Kryptowährungen getan. Anleger sollen laut einer neuen Geldwäscherichtlinie künftig nicht mehr anonym bleiben können, wenn sie digitales in staatliches Geld umtauschen. Besonders ausgeprägt sind die Regulierungsbemühungen in den Bitcoin-Hochburgen China und Südkorea.

Insofern Digitalwährungen jenseits nationaler Gesetzgebungen und Grenzen funktionierten, sei allerdings eine "größtmögliche internationale Kooperation" nötig, sagte Wuermeling, der bei der Bundesbank für die Bereiche IT und Finanzmärkte zuständig ist.

Der Bitcoin hatte im vergangenen Jahr immer wieder neue Rekorde gebrochen. Zuletzt verbilligte sich der Bitcoin zwar. Doch gewannen andere Kryptowährungen zuletzt teils deutlich an Wert.

Und auch einige Firmen versuchen, den Hype für sich zu nutzen. So kündigte der Tech-Pionier Kodak an, eine eigene Digitalwährung für Fotografen einzuführen. Der Aktienkurs der Firma verdoppelt sich daraufhin.

asa/dpa



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Kommentator3 16.01.2018
1. schützenswerte Interessen des Einzelnen
Das einzige wovor mündige Bürger geschützt werden müssen, ist der Übergriff des Staates. -- Solange der Staat Spielotheken und Zigaretten erlaubt ... und darüber hinaus, hat er sich aus Privatinvestments herauszuhalten!
paul mueller 16.01.2018
2. "Schuetzenswerte interessen des einzelnen"
Hier will man uns wieder vorgaukeln die menschen vor evtl. totalverlust ihres geldes schuetzen zu wollen wenn sie in bitcoin investieren, jedoch will man nur wieder ein stueck vom kuchen abhaben und die ganze sache kraeftig besteuern. wenn die banken schon keine kohle abzweigen koennen, eben der staat mit ein paar hingeklatschten gesetzen. statt sich die taschen beim otto normal verbraucher vollzuhauen sollte der staat mal wichtigere sachen anpacken. integration. innere sicherheit. bildung. gesundheitssystem.... wenn man die nachrichten ueber die deutsche politik aus dem ausland verfolgt ist einem nur noch zum heulen zu mute. ich habe deutschland hinter mir gelassen und kann das auch nur jedem vernueftig denkenden menschen empfehlen der ein bisschen mut hat. extrem viele sachen sind in anderen hochentwickelten laendern einfach besser. seien es steuern. gesundheitssystem oder offentliche verkehrsmittel!
snowstorm 16.01.2018
3.
Na das wäre ja noch schöner wenn sich die Menschen von den Banken freimachen könnten. Doch regulieren lässt sich nur solange jemand sein Kryptogeld in "echtes" tauschen will.
barrakuda64 16.01.2018
4. Zeichen der Zeit erkannt
Der Staat hat nun endlich erkannt, dass ihm unter Umständen eines seiner wichtigsten Machtinstrumente, wenngleich nicht kurzfristig, so doch langfristig, abhanden kommen könnte. Da man das auf Dauer nicht verhindern kann, ist es besser, mitzuspielen und vor allem mitzuverdienen. Was geht es den Staat an, was Leute kaufen und wie Leute ihr Geld anlegen? Wenn ich in Schrottaktien von ehemaligen Staatsbetrieben investiere und (fast) alles verliere (Beispiel Telekom), werde ich auch nicht "geschützt". Ach so - da hat ja der Staat mächtig mitverdient - dann ist es o.k. Oder wenn ein Herr Maschmeyer mit seinen Drückerkolonnen dubioseste Papiere verkauft, dann ist das auch in Ordnung. Er treibt sich dann sogar mit den Politikern auf den Banketten und Bällen herum. Gerade in Deutschland sollten wir uns wieder darauf konzentrieren, dass der Staat so wenig wie möglich und nur soviel wie absolut nötig, regelt! Aber anscheinend ist der deutsche Michel gar nicht in der Lage eigenständig zu denken, entscheiden und zu handeln, sonst würde er nicht immer dieselben Systeme wählen, die noch mehr Bevormundung versprechen. Der Staat, wenngleich auch findig, wenn es ums Schröpfen seiner Bürger geht, wird doch nicht glauben, dass er ernsthaft verhindern kann, das sich dann eben eine neue, heimliche Plattform für Investitionen bildet. Es heißt eben dann Darkcoin oder was weiß ich. Die Weichen sind gestellt....................
Bueckstueck 16.01.2018
5. In Kürze: Die Parade der Ahnungslosen
Man sieht es ja jetzt schon an den Kommentaren hier, der Artikel wurde weder aufmerksam gelesen noch darüber reflektiert. Es wird sofort zu populistischem Gedöns und Verschwörungstheorien übergegangen. Ihr jammert sicher auch wenn (reiche) Leute ihr Geld vor dem Fiskus verstecken, aber ist es euch noch nicht in den Sinn gekommen, dass nicht nur echtes Geld/Sachwerte und Steueroasen dafür geeignet sein können, sondern auch digitales Geld wie Bitcoin? Genau so wie Bitcoin längst im ganz grossen Stil fürs Geldwaschen genutzt wird, so wird der weniger kriminell veranlagte Bürger es nutzen um den Staat und somit die Allgemeinheit zu bescheissen. Das wird man mit Gesetzen nicht restlos verhindern können, klappt ja auch nicht mit handfestem Geld, aber es muss illegal sein und das ist auch Teil der Regulierung. Oder seht ihr das ganz anders, nach dem Motto: Legal? Illegal? Scheiss egal!
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