Rekordjagd Bitcoin-Kurs nähert sich 10.000-Dollar-Marke

Immer schneller überspringt die Kryptowährung Bitcoin weitere Rekordmarken, inzwischen nimmt sie Kurs auf 10.000 Dollar. Experten warnen dennoch vor Investitionen.

Bitcoin (Illustration)
REUTERS

Bitcoin (Illustration)


Anlagen in der Kryptowährung Bitcoin sind hochgradig spekulativ und extrem anfällig für Schwankungen. In der vergangenen Woche etwa fiel der Kurs binnen weniger Stunden um 500 Dollar.

Getrieben durch die steigende Nachfrage steigt der Kurs nun allerdings wieder - und nimmt Kurs auf die Marke von 10.000 Dollar pro Bitcoin. Zeitweise stieg der Bitcoin je nach Handelsplattform auf über 9700 Dollar. Im Vergleich zum Freitag ist das ein Kursgewinne von fast 18 Prozent. Zu Beginn des Jahres wurde der Bitcoin noch unter der Marke von 1000 Dollar gehandelt. Mit anderen Worten: Wer Anfang Januar einen Bitcoin erworben hat, könnte zum derzeitigen Zeitpunkt einen Gewinn von fast 9000 Dollar einstreichen.

Für die aktuelle Tempoverschärfung bei der Rekordjagd sehen Marktbeobachter keinen konkreten Grund. Obwohl es zuletzt immer wieder Warnungen vor einer gefährlichen Preisblase bei der Digitalwährung gegeben hatte, scheint der Bitcoin bei immer mehr Anlegern auf Interesse zu stoßen.

"Tsunami spekulativer Handelsaktivitäten"

Der jüngste Preissprung ist nach Einschätzung des Experten Thomas Glucksmann von der Handelsplattform Gatecoin Ltd. in Hongkong nur die Fortsetzung einer längerfristigen Preisrallye bei der Kryptowährung. Er sprach von einem "Tsunami spekulativer Handelsaktivitäten".

Der Bitcoin ist der bekannteste Vertreter von Digitalwährungen, oder auch Kryptowährungen genannt. Anders als herkömmliche Währungen werden sie nicht von Zentralbanken und Regierungen kontrolliert. Befürworter schätzen die Freiheit und Anonymität, Kritiker warnen vor Missbrauch etwa zur Finanzierung krimineller Handlungen. Wegen extrem starken Kursschwankungen sehen Skeptiker Bitcoins nicht als Währung an, sondern sprechen von einem reinen Spekulationsobjekt.

Zuletzt warnte die Deutsche Bank vor Investitionen in die Kryptowährung. Diese sei "extrem schwankungsreich und unreguliert".

beb/dpa-AFX



insgesamt 87 Beiträge
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Roland Bender 27.11.2017
1. Man kauft ... nichts
10.000 Euro für was. Ein paar hundert Kilobytes von Daten ohne Wert? Man muss das sehen wie es ist. Es ist Wetten auf Irrsinn.
ThinkTwice2011 27.11.2017
2.
Zitat von Roland Bender10.000 Euro für was. Ein paar hundert Kilobytes von Daten ohne Wert? Man muss das sehen wie es ist. Es ist Wetten auf Irrsinn.
Prinzipiell richtig, nur gilt dies auch für herkömmliche Währungen und sogar für Gold (von seinem industriellen Wert mal abgesehen).
default_user 27.11.2017
3.
Der Bitcoin Preis wird durch die Nachfrage getrieben. Seit einiger Zeit bekomme ich Spam Mails mit der bitte doch auch am Bitcoin Rausch teilzunehmen. Mich sprechen Bekannte und Freunde an welche nichts von Aktien und Börse hören wollen, weil so riskant aber der Bitcoin interessant und in aller Munde ist. Das ist doch die pure Gier. Wenigstens sind "Leerverkäufe" beim Bitcoin nicht möglich. Goldrausch hoch10. Der Bitcoin wird auch noch ordentlich teurer werden bzw. das Werteverhältnis liegt sehr hoch. Wenn 3 Mia Menschen je min 500 Euro in Bitcoin besitzen würden und alle 21 Mio errechnet sind komme ich auf einen Wert von 72.500 pro Coin. Und 500 Euro pro Nase sind doch recht wenig oder? Im Laufe von 2018 wird im übrigen Cannabis in Kanada legalisiert, vielleicht sollte man sich dort beteiligen.
Fumitu 27.11.2017
4.
Bedrucktes Papier ist auch keine 10000 ? wert. Aus Nachfrage und Angebot (welches beim Bitcoin im Gegensatz zu FIAT begrenzt ist) bemisst sich der Wert.
fat_abbot@web.de 27.11.2017
5. Herr Bender
Was bitte ist das für ein Argument? Sie zahlen mit bedruckten Papierscheinen, ihr Konto besteht aus wenigen Bytes, sprich einfachen Zahlen in einem Computersystem und dem trauen Sie seit Jahrzehnten ohne Zweifel. Aber ein durch einen hochkomplexen Rechenalgorithmus erschaffene Digiwerbung ist "ohne Wert"?
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