Rekordhoch Bitcoin-Kurs steigt auf mehr als 7000 Dollar

Die Kryptowährung Bitcoin rast von Rekordhoch zu Rekordhoch: Ihr Wert stieg erstmals über die Marke von 7000 Dollar. Allein in den vergangenen Wochen legte der Kurs um 70 Prozent zu.

Abbildung von Bitcoins und einer Dollarnote in Singapur
AFP

Abbildung von Bitcoins und einer Dollarnote in Singapur


Der Höhenflug des Bitcoin geht weiter. Die Digitalwährung erreichte auf der wichtigen Handelsplattform Bitstamp einen Höchststand von zwischenzeitlich mehr als 7300 Dollar. Damit ist der Kurs seit Anfang Oktober um etwa 70 Prozent gestiegen.

Als Auslöser für den jüngsten Kursgewinn gilt eine Ankündigung der weltgrößten Terminbörse für Finanzderivate, der CME in Chicago. Diese will bis zum Jahresende den Handel mit Futures auf Bitcoins aufnehmen. Voraussetzung hierfür sei die Zustimmung aller zuständigen Behörden, hieß es in einer Mitteilung.

Die Terminkontrakte auf die Kryptowährung sollen den Plänen zufolge in bar abgerechnet werden. Hierfür ermittelt der Börsenbetreiber einmal täglich einen auf US-Dollar basierenden Referenzwert. Dies würde den Bitcoin-Handel für große institutionelle Investoren interessant machen.

Banker verweisen auf Risiken

Der Bitcoin ist die bekannteste der vielen Digitalwährungen, die seit der Finanzkrise 2008 entstanden sind. Die Idee dahinter ist Unabhängigkeit von staatlicher Kontrolle. Dies soll erreicht werden, indem nicht Notenbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB) die Währung ausgeben, sondern sie privatwirtschaftlich organisiert in komplizierten Rechenverfahren an Computern hergestellt wird.

Das Bitcoin-System nutzt dabei die sogenannte Blockchain-Technologie. Dabei handelt es sich um eine verschlüsselte Datenbank, in der alle Transaktionen gespeichert werden.

In jüngster Zeit verwiesen Vertreter von Notenbanken auf Risiken im Zusammenhang mit der Digitalwährung. Unter anderem sagte Ewald Nowotny, Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), dass innerhalb der Notenbank über konkrete rechtliche Restriktionen diskutiert worden sei. Die Entwicklungen bei Digitalwährungen wie dem Bitcoin seien gefährlich und zutiefst unseriös. Konkrete Signale für eine stärkere Regulierung gab es zuletzt aus China. Der Chef der US-Bank JP Morgan, Jamie Dimon, hatte die Währung sogar als Betrug bezeichnet.

Kritiker monieren neben starken Kursschwankungen auch Sicherheitsrisiken.

Weitere Informationen zum Bitcoin:

asa/dpa



insgesamt 139 Beiträge
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Seite 1
hefe21 02.11.2017
1. Rasendes Kryptonit
"Die Kryptowährung Bitcoin rast von Rekordhoch zu Rekordhoch: Ihr Wert .." Jetzt mal runter, vom rasenden Schurnalismus. Das ist keine Währung, sondern eine Finanzware. Sie hat keinen Wert, sondern einen Preis. Was als Kurs missverstanden wird, ist ein Fiktionspreis. Also eine theoretische Finanzierungsanforderung. Spielt sich wie die Preise aller Finanzwaren, z.B. Aktien, ausschliesslich im Soll der volkswirtschaftlichen Bilanz ab. Die Idee, dass das Konstrukt "privatwirtschaftlich organisiert in komplizierten Rechenverfahren an Computern hergestellt wird" ist offensichtlich hanebüchen, da für den Erwerb natürlich genau dieses "Zentralbankgeld" vonnöten ist. Kein Wunder, haben es die Verkäufer ja genau darauf abgesehen.
FinWir.de 02.11.2017
2. Und genauso schnell kann er fallen
Niemand kann zukünftige Entwicklungen am Kapitalmarkt vorhersagen, im Mittel sind die Analysten schlechter als eine naive Prognose. Darüber hinaus sind auch historische richtige Prognosen kein Indiz. Und das der Bitcoin-Kurs drastisch einbrechen kann, haben wir in der Vergangenheit gesehen. Und es gibt ein Sprichtwort: Wenn dir dein Friseur was von Aktien erzählt, dann verkaufe ganz schnell.
gman87 02.11.2017
3. Wenn man keine Ahnung hat..
@hefe21, was Sie da schreiben strotzt vor so dermassen ignoranter Ahnungslosigkeit, dass ich fast schon glaube, sie werden dafür bezahlt.. Es gibt wirklich vielzuviele Leute, die glauben, sie könnten Bitcoin kommentieren, obwohl sie überhaupt kein technisches Hintergrundwissen und Verständnis von der Materie haben. (Obligatorischer Dieter Nuhr.)
hahtse 02.11.2017
4.
Bitcoin ist eine reine Spekulations"ware". Der Kurs wird solange steigen wie die Leute daran glauben, dass er steigen wird.
larsmach 02.11.2017
5. Börsen werden zu Zockerbuden pervertiert - ihr Sinn ist verloren
Vorweg: Bitcoins sind keine Währung! Sie werden gehortet (keine Zirkulation), sie sind haarsträubend deflationär (wer will eine so instabile Währung für seine Geschäfte?). Nun also Futures..! Termingeschäfte (Wetten) auf etwas, das zu keinem Termin gebraucht wird? Kakao per Terminkontrakt im voraus bestellen, weil man seine Schokoriegelpreise zu Weihnachten stabil halten muss (oder Umsätze an die Kekshersteller verliert) oder Terminkontrakte zum Tausch von Euro in Dollar, weil man in den USA investieren will, die Summe aber noch nicht aus laufenden Einnahmen zusammengespart hat und sich keinen teureren Wechselkurs wird leisten können... - all das sind Gründe für Terminbörsen: Da geht es ("ging es" ursprünglich) um reale Wirtschaft. Heutzutage wird Öl optioniert, das der Future-Käufer gar nicht haben will (mangels Ölgroßhandel, Chemiefabrik oder Raffinerie im Hinterzimmer seines Büros!) - oder es wird per Termin angeboten, obwohl man gar kein Öl hat. Währungen spiegeln Wert und Wertzuwachs (aufgrund von Produktivität) der mit ihnen handelnden Unternehmen wider - Währungen werden also nicht gehortet wie ein schöner Jaguar X350, den kaum einer mehr verkaufen will, der ihn einmal hat: Dann steigt der Preis für solche Gebrauchtfahrzeuge (Sammlerstücke) natürlich erheblich. Die wenigsten kaufen Sammlerstücke zur Spekulation - denn sie sind ...Sammler! Und wie seit der Tulpenmanie gibt es immer dieselben Ignoranten, die uns weismachen wollen, dass "diesmal alles anders sei". Anders als bei der "new economy", bei der Click-Zahlen wichtiger schienen als Umsatz und Gewinn (Altbekannte Regeln der Bronzezeit: Tausche Bronze-Sicheln gegen Fisch). Nun ist von "institutionellen Investoren" zu lesen, die Wetten auf die Preisentwicklung von "Bitcoins" abschließen werden. Bitte, was? "Investoren"? - Nennen wir Dinge und Akteure doch einfach beim Namen! Am Ende wird dieser Irrsinn immer größere Ausmaße annehmen und den nächsten Crash auslösen, wenn erst große Teile des Publikum das Studiengeld seiner Kinder in Wettpapiere auf Bitcoins "investiert" haben wird und eines Morgens in Panik sein Geld zu retten versuchen wird. Alles wie gehabt...!
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