Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

BMW: 8000 Jobs weg - IG Metall findet Stellenabbau normal

BMW streicht 8000 Stellen - aber die Arbeitnehmervertreter scheint es nicht zu stören. Die IG Metall hält den Vorgang für "völlig normal", Zeitarbeiter brauche man schließlich nur in Spitzenzeiten. Auch sonst ist sich die Gewerkschaft mit der Konzernspitze einig: Die Rendite muss steigen.

Hamburg - "Wir sind vollkommen unaufgeregt", sagt Matthias Jena, Sprecher der IG Metall Bayern, zu SPIEGEL ONLINE. Dass BMW Chart zeigen Arbeitsplätze abbauen wolle, sei der Gewerkschaft schon seit Mai bekannt. "Wenn die Produktion umgebaut wird, werden weniger Leute gebraucht. Das ist völlig normal."

Ein BMW-Mitarbeiter in München: Stellenabbau "einvernehmlich mit den Arbeitnehmern"?
DDP

Ein BMW-Mitarbeiter in München: Stellenabbau "einvernehmlich mit den Arbeitnehmern"?

Nach SPIEGEL-Informationen will BMW im kommenden Jahr 8000 Stellen streichen. Ziel ist eine höhere Rendite. Die Arbeitsplätze sollen "einvernehmlich mit den Arbeitnehmern" abgebaut werden, sagte Personalvorstand Ernst Baumann. Betroffen sind vor allem Zeitarbeiter, allerdings sollen auch in der Stammbelegschaft mehrere tausend Stellen wegfallen.

Die IG Metall teilt die Argumentation des Konzerns. "Die Rendite ist bei BMW tatsächlich niedriger als bei Wettbewerbern", sagt Gewerkschaftssprecher Jena. Probleme habe das Unternehmen vor allem mit dem 5er- und dem 7er-BMW. Beide Modelle werden auch in die USA verkauft - wegen der Dollarschwäche bleiben die Einnahmen hinter den Erwartungen zurück.

"Beim 7er wird die Produktion umgebaut", erklärt Gewerkschaftssprecher Jena. "In der Umbauphase werden weniger Leute gebraucht." Dies gelte insbesondere für Zeitarbeiter. "Es war immer die Position der IG Metall, dass die Zeitarbeit in Spitzenzeiten ausgebaut wird. In anderen Zeiten muss sie dafür heruntergefahren werden."

Weniger Rendite als Mercedes

Dass der Konzern auch in der Stammbelegschaft Stellen streicht, glaubt Jena nicht. "Das geht gar nicht. Es gibt Verträge. Wir haben von BMW eine klare Stellenzusage." Eine Konfrontation mit der Konzernführung schloss Jena vorerst aus. "Wir haben mit BMW bisher immer gute Erfahrungen gemacht."

Fachleute gehen ebenfalls von einer einvernehmlichen Lösung aus. "BMW hat sich immer durch ein gutes Verhältnis zwischen Arbeitnehmern und Management ausgezeichnet", sagt Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft. "In der Vergangenheit hat der Betriebsrat auch unbequemen Maßnahmen zugestimmt."

Es sei zwar nicht leicht, 8000 Stellen abzubauen. "Bei entsprechenden finanziellen Angeboten ist es aber möglich", sagt Diez. Er gehe davon aus, dass BMW den Betroffenen Abfindungen anbieten werde. "Der ein oder andere Mitarbeiter wird das dann schon annehmen." Kurzfristig koste das den Konzern zwar Geld, langfristig könne BMW so aber sparen.

Generell hält Diez das Sparprogramm der Konzernführung für nötig. BMW komme derzeit auf eine Umsatzrendite von rund sechs Prozent - Mercedes schaffe dagegen neun Prozent. "Wenn der Absatz steigt und der Gewinn trotzdem fällt, dann ist das eine bedrohliche Situation", sagt der Autoexperte.

Die Börse begrüßt den angekündigten Stellenabbau. BMW-Aktien notieren mit 2,8 Prozent im Plus.

wal/haw

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: