Boeing Dreamliner droht sich nochmals zu verzögern

Der Boeing Dreamliner wird zum Pannenflieger: Der Zeitplan für den Erstflug, der schon mehrmals verschoben wurde, droht erneut zu platzen, wie das "Wall Street Journal" berichtet. Der Aktienkurs des Konzerns stürzte nach dem Bericht ab.


New York – Probleme bei der Traumverwirklichung: Der US-Flugzeughersteller Boeing hat erneut Schwierigkeiten bei der Fertigstellung seines Hoffnungsträgers 787, dem Dreamliner. Dem "Wall Street Journal" zufolge droht sich der für Ende März geplante erste Testflug des neuen Modells auf Juni zu verschieben, da der Konzern weiterhin an mehreren Fronten mit Problemen kämpfe. Eine Sprecherin für das 787-Programm konnte zunächst nicht für eine Stellungnahme erreicht werden.

Die Börse reagierte enttäuscht auf die Nachricht: Der Boeing-Aktienkurs fiel gestern auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr und notierten zum Handelsschluss in New York 4,7 Prozent unter dem Vortageswert.

Boeing, Erzrivale des europäischen Flugzeugbauers Airbus, liegt bereits jetzt sechs Monate mit seinem Produktionsplan zurück. Das Prestigeprojekt war dem Konzern auch wegen Zulieferproblemen heftig aus dem Ruder gelaufen. Der Chef des 787-Programms wurde deshalb ausgewechselt. Die Auslieferung der ersten Maschinen wurde um ein halbes Jahr auf November bis Dezember 2008 verschoben. Diesen neuen Zeitplan hatte Boeing erst im Dezember bestätigt.

Jede weitere Verzögerung beim Bau des Dreamliners könnte das Unternehmen teuer zu stehen kommen, da es die Fluggesellschaften dann für die Wartezeit entschädigen müsste und das Vertrauen der Anleger in den Konzern erschüttern könnte. Verzögerungen beim A380 hatten etwa bei Airbus zu einer schweren Krise geführt, die Milliarden kostete.

Der Dreamliner wird in verschiedenen Varianten angeboten, er steht in Konkurrenz zum neuen A350 XWB von Airbus. Der US-Hersteller liegt trotz der Verzögerungen allerdings noch weit vor Airbus, dessen Konkurrenzmodell erst 2013 auf den Markt kommen soll.

ase/dpa/Reuters



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