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Börsenbeben: Dax kämpft mit der 5000-Punkte-Marke

Dramatischer Ausverkauf an der Börse: Der Dax fällt erstmals seit drei Jahren unter die psychologisch wichtige Marke von 5000 Punkten und erholt sich dann nur leicht. Der japanische Nikkei erlebt den größten Crash seit 20 Jahren. Händler sprechen von "großer Angst".

Frankfurt am Main - Belastet von Konjunktursorgen ist der Dax Chart zeigen am Mittwoch weiter abgerutscht. Der deutsche Leitindex verlor am Vormittag drastisch und notierte erstmals seit November 2005 wieder unter 5000 Punkten. Gegen 10 Uhr notierte er bei 4870 Zählern und damit mehr als acht Prozent im Minus. "Es gibt große Angst, dass die Finanzkrise auf die Realwirtschaft durchschlägt und es zu einer Rezession kommt", sagte ein Börsianer. Andere sprachen von "panikartigen Verkäufen am Markt". Bis 11.15 erholte sich der Index leicht, er pendelte ein paar Punkte über der 5000er-Marke.

Händler an der Frankfurter Börse: Fall unter 5000 Punkte
REUTERS

Händler an der Frankfurter Börse: Fall unter 5000 Punkte

Erst gegen 10.30 Uhr fing sich der Index wieder und pendelte knapp unter der 5000-Punkte-Marke und überschritt sie minutenweise immer wieder.

Die Kursverluste zogen sich durch alle Branchen. Unter Verkaufsdruck standen erneut Finanzwerte. Deutsche Bank Chart zeigenund Allianz Chart zeigen starteten je sechs Prozent tiefer. Auch Autowerte verloren kräftig: BMW-Papiere Chart zeigen fielen um 8,5 Prozent, Daimler Chart zeigen um 7,3 Prozent. Gegen den Trend stiegen erneut Volkswagen Chart zeigen, die 4,3 Prozent zulegten; damit waren Volkswagen-Aktien die einzigen Papiere im Dax in der Gewinnzone. Siemens verlor mit 8,6 Prozent überdurchschnittlich und notierte bei 49,83 Euro.

Der MDax Chart zeigen verlor 5,6 Prozent auf 5657 Zähler, der TecDax Chart zeigen sackte um 8,4 Prozent auf 524 Punkte.

Auch die Pariser Börse fiel nach Handelsbeginn auf den tiefsten Stand seit 2004 gefallen. Der Index CAC 40 Chart zeigen brach um 8,18 Prozent auf 3427 Punkte ein. Die französisch-belgische Dexia-Gruppe stürzte um 20,34 Prozent auf 4,70 Euro. Stark betroffen war auch die Industrie: Der Stahlkonzern ArcelorMittal, Telekom-Ausrüster Alcatel-Lucent Chart zeigen und Stahlproduzent Vallourec brachen jeweils um mehr als zwölf Prozent ein.

Belastet werden die europäischen Märkte zudem von hohen Kursabschlägen in anderen Ländern. Bereits zuvor hatten die Börsen in Fernost massiv verloren. Wegen zunehmender Ängste vor den globalen Folgen der Finanzkrise fiel der Nikkei-Index Chart zeigen um mehr als neun Prozent auf den tiefsten Stand seit mehr als fünf Jahren. Am Ende ging das Börsenbarometer für 225 führende Werte mit einem dramatischen Verlust von 952,58 Punkten oder 9,38 Prozent beim Stand von 9203,32 Punkten aus dem Markt. Prozentual war es der größte Tagesverlust seit 1987 und der drittgrößte Tagesverlust überhaupt. Auch in Australien, Hongkong, China und Indien brachen die Kurse ein.

Die US-Börse steht weiter unter dem Eindruck der Finanzturbulenzen. Am Dienstag hatten auch neue Hilfsmaßnahmen der US-Notenbank Fed die Sorgen der Anleger nicht zerstreut. Der Dow-Jones schloss mit einem Minus von 5,1 Prozent bei 9447 Punkten. Das S&P-500-Index brach um 5,74 Prozent auf 996 Punkte ein. Der Nasdaq stürzte um 5,8 Prozent auf 1754,88 Zähler. Anfängliche Gewinne nach der Fed-Ankündigung verpufften im Handelsverlauf.

Viele private Anleger flüchten aus den Aktien und legen ihr Geld in Gold an. Die Feinunze Gold wurde am Dienstagabend in London mit 876,75 Dollar gehandelt. Der Kilobarren kostete 20.940 (Vortag: 20.280) Euro. Der Euro kostete im frühen Handel 1,3562 Dollar. Ein Dollar war 0,7376 Euro wert.

suc/kaz/Reuters/dpa/AFP

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