Börsengang AWD startet durch

Anleger ließen sich offenbar nicht von den Vorwüfen gegen AWD-Chef Carsten Maschmeyer beeindrucken. Sie trieben den Kurs des Finanzdienstleisters kräftig in die Höhe.


Start geglückt: Carsten Maschmeyer
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Start geglückt: Carsten Maschmeyer

Frankfurt am Main - Die AWD-Aktie ist am Freitagmorgen mit einer Erstnotiz von 56,10 Euro in den Börsenhandel gestartet. Der Emissionspreis war am Donnerstag mit 54 Euro am unteren Ende der Bookbuilding-Spanne festgelegt worden. Wer das Papier gezeichnet hatte, konnte sich über schnelle Kursgewinne freuen: Das Papier legte bis zum frühen Nachmittag auf 66 Euro zu, lag also etwa 22 Prozent über dem Ausgabepreis. Das Unternehmen sei mit dem Börsenstart "sehr zufrieden", sagte Sprecher Folkert Mindermann.

Die neun Millionen Aktien des Allgemeinen Wirtschaftsdienstes (AWD) waren angesichts der aktuellen Schwächephase an den Börsen günstiger ausgegeben worden als von Experten zuvor vermutet. Das Papier war mehrfach überzeichnet gewesen.

Während der Zeichnungsfrist hatte es Vorwürfe gegeben, AWD habe potenzielle Anleger nicht umfassend über mögliche Risiken informiert. Das Unternehmen hatte dies zurückgewiesen, allerdings den Börsenprospekt zweimal nachgebessert, die Zeichnungsfrist verlängert und den ersten Handelstag verschoben.

AWD-Beschäftigte halten etwa ein Fünftel an der Firma, die Familie Maschmeyer rund 53 Prozent. Die Milliarden-Einnahme aus dem Börsengang will Maschmeyer für den Ausbau seiner Verkaufsaktivitäten nutzen.



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