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Bonuszahlungen: Investmentbanker wollen Commerzbank verklagen

400 Millionen Euro wurden garantiert, die wollen sie auch haben: Investmentbanker der Dresdner Kleinwort drohen dem neuen Eigentümer Commerzbank mit Klagen - sollte diese versprochene Boni kürzen. Die Bank hatte angekündigt, die Banker nach Leistung zu entlohnen.

Frankfurt am Main - Die Klagen sind schon vorbereitet, auch wenn noch nicht feststeht, ob sie notwendig sind: Die Beschäftigten bereiteten rechtliche Schritte für den Fall vor, dass die Bank ihnen ihre im Sommer 2008 zugesagten Boni kürzen sollte, berichtete die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf mehrere Personen aus dem Umkreis von Dresdner Kleinwort. Die Bonuszahlungen von rund 400 Millionen Euro habe noch die Allianz Chart zeigen garantiert. Kurz danach veräußerte sie die Dresdner Bank, zu der auch das Londoner Investmenthaus gehört, an die Commerzbank.

Commerzbank-Logo in Frankfurt: Boni stehen "unter Vorbehalt"
DDP

Commerzbank-Logo in Frankfurt: Boni stehen "unter Vorbehalt"

Einzelnen Bankern seien bereits genaue Summen garantiert worden, schreibt die Zeitung. Dies sei damit gerechtfertigt worden, dass wichtiges Personal dadurch an die Bank gebunden würde. Commerzbank-Chef Martin Blessing, der inzwischen auch die Dresdner Bank leitet, kündigte laut "FTD" im vergangenen Monat auf einer Mitarbeiterversammlung in Frankfurt an, dass die Boni für die Dresdner-Kleinwort-Banker "unter Vorbehalt" stünden. Sie seien vom Ergebnis der Sparte abhängig.

Die Übernahme der Dresdner durch die Commerzbank wurde im Januar umgesetzt, die rechtliche Verschmelzung gilt von März an. Deshalb könnten sich die Klagen, wenn sie noch davor eingereicht werden, laut Zeitung noch gegen die Dresdner Bank richten.

"Einige Banker haben sich ihre Boni im letzten Sommer garantieren lassen. Vor allem die wollen klagen, falls das Versprechen nicht eingehalten wird", zitiert die Zeitung einen Banker aus dem Umfeld von Dresdner Kleinwort. Viele Dresdner-Kleinwort-Angestellte hätten durch eine Klage nichts mehr zu verlieren. Die Commerzbank Chart zeigen will 1200 der 3300 Stellen des gesamten Londoner Investmentbanking-Geschäfts von Commerzbank und Dresdner Kleinwort streichen. Die Commerzbank beschäftigt 1100 Mitarbeiter in London, Dresdner Kleinwort 2200 Mitarbeiter.

sam/Reuters/dpa-AFX

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