Bundesagentur für Arbeit Logo-Renovierung stößt auf breite Ablehnung

Die Ankündigung von Arbeitsagentur-Chef Frank-Jürgen Weise, das hauseigene Logo neu gestalten, stößt auf breite Kritik. Politiker von CDU, FDP und Grünen äußern sich im gleichen Tenor: Unnötig, zweitrangig und - vor allem - viel zu teuer.


Logo der Bundesagentur für Arbeit: Auffrischung nach 35 Jahren
DPA

Logo der Bundesagentur für Arbeit: Auffrischung nach 35 Jahren

Frankfurt am Main - Neben der Grünen-Arbeitsmarktexpertin Thea Dückert und dem FDP-Politiker Dirk Niebel ließen auch der CDU-Arbeitsmarktexperte Karl-Josef Laumann und BA-Verwaltungsratsmitglied Ursula Engelen-Kefer kein gutes Haar an der geplanten rund 100.000 Euro teuren Überarbeitung des Erscheinungsbildes.

Engelen-Kefer forderte die Behörde auf, auf die Entwicklung des neuen Logos zu verzichten. Der Verwaltungsrat habe der Bundesagentur für Arbeit angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und großer Zumutungen für die Arbeitslosen davon abgeraten, zitierte sie die "Netzeitung". Sie hoffe, dass sich die BA-Spitze nicht darüber hinwegsetze.

Grünen-Politikerin Dückert sagte, es gebe Wichtigeres. Die BA sollte stattdessen für eine intensivere Betreuung der Betroffenen sorgen. "Erst dann ist der richtige Zeitpunkt, sich über ein neues Kleid Gedanken zu machen."

Auch FDP-Arbeitsmarktexperte Niebel appellierte an die BA, sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren und nicht weiter ihre schlechte Leistung beim Arbeitsmarktausgleich mit Imagekampagnen und ähnlichen Kinkerlitzchen zu kaschieren. Mehr als lächerlich, nannte der CDU-Politiker Laumann das Logo-Vorhaben. Man müsse sich fragen, ob da noch die richtigen Entscheidungsträger säßen.

Weise wies die Kritik zurück. Mit der Umsetzung der Reform der Agentur sei der richtige Zeitpunkt gekommen, ein rund 35 Jahre altes Logo aufzufrischen, sagte der BA-Chef in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Nürnberg. Zugleich verteidigte Weise die Entwicklungskosten für das neue Markenzeichen.

Am Donnerstag hatte die Behörde die Pläne für das neue Erscheinungsbild bekannt gegeben, die bereits Anfang Mai eingeführt werden soll. Dabei soll das rote "A" im schwarzem Kreis erhalten bleiben - aber einen moderneren Anstrich bekommen.



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