Merkel in Spanien Bundesregierung will De Guindos als Euro-Gruppen-Chef

Bundeskanzlerin Merkel befürwortet eine Kandidatur des spanischen Wirtschaftsministers Luis de Guindos als Euro-Gruppen-Chef. Über die Personalie könnte auf dem kommenden EU-Gipfel entschieden werden.

Luis de Guindos (Archivbild): Architekt der Bankensanierung in Spanien
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Luis de Guindos (Archivbild): Architekt der Bankensanierung in Spanien


Santiago de Compostela - Im Vorfeld des EU-Gipfels am Samstag hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für den spanischen Wirtschaftsminister Luis de Guindos als künftigen Vorsitzenden der Euro-Gruppe ausgesprochen. De Guindos habe ihre Unterstützung, versicherte Merkel nach einem Treffen mit Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy in Santiago de Compostela.

Merkel zollte Spanien Respekt für die Reformen in dem Land. De Guindos hielt die Kanzlerin zugute, dass er sein Land erfolgreich durch die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise der vergangenen Jahre geführt habe: "De Guindos war in schwierigen Zeiten ein guter Minister", sagte Merkel. Sein deutscher Kollege Wolfgang Schäuble habe eng mit ihm zusammengearbeitet und etliche Probleme gelöst.

Der 54-jährige de Guindos gilt als Architekt der Bankensanierung in Spanien, für die Madrid von der EU Hilfskredite in Höhe von etwa 41 Milliarden Euro in Anspruch genommen hat. Auch die Zahl der Arbeitslosen in Spanien war zuletzt deutlich zurückgegangen.

Der Euro-Gruppen-Chef leitet die Runde der Finanzminister der 18 Euroländer. Bisher kam der Präsident der Euro-Gruppe stets aus deren Kreis, derzeit besetzt den Posten der niederländische Ressortchef Jeroen Dijsselbloem. Offiziell endet das Mandat des Sozialdemokraten Mitte 2015.

Die Regierung in Madrid will, dass der Ökonom de Guindos als Nachfolger des Niederländers Euro-Gruppen-Chef wird. Ein offizieller Antrag ist nach Informationen der spanischen Nachrichtenagentur Efe aber noch nicht gestellt worden.

Die Personalie könnte auf dem EU-Sondergipfel am Samstag besprochen werden, auf dem vor allem ein neuer EU-Ratspräsident und eine neue Außenbeauftragte bestimmt werden sollen. Dijsselbloem war 2013 zum Euro-Gruppen-Chef gewählt worden. Überlegt wird, Dijsselbloem abzulösen und durch einen hauptamtlichen Vorsitzenden der Euro-Gruppe zu ersetzen. Damit müsste dann kein amtierender Minister mehr die Geschäfte des wichtigen Eurozonengremiums leiten.

bos/AFP/Reuters



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