Bundesverwaltungsgericht Klage gegen A380-Werft in Frankfurt abgewiesen

Die Wartungshalle für den Airbus A380 am Flughafen Frankfurt kann gebaut werden. Das Bundesverwaltungsgericht hat im Eilverfahren keine Gründe für einen Baustopp gesehen, teilte es soeben in Leipzig mit.


Geplante A380-Wartungshalle am Flughafen Frankfurt (Computersimulation): Bauarbeiten sollen so blad wie möglich beginnen
DPA

Geplante A380-Wartungshalle am Flughafen Frankfurt (Computersimulation): Bauarbeiten sollen so blad wie möglich beginnen

Leipzig - Die Halle soll im Südwesten des Flughafens entstehen, wo sich das Baugelände über die Gemarkung gleich von drei Städten erstreckt: Frankfurt, Rüsselsheim und Mörfelden-Walldorf.

Für die Halle und ihr Vorfeld müssten 21 Hektar Wald gerodet werden, darunter mehr als die Hälfte so genannter Bannwald, der gesetzlich besonders geschützt ist. Auf dem Vorfeld der Halle sollen außerdem auch die mächtigen Triebwerke der A 380 geprüft werden - bis hin zum Volllast-Betrieb der Düsen.

Nicht zuletzt deshalb hatten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und verschiedene Gemeinden - darunter die Städte Neu-Isenburg, Mörfelden-Walldorf, Raunheim, Rüsselsheim sowie der Landkreis Groß-Gerau - gegen den geplanten Standort der A 380-Halle geklagt.

Wichtige Entscheidung für Lufthansa

Sie hatten als alternativen Standort die berühmte Rhein-Main-Airbase der US-Luftwaffe vorgeschlagen, die von den Amerikanern Ende dieses Jahres geräumt werden wird. "Man kann dort schon irgendwie Raum schaffen", meint Oliver Quilling, der CDU-Bürgermeister von Neu-Isenburg, "das Gelände wäre groß genug. Fraport dagegen hält den ehemaligen Militärflughafen für zu klein. Außerdem rechnet man dort mit "Altlasten".

Für die Lufthansa ist die Abweisung des Baustopps von großer Bedeutung, denn die Zeit drängt. Allein die Bauzeit der Halle wird mit 27 Monaten veranschlagt. Hinzu kommen noch drei Monate für die Abholzung des Waldes. Schon im Herbst 2007 aber sollen die ersten A 380-Jets der Kranich-Fluggesellschaft an den Start gehen - was aber nur möglich ist, wenn auch die Wartungshalle bereit steht.

Nach der Abweisung der Klage will der Flughafenbetreiber Fraport nun binnen weniger Tage mit den Rodungsarbeiten auf dem vorgesehen Grundstück in einem Waldgebiet nahe des Flughafens beginnen.

Die Lufthansa wickelt drei Viertel ihres Interkontinentalverkehrs über Frankfurt ab und hat das Schicksal ihrer Flotte eng mit dem A 380 verknüpft. Wenn nötig, werde man "Doppelschichten und Nachtschichten" einlegen, um rechtzeitig fertig zu werden, ist von der Airline zu hören.



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