CargoLifter-Insolvenz: Auch die Luftschiff-Mutter kapituliert

Der unaufhaltsame Sinkflug des Luftschiffbauers CargoLifter endet mit einem Knall: Nachdem schon die wichtigste Tochter Insolvenz anmelden musste, hat es auch die Mutterfirma erwischt.

Traum-Ballon: Ein Testluftschiff names "Joey" hat CargoLifter schon gebaut, einen Prototypen für das Prestigeprojekt CL160 aber hat es nie gegeben
DPA

Traum-Ballon: Ein Testluftschiff names "Joey" hat CargoLifter schon gebaut, einen Prototypen für das Prestigeprojekt CL160 aber hat es nie gegeben

Brand/Berlin - Die CargoLifter AG teilte am Freitagnachmittag in Berlin mit, beim Amtsgericht Cottbus sei Insolvenzantrag gestellt worden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Rolf-Dieter Mönning bestellt. Wegen der massiven Finanzprobleme hatte CargoLifter sein wichtigstes Projekt kürzlich aufgeben müssen: den Bau eines Luftschiffs CL160 zum Transport von riesigen Lasten.

Nun stehen insgesamt 500 Arbeitsplätze auf dem Spiel, die meisten davon im brandenburgischen Brand. Dort solle nun "eine Erhaltungslösung entwickelt und umgesetzt werden", hieß es in der Ad-hoc-Mitteilung des Unternehmens. Dazu soll auch der Firmensitz von Berlin nach Brand verlagert werden. Dort befindet sich bereits die Werfthalle zum Bau der Luftschiffe. Die 1996 gegründete CargoLifter AG hat 13 Tochtergesellschaften.

Ein Korb nach dem anderen für Gablenz

Die Lage des Luftschiffbauers hatte sich in den vergangenen Wochen dramatisch zugespitzt. Auf der Suche nach privatem Kapital handelte sich Firmenchef Carl von Gablenz zahlreiche Absagen ein. Auch der Bund und das Land Brandenburg wollten kurzfristig keine Finanzmittel zur Verfügung stellen. Daraufhin musste CargoLifter die Pläne zum Bau des CL 160, das Lasten von bis zu 160 Tonnen transportieren sollte, vorerst einstellen. In die Entwicklung flossen bereits mehr als 300 Millionen Euro, ohne dass es vom CL 160 einen Prototypen gibt.

Mönning gehört zu den renommiertesten deutschen Insolvenzverwaltern. Der 54-Jährige ist Mitinhaber einer Anwaltskanzlei mit Stammsitz in Aachen, die auch eine Niederlassung in Cottbus hat. In jüngster Zeit war Mönning unter anderem mit der Rettung der Modemarke Cinque und des Dresdner Herzzentrums befasst.

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