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China-Besuch: Sarkozy verkauft zwei Atommeiler und 160 Airbusse

Der Besuch hat sich gelohnt: Bei der ersten Staatsvisite von Frankreichs Präsident Sarkozy in China wurden Abkommen im Wert von 18 Milliarden Euro unterzeichnet. Die Profiteure sind der Flugzeugbauer Airbus - und die französische Atomindustrie.

Peking - Der europäische Flugzeughersteller Airbus wird 160 Flugzeuge an chinesische Airlines liefern, berichteten französische Diplomaten nach dem Treffen von Nicolas Sarkozy mit dem chinesischen Staats- und Parteichef Hu Jintao. "Das sind feste Aufträge." Das Auftragsvolumen allein wurde auf zehn Milliarden Euro geschätzt.

Präsidenten Sarkozy (links), Hu Jintao: Das Atom-Abkommen läuft bis ins Jahr 2026.
REUTERS

Präsidenten Sarkozy (links), Hu Jintao: Das Atom-Abkommen läuft bis ins Jahr 2026.

Darüber hinaus wollen China und Frankreich in der Kernenergie enger zusammenarbeiten. Dazu vereinbarte der französische Staatskonzern Areva den Bau von zwei modernen Druckwasserreaktoren (EPR) in China und die Lieferung von Brennstoffen dafür. Das Geschäft wurde auf acht Milliarden Euro beziffert und ist damit das größte in der Geschichte der französischen Atomindustrie. "Das hat es noch nicht gegeben", sagte Areva-Chefin Anne Lauvergeon in Peking.

Die beiden Druckwasserreaktoren sollen 2013 und 2015 in den Süden der Volksrepublik geliefert werden. Geschäftspartner von Areva ist die chinesische Guangdong-Atomkraft-Gesellschaft (CGNPC).

Darüber hinaus vereinbarten Areva und die CGNPC die Gründung einer Betreibergesellschaft für die beiden französischen Reaktoren. Dieses Abkommen soll bis zum Jahr 2026 laufen. "China ist einer der spannendsten Märkte", sagte Lauvergeon. Die Volksrepublik treibe ihre atomare Entwicklung voran, "und es ist wichtig, Teil dieses Wettbewerbs zu sein".

Ebenfalls in diesem Jahr hatte China mit dem in den USA ansässigen Konzern Westinghouse Electric Co die Lieferung von vier Atomkraftwerken vereinbart. Das Volumen dieses Abkommens wurde auf acht Milliarden Dollar (knapp 5,4 Milliarden Euro) beziffert.

wal/dpa/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 11 Beiträge
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1. EURO und DOLLAR
mainate 26.11.2007
Wichtiges Détail ; Der Preis der Atommmeiler wurde zum Schutz gegen schwachen Dollar teilweise in EURO vereinbart. Warum nicht dasselbe für Airbus?
2. Vive le Sarkonucleaire !
tzscheche, 26.11.2007
Erst Libyien, dann Marokko, jetzt China... Speedy Sarko, der rasende Präsident, entpuppt sich so langsam vor allem als erster Atomlobbyist des Abendlandes. Dumm ist das nicht, denn irgendwie muss Sarko ja noch seine Milliarden schweren Wahlkampfversprechungen unauffällig gegenfinanzieren. Warum also nicht ein paar Meiler in die Schwellenregionen dieser Welt verscherbeln? A propos: In puncto Atom-Technologie hätten die Franzosen ja noch einen anderern Verkaufsrenner in peto...aber das ist ein anderes Thema.
3. Avema - Siemens
mainate 26.11.2007
Auch Siemens ( 34% bei Avema beteiligt) kann feiern. Sucht übrigens diesen Anteil zu erhöhen.
4. Dilettantismus im Amt
sysiphus, 26.11.2007
Das zeigt der Unterschied zwischen einem Vollblutpolitiker und einer Pastorentochter. Sarkozy hat in China Verträge in historisch einmaliger Höhe für die heimische Wirtschaft geholt, während sich unsere Kanzlerin lieber mit dem Dalai Lama trifft und damit der Stellung Deutschlands auf dem chinesischen Markt schwere Schäden zufügt. Die Manager der konkurrierenden Unternehmen aus Frankreich, Italien, Russland und USA werden sich vor Freude auf die Schenkel klopfen und Merkelbilder aufstellen. Tja, das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint". Unsere Kanzlerin hat für die Sache der Tibeter absolut nichts erreicht, aber in Peking mit dem Hintern eingerissen, was ihre Vorgänger mühevoll aufgebaut haben. Zur Freude Dritter. Aber sie grillt ja lieber mit solchen Politversagern wie GWB...
5. Dilettantismus im Amt
sysiphus, 26.11.2007
Das zeigt der Unterschied zwischen einem Vollblutpolitiker und einer Pastorentochter. Sarkozy hat in China Verträge in historisch einmaliger Höhe für die heimische Wirtschaft geholt, während sich unsere Kanzlerin lieber mit dem Dalai Lama trifft und damit der Stellung Deutschlands auf dem chinesischen Markt schwere Schäden zufügt. Die Manager der konkurrierenden Unternehmen aus Frankreich, Italien, Russland und USA werden sich vor Freude auf die Schenkel klopfen und Merkelbilder aufstellen. Tja, das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint". Unsere Kanzlerin hat für die Sache der Tibeter absolut nichts erreicht, aber in Peking mit dem Hintern eingerissen, was ihre Vorgänger mühevoll aufgebaut haben. Zur Freude Dritter. Aber sie grillt ja lieber mit GWB...
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