China-Deal US-Behörden besorgt wegen Verkauf der IBM-PC-Sparte

Der vom US-Computerhersteller IBM geplante Verkauf der PC-Sparte an den chinesischen Lenovo-Konzern steht laut einem Agenturbericht auf der Kippe. US-Behörden fürchten, dass der Computerbauer zum Einfallstor für Industriespionage wird.


Levono-Computer: Gefahr für die nationale Sicherheit
AP

Levono-Computer: Gefahr für die nationale Sicherheit

San Francisco - Mitglieder des für ausländische Investitionen in den USA zuständigen Komitees CFIUS hätten Sorgen um die nationale Sicherheit angemeldet, berichtete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Situation vertraute Kreise. Die Behörde fürchtet, dass Lenovo die Mitarbeiter ausnutzt, um Industriespionage zu betreiben.

Der Technologiekonzern IBM Chart zeigen hatte im Dezember angekündigt, die PC-Sparte an den chinesischen Lenovo-Konzern verkaufen zu wollen. Mehrere US-Behörden hatten das Geschäft geprüft. Die Wettbewerbsbehörde hatte bereits ihren Segen gegeben. Dagegen scheint es im CFIUS-Komitee Bedenken zu geben.

Dort sind mehrere hochrangige US-Behörden zusammengefasst, darunter das Verteidigungsministerium und das Ministerium für Heimatschutz. Den Vorsitz hat das Finanzministerium. Das Komitee prüft Käufe von US-Unternehmen durch ausländische Investoren, um sicher zu gehen, dass die Transaktionen nicht die nationale Sicherheit der USA gefährden.

IBM bekräftigte, das Unternehmen habe die nötigen Unterlagen bei CFIUS eingereicht und arbeite mit allen Regierungsbehörden zusammen. Ein Sprecher des US-Finanzministeriums wollte keine Stellungnahme zum Vorgehen von CFIUS abgeben.

Es wäre nicht das erste Mal, dass das CFIUS-Komitee ein Geschäft torpediert. 2003 hatte der Behördenverbund den Verkauf von Global Crossing an Hutchison Whampoa aus Hongkong wegen Gefahren für die nationale Sicherheit untersagt. Bei einer Übernahme hätte die chinesische Firma die Kontrolle über die Unterwasser-Kabelnetzwerke der Firma erlangt.



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