China: Qingdao wird größter Hafen der Welt

Megaprojekt in China: In der Millionenstadt Qingdao soll der größte Hafen der Welt entstehen. Der Ausbau kostet rund 4,7 Milliarden Euro, mehr als hundert neue Schiffsanlegeplätze sind geplant. Eine passende Brücke gibt es schon.

Qingdao - China baut in der Stadt Qingdao den größten Hafen der Welt. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer Donnerstagsausgabe unter Berufung auf die Regierung der Stadt berichtet, soll der neue Hafen nach seiner Fertigstellung im Jahr 2020 bis zu 30 Millionen Standardcontainer im Jahr abfertigen können. Damit wird er mehr als zehnmal so groß sein wie der vor kurzem eröffnete Tiefwasserhafen Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven.

Dank seiner zusätzlichen Kapazitäten kann Qingdao damit auch den bisher größten Hafen der Welt in Shanghai in den Schatten stellen. Bisher gibt es in Qingdao 81 Schiffsanlegeplätze, 112 zusätzliche sind geplant. Die Gesamtkosten für den Ausbau sollen umgerechnet 4,7 Milliarden Euro betragen.

Qingdao hat 8,7 Millionen Einwohner. Der Hafen stand unter dem Namen Tsingtau einst unter deutscher Kolonialverwaltung. Heutzutage ist dies der Umschlagplatz für die ölverarbeitende Industrie und den Güterverkehr der gesamten Halbinsel Shandong. Bislang lag Qingdao auf Platz neun der größten Häfen weltweit. 2010 fertigte dieser nach offiziellen Angaben gut zwölf Millionen Container ab.

Die Stadt hat bereits Erfahrung mit Megaprojekten. 2010 wurde die Qingdao-Haiwan-Brücke oder Jiaozhou-Bucht-Brücke fertiggestellt, welche Qingdao mit Huangdao und dem Flughafen Qingdao-Liuting verbindet. Diese ist mit 42 Kilometern die längste Autobrücke der Welt über Wasser. 2011 wurde diese für den Verkehr offiziell freigegeben.

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insgesamt 26 Beiträge
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1. so wirds gemacht
sportsman_g 03.10.2012
in Europa würde man nicht dort bauen, wo man einen Hafen braucht, sondern wo jemand bedürftig ist. Das könnte auch Griechenland sein. Ganz wurscht, wie man die Güter nachher verteilt bekommt. Und wenn mehrere Länder so einen Hafen wollen, dann werden halt mehrere gebaut. Oder die man bekommt als Trostpflaster eine eine F1-Rennstrecke. So geht Fittness für den globalen Wettbewerb
2.
rainer_daeschler 03.10.2012
"Der Hafen stand unter dem Namen Tsingtau einst unter deutscher Kolonialverwaltung." Der Name hat sich nicht geändert, nur die Umschrift für die "grüne Insel".
3. Hübsch erschreckend
albert schulz 03.10.2012
Die rasante Schnelligkeit, mit der China ökonomisch aufholt, ist unglaublich. Pragmatismus pur vereint mit Können und einem unglaublichen Ehrgeiz. Und weil alles und jedes nach marktwirtschaftlichen Prinzipien abläuft, werden sich unsere Löhne und Gehälter in zwanzig Jahren auf einen Mittelwert einpendeln, der zwischen denen derzeit in China und den hier bezahlten liegen wird. Deutsche Ingenieurabsolventen sind schon vor zwanzig Jahren nach China, weil sie dort gebraucht wurden und sich Zukunft erhoffen konnten. Bei einem Zehntel der Einkünfte wie hierzulande. Und Deutschland ist Steigbügelhalter für China. Seit langem schon.
4. Vom Bedarf redet keiner
beebo1 03.10.2012
Ist die Frage, ob Bedarf für diesen großen Hafen in der Region überhaupt besteht. Nicht das der große Hafen hinterher zum größten Teil leer steht. China hat ja auch die größte Mall der Welt, die aber zum größten Teil leer steht.
5. Unser tägliches Loblied gib uns heute!
prince62 03.10.2012
Zitat von albert schulzDie rasante Schnelligkeit, mit der China ökonomisch aufholt, ist unglaublich. Pragmatismus pur vereint mit Können und einem unglaublichen Ehrgeiz. Und weil alles und jedes nach marktwirtschaftlichen Prinzipien abläuft, werden sich unsere Löhne und Gehälter in zwanzig Jahren auf einen Mittelwert einpendeln, der zwischen denen derzeit in China und den hier bezahlten liegen wird. Deutsche Ingenieurabsolventen sind schon vor zwanzig Jahren nach China, weil sie dort gebraucht wurden und sich Zukunft erhoffen konnten. Bei einem Zehntel der Einkünfte wie hierzulande. Und Deutschland ist Steigbügelhalter für China. Seit langem schon.
Jetzt haben Sie wieder brav das tägliche Loblied auf China angebracht! Sie sollten sich lieber mal Gedanken machen, mit welch rasanter Schnelligkeit in China die Ökologie, also die Lebensgrundlagen bestehend aus Luft, Wasser und Boden abgebaut und für lange Zeit unbrauchbar gemacht wird. Noch was, nicht alles was machbar ist, sollte auch gemacht werden, die chinesischen Feudalkommunisten können und wollen das nicht verstehen, dort zählt nur der hemmungslose Reichtum weniger und die hemmungslose Ausbeutung von Mensch, Natur und Umwelt. Aber keine Bange, auch in China wird die Rechnung vorgelegt werden.
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