Chodorkowski-Urteil Schröder vermeidet jede Kritik

Das Verfahren gegen den Öl-Milliardär Michail Chodorkowski ist im Ausland wiederholt als rechtsstaatswidrig verurteilt worden. Bundeskanzler Gerhard Schröder jedoch hielt sich mit Kritik zurück. Auch nach dem Urteil will die Bundesregierung zunächst keine Stellungnahme zu der Verurteilung abgeben.


Berlin - Das Urteil sei nur aus Medienberichten bekannt, sagte ein Regierungssprecher heute in Berlin wenige Stunden nach der Urteilsverkündung. "Daher könne wir derzeit keine detaillierte Bewertung abgeben."

Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte in der Yukos-Affäre Kritik an Russland vermieden und damit innenpolitisch Irritationen ausgelöst. Hinter der mit Steuernachforderungen begründeten Inhaftierung Chodorkowskis, der politische Ambitionen gegen den Kurs von Präsident Wladimir Putin hegte, wird der russische Präsident selbst vermutet. Das Vorgehen gegen den weitgehend zwangsversteigerten Konzern hatte Sorgen über die Rechtssicherheit von Investoren ausgelöst.



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