Erfolg für IWF-Chefin Staatsanwälte wollen Verfahren gegen Lagarde einstellen

Hoffnung für Christine Lagarde: Laut Medienberichten will die Pariser Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen die IWF-Chefin einstellen. Nun soll ein Gericht darüber entscheiden.

IWF-Chefin Lagarde: Lästige Altlasten in Paris
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IWF-Chefin Lagarde: Lästige Altlasten in Paris


Für IWF-Chefin Christine Lagarde könnte ein unangenehmes Kapitel ihrer Karriere bald zu Ende gehen. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat offenbar die Einstellung eines Verfahrens gegen die frühere französische Finanzministerin empfohlen. Das berichten der Fernsehsender i-Télé und die Nachrichtenagentur AFP. Nun müsse das Gericht noch über die Empfehlung entscheiden.

Das Gericht wollte die Berichte zunächst nicht kommentieren. Auch Lagardes Anwalt in Paris war nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Die 59 Jahre alte Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) hatte sich in dem Verfahren mehreren umfassenden Vernehmungen in Paris unterziehen müssen. Lagarde bezeichnete die Vorwürfe stets als "völlig unbegründet".

In dem Fall geht es um einen Schiedsspruch aus dem Jahr 2008, der dem Geschäftsmann Bernard Tapie nach dem Verkauf des Sportartikelherstellers Adidas 403 Millionen Euro an staatlicher Entschädigung zugesprochen hatte. Im Februar hob ein Pariser Berufungsgericht den Schiedsspruch auf. Zur Begründung hieß es, es bestehe der Verdacht, dass Tapie, ein Bekannter des damaligen Staatschefs Nicolas Sarkozy, eine Vorzugsbehandlung erhalten habe.

Die Justiz hat den Verdacht, dass die für Tapie günstige Regelung zustande kam, weil Pierre Estoup, einer der drei Richter des Schiedsgerichts, Beziehungen zum Umfeld des Geschäftsmanns unterhalten habe. Außer gegen Tapie und seinen Anwalt Maurice Lantourne wird auch gegen Estoup, Lagardes früheren Bürochef Stéphane Richard und zwei weitere Verdächtige wegen bandenmäßig organisierten Betrugs ermittelt.

Im August vergangenen Jahres wurde das Ermittlungsverfahren gegen Lagarde eingeleitet. Sie hatte damals als französische Finanzministerin das Schiedsgericht angerufen, um einen langjährigen Rechtsstreit um die Adidas-Übernahme mit Tapie zu beenden. Zudem hatte sie den folgenden Schiedsspruch nicht angefochten. Ihr wurde daher angelastet, fahrlässig gehandelt zu haben.

stk/AFP/dpa



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Seite 1
jochen-w.voss 23.09.2015
1. Geschlossenheit
Andre Länder stützen ihr "personal" - nicht wie Deutschland, in dem jeder Amtsinhaber verschlissen wird. Man stelle sich einmal vor, Renault hätte den Dieselmotoren Skandal in den USA wie die Berichterstattung aussähe.....
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