CO2-Zertifikate China boykottiert Klimaschutzabgabe der EU

China geht auf Konfrontationskurs zur Europäischen Union: Die Volksrepublik verbietet ihren Fluglinien, sich am Emissionshandel zum Schutz des Klimas zu beteiligen - nun drohen ihnen Strafzahlungen oder gar ein Einflugverbot.

Jumbo-Jet über Berlin: Zu teuer, um das Klima zu retten?
dapd

Jumbo-Jet über Berlin: Zu teuer, um das Klima zu retten?


Peking - Der europäische Emissionshandel sorgt für Streit mit China: Die Volksrepublik boykottiert die Klimaschutzabgabe für ihre Fluggesellschaften. Auf Anweisung der Regierung untersagte die chinesische Luftfahrtbehörde (CAAC) am Montag den heimischen Airlines, die neuen Gebühren zu zahlen. Die Vorschriften für die Einbeziehung des Flugverkehrs in den Emissionshandel "widersprechen den betreffenden Grundsätzen des Uno-Rahmenabkommens für den Klimawandel und internationalen Luftfahrtvorschriften", hieß es in der Erklärung.

Alle Fluggesellschaften müssen seit Januar 2012 im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems Zertifikate für den Ausstoß von Kohlendioxid kaufen, den sie durch Starts und Landungen in Europa verursachen. Die Airlines, die dies nicht tun, müssen mit Strafzahlungen oder sogar einem Zugangsverbot zu europäischen Flughäfen rechnen.

Berechnungen der chinesischen Verkehrsbehörde Cata zufolge würde der EU-Emissionshandel die chinesischen Gesellschaften im ersten Jahr etwa 120 Millionen Dollar kosten. Bis 2020 könnten sie sich sogar verdreifachen. Außer China lehnen auch die amerikanische Luftfahrtorganisation und die Fluggesellschaften American Airlines und United Continental das Vorhaben ab.

Ende Dezember waren sie jedoch mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof gescheitert. Nach Angaben des EU-Delegationschefs in Peking, Markus Ederer, hofft man den Konflikt durch Verhandlungen lösen zu können. Er sah keine unmittelbaren Auswirkungen des Boykotts, da erst 2013 abgerechnet werden soll, wenn die Fluglinien ihren Ausstoß an klimaschädlichen Gasen melden müssen. Mehr als 80 Prozent der Verschmutzungsrechte erhalten die Fluglinien ohnehin kostenlos, während sie für die restlichen Lizenzen zahlen müssen.

Vor Journalisten in Peking warb Ederer für die Klimaabgabe, die einen Flug von Peking nach Brüssel nach Abzug der gewährten Rechte nur um 17,5 Yuan, umgerechnet gut zwei Euro, teuer mache. "Ich überlasse es jedem zu überlegen, ob das zu teuer ist, um das Weltklima zu retten."

yes/dpa/Reuters

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insgesamt 111 Beiträge
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Seite 1
Steve Holmes 06.02.2012
1.
Zitat von sysopChina geht auf Konfrontationskurs mit der Europäischen Union: Die Volksrepublik*verbietet ihren Fluglinien die Beteiligung am Emissionshandel. Nun*hofft der EU-Delegationschef in Peking auf Verhandlungen mit der Regierung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,813494,00.html
Vor Journalisten in Peking warb Ederer für die Klimaabgabe, die einen Flug von Peking nach Brüssel nach Abzug der gewährten Rechte nur um 17,5 Yuan, umgerechnet gut zwei Euro, teuer mache. "Ich überlasse es jedem, zu überlegen, ob das zu teuer ist, um das Weltklima zu retten." (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,813494,00.html) So ein Quatsch! Als wenn diese Abgabe die Flüge auch nur ein bisschen sauberer machen würden.
roland.vanhelven 06.02.2012
2. unglaublich
den buergern wird immer noch erzaehlt, wir koennten einen klimawandel aufhalten ? die ganzen CO2 zertifikate und steuern existieren doch nur, weil es ein dickes geschaeft ist. zum glueck wachen die menschen ja jetzt auf und sehen ein, dass es hier wieder nur um geld geht. schade, dass schnee auf Mallorca schlecht ins global warming bild passt, nicht war ? dafuer werden dann bilder von der Arktis im September oder von der Antarktis im Maerz gezeigt. wann hoeren die medien endlich auf, sich vor die kutsche der banken und konzerne spannen zu lassen, um deren Agenda zu foerdern. investigativer journalismus ist angesagt, nicht geld scheffeln auf kosten der buerger...
smerfs 06.02.2012
3. !
Zitat von sysopChina geht auf Konfrontationskurs mit der Europäischen Union: Die Volksrepublik*verbietet ihren Fluglinien die Beteiligung am Emissionshandel. Nun*hofft der EU-Delegationschef in Peking auf Verhandlungen mit der Regierung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,813494,00.html
eine richtige entscheidung! die emissionshandel ist nur abzockerei, leider können wir lämmer uns nicht dagegen wehren und lauschen aufmerksam diesen schwachsinn den die klimaapokalypthiker absondern.
mc.clinton 06.02.2012
4.
Zitat von sysopChina geht auf Konfrontationskurs mit der Europäischen Union: Die Volksrepublik*verbietet ihren Fluglinien die Beteiligung am Emissionshandel. Nun*hofft der EU-Delegationschef in Peking auf Verhandlungen mit der Regierung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,813494,00.html
Der Emissionshandel ist der reinste Schwindel. Um das Gewissen reinzuwaschen, zocken die Staaten der EU ihre Bürger mit den sogenannten Emissionsscheinen ab. Dieses ist gleichzusetzen mit den Ablaßzettel von Tetzel aus dem Mittelalter. Hast Du eine Sünde begangen, dann kaufe Dich mit diesem Zettel frei und du kommst nicht in die Hölle. Frage: Wer verdient daran eigentlich? Damals war es Tetzel und heute? Wo bleibt dieses Geld? (versteckte Steuereinnahmen!) Nur zur Erläuterung: Für Martin Luther war die Praxis, durch Ablassbriefe zum Beispiel den Bau des Petersdoms im Rom zu finanzieren, einer der Hauptkritikpunkte an der katholischen Kirche und motivierte ihn letztlich zur Verfassung der 95 Thesen. Am 8. Februar 1567 hob Papst Pius V. in der Konstitution Etsi Dominici alle Almosenablässe auf und verfügte am 2. Januar 1570 in der Konstitution Quam plenum die Exkommunikation für jene, die mit den Ablässen Handel treiben wollten, was noch im Codex Iuris Canonici von 1917 zum Can. 2327 mit der Strafe einer Exkommunikation führte. Wäre mal so ein Hinweis auch diese Abzockerei zu beenden!
savanne 06.02.2012
5. Ich habe das doch
Zitat von sysopChina geht auf Konfrontationskurs mit der Europäischen Union: Die Volksrepublik*verbietet ihren Fluglinien die Beteiligung am Emissionshandel. Nun*hofft der EU-Delegationschef in Peking auf Verhandlungen mit der Regierung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,813494,00.html
richtig verstanden. Die fliegen alle weiter, aber dann nicht mehr mit Kerosin, sondern mit Zertifikaten? Und damit (mit den 17 Yuan) werden sie einen erheblichen Beitrag zur Weltklimarettung leisten? Deutlicher als China kann man den Klimafanatikern nicht den Mittelfinger zeigen.
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