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Commerzbank: Erstmals betriebsbedingte Kündigungen

Der Abschwung hat die Commerzbank noch schlimmer erwischt als bisher zugegeben. Auf der aktuellen Streichliste stehen nun 206 Filialen, 54 mehr als zuvor. Auch aus dem Versprechen, 3400 Stellen ohne Kündigungen zu streichen, wird nichts.

Düsterer Ausblick: Bei der Commerzbank werden immer neue Sparpakete geschnürt
DPA

Düsterer Ausblick: Bei der Commerzbank werden immer neue Sparpakete geschnürt

Frankfurt/Main - Wie Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller bei einer Pressekonferenz am Dienstag bekannt gab, wird das Institut erstmals in seiner Geschichte betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Ansonsten ließe sich der geplante Abbau von rund 3400 Stellen bis zum Jahr 2003 nicht verwirklichen. Dieser Aderlass war bereits nach einer Krisensitzung des Aufsichtsrates am Montag angekündigt worden.

Müller teilte außerdem mit, dass nunmehr 206 Filialen der Bank geschlossen werden sollen. Innerhalb von zwei Jahren will die viertgrößte deutsche Bank ihr Netz so von 933 Zweigstellen auf nur noch 727 Standorte ausdünnen. Noch nach der Aufsichtsratssitzung hatte es geheißen, dass die Commerzbank 152 Filialen auflösen wolle.

Dem Sparkurs der Commerzbank werden nach Ankündigung Müllers außerdem vor allem die Aktivitäten außerhalb Europas zum Opfer fallen. Wenn sich in diesen überseeischen Töchtern keine Eigenkapitalrendite von 12 bis 15 Prozent erzielen lasse, müssten sie geschlossen oder verkauft werden..

Auch über Fusionen mit anderen Banken will die Commerzbank einstweilen nicht mehr nachdenken. Laut Müller muss das Institut zunächst den Weg zurück in die Rentabilität finden.

Das erste Sparpaket hatte die Commerzbank Anfang August geschnürt. Damals gab sie einen Gewinneinbruch von 76 Prozent für das erste Halbjahr 2001 bekannt. Das Institut strich daraufhin verschiedene IT-Projekte und verhängte einen Einstellungsstopp

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