Commerzbank-Studie: Ökonomen sagen Wirtschaftsminus von bis zu sieben Prozent voraus
Es ist die bislang pessimistischste Prognose für Deutschland: Die Commerzbank rechnet für 2009 mit einem Wirtschaftsminus von bis zu sieben Prozent. Auch für 2010 erwarten die Experten kaum Besserung
Hamburg - Der Konjunktureinbruch in Deutschland fällt nach Einschätzung der Commerzbank-Ökonomen in diesem Jahr weitaus dramatischer aus als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt werde um sechs bis sieben Prozent einbrechen, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie. Damit legt die Commerzbank die bislang pessimistischste Prognose für Deutschland vor.
Handel mit Elektrogeräten: Drastischer Einbruch des BIP im Jahr 2009
Bis Ende des Jahres könnte die Zahl der Arbeitslosen der Analyse zufolge auf knapp über vier Millionen steigen und sich bis Ende 2010 sogar auf rund 4,75 Millionen erhöhen.
Das Bruttoinlandsprodukt werde im zu Ende gehenden ersten Quartal um 3,5 Prozent im Vergleich zur Vorperiode einbrechen und damit wesentlich stärker als am Jahresende 2008, als es mit 2,1 Prozent den stärksten Rückgang seit 1987 gab. Wenig optimistisch sind die Ökonomen für 2010. "Im kommenden Jahr wird es keine Aufwärtsbewegung geben, die den Namen Aufschwung verdient", hieß es.
Auch für den Euroraum und die USA seien die Prognosen nun deutlich gesenkt worden. In den USA und in vielen europäischen Ländern würden die Immobilienpreise bis weit in das kommende Jahr fallen. "Das drückt dort den Konsum und belastet unsere Exporte", sagte Krämer. Der Rezession werde nach ihrem Ende zudem allenfalls eine blutleere Aufwärtsbewegung folgen. Dies werde die Renditen von Staatsanleihen niedrig halten und verhindern, dass sich Aktien nennenswert erholten.
Wirtschaftspolitiker von Koalition und Opposition warnten derweil vor einem Wettbewerb der negativen Prognosen. Ein "verbaler Wettbewerb um die neueste Horrormeldung" bringe niemandem etwas, sagte FDP-Vize Rainer Brüderle dem "Handelsblatt". Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, hatte in der Zeitung selbst eingeräumt, dass Prognosen auch "brandgefährlich" sein könnten. Der "Prognoseabwärtswettlauf" der Forschungsinstitute, Bankanalysten und internationalen Organisationen habe die Wirtschaftskrise noch verschärft.
kaz/Reuters/dpa-AFX
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