Davos-Blog "Amerika ist der Ort, um Geschäfte zu machen"

Mehr Jobs, weniger Arbeitslose und hohe Gewinne an den Börsen: Donald Trump spart bei seinem Auftritt in Davos nicht an Eigenlob. Zugleich bekräftigt der US-Präsident seine rigide Handelspolitik. Alle Ereignisse im Blog.

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Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 Stefan Kaiser   Willkommen beim Davos-Blog ! Die Reporter von SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE berichten hier bis 26. Januar direkt vom Weltwirtschaftsforum in der Schweiz. Dieses Jahr steht das Treffen unter dem Motto „Für eine gemeinsame Zukunft in einer zersplitterten Welt“. Prominentester Gast ist US-Präsident Donald Trump . Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/26/18 3:32 PM Stefan Kaiser Das Weltwirtschaftsforum ist zu Ende. Die meisten Teilnehmer reisen jetzt ab. Wer noch Zeit hat, geht morgen noch Skifahren. Auch die Reporter von SPIEGEL und SPIEGEL Online machen sich nun auf den Heimweg. Wir bedanken uns für Ihr Interesse. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/26/18 1:38 PM Stefan Kaiser Trump endet, wie er Anfing - mit Eigenlob . „Ich war immer sehr erfolgreich darin, Geld zu machen", sagt er. „Dazu braucht man bestimmte Fähigkeiten.“ Und auch die gewohnten Angriffe auf die Presse dürfen nicht fehlen: Bevor er in die Politik ging, habe er nicht gewusst, "wie falsch die Presse sein kann". Dafür erntet er einzelne Buhrufe im Saal. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/26/18 1:35 PM Stefan Kaiser Trump rühmt sich für die wirtschaftliche Entwicklung in den USA. „Es gab 84 Rekorde am Aktienmarkt seit meiner Wahl.“ Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/26/18 1:16 PM David Böcking Trump bekräftigt seine Handelspolitik. “Die USA werden nicht länger massiv unfaire Wirtschaftspraktiken ignorieren”, sagt er. Es gehe um „ fairen und gegenseitigen Handel “ lautet Trumps schon häufiger gehörte Formulierung. Fair heißt nach Trumps Vorstellung auch, dass es keine größeren Handelsüberschüsse gibt, wie Deutschland sie sei langem hat. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/26/18 1:15 PM Stefan Kaiser “Jetzt ist die perfekte Zeit, um Ihr Geschäft und Ihre Jobs in die USA zu bringen”, wirbt Trump. Er habe zahlreiche belastende Regulierungen abgeschafft. Dann kommt er auf das umstrittene „America-First“- Prinzip zu sprechen. „Ich werde immer Amerika an erste Stelle setzen“, sagt Trump,  so wie jeder Regierungschef es mit seinem Land tun sollte. „Aber Amerika zuerst heißt nicht Amerika alleine.“ Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/26/18 1:13 PM David Böcking Trump beginnt, wie von vielen erwartet, mit Eigenlob . Die Wirtschaft boome unter seiner Führung nach "Jahren der Stagnation", der Aktienmarkt gehe durch die Decke, seine Steuerreform sei die wichtigste aller Zeiten. "Amerika ist der Ort, um Geschäfte zu machen." Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/26/18 1:09 PM Stefan Kaiser Klaus Schwab , der Gründer des Weltwirtschaftsforums, begrüßt Trump geradezu überschwänglich. Er gratuliert zur US-Steuerreform , die einen „enormen Schub für die Wirtschaft“ geben werde. Als Schwab sagt, Trumps Politik sei anfällig „für Missverständnisse und unausgewogene Interpretationen “, geht ein Raunen durch den Saal. Das ist hier in Davos sehr ungewöhnlich.   Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/26/18 1:02 PM Klaus Brinkbäumer Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/26/18 1:00 PM David Böcking Donald Trump und Forums-Gründer Klaus Schwab stehen bereits auf der Bühne - in Habacht-Stellung. Denn vor Beginn der Präsidenten-Rede spielt, ja tatsächlich, eine Blaskapelle auf. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/26/18 12:52 PM Stefan Kaiser Um 14 Uhr soll Donald Trump reden - und anders als bei seiner Amtseinführung vor einem Jahr in Washington, muss er sich diesmal wohl nicht über die Besucherzahlen streiten. So voll dürfte es hier in Davos tatsächlich noch nie gewesen sein. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/26/18 10:50 AM Martin Hesse Die starken Kursschwankungen des Dollar  bereiten den Ökonomen Sorgen. Noch vor einem Jahr rechneten viele damit, dass ein Euro bald weniger als einen Dollar kosten würde, jetzt steht er bei 1,25 Dollar. Zuletzt hatte US-Finanzminister Steve Mnuchin den Eindruck erweckt, der schwächere Dollar könne im Sinne Amerikas sein - ein weiteres Mittel, um die US-Wirtschaft anzukurbeln.  In einer Diskussionsrunde zur Geldpolitik maßregelte der französische Notenbanker Benoït Coeuré die Trump-Regierung wegen ihrer Dollar-Kommentare. "Das letzte, was die Welt braucht, ist ein Währungskrieg ", sagte Coeuré , der im Rat der Europäischen Zentralbank sitzt. Die Äußerungen der Trump-Regierung seien nicht hilfreich, weil sie Kursschwankungen verstärkten, bei der Reservewährung Dollar sei das besonders gefährlich. "Diskussionen zu den Wechselkursen müssen im Rahmen der G7 und G20 geführt werden", mahnte Coeuré. Wieder einmal prallen Trumps Alleingänge und das europäische Mantra, sich an multilaterale Absprachen zu halten, aufeinander.   Auch mit Blick auf die Inflation gehen die Meinungen der Ökonomen auseinander. Der frühere Bundesbankpräsident Axel Weber , mittlerweile Verwaltungsratschef der Schweizer Bank UBS, warnte: "Inflation könnte die große negative Überraschung werden in diesem Jahr." Coeuré räumt ein, dass die Preise schneller steigen könnten als erwartet, aber die EZB werde dann schnell reagieren und habe alle Möglichkeiten dazu. Der chinesische IWF-Ökonom Min Zhu hält die Sorgen vor einem schnellen Inflationsanstieg für übertrieben. "Die großen E-Commerce-Plattformen und andere technologische Innovationen üben massiven Druck auf die Preise aus." Man müsse angesichts solch struktureller Veränderungen fragen, ob ein Ziel von zwei Prozent Inflation überhaupt noch sinnvoll sei. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/26/18 8:06 AM Stefan Kaiser Links von Trump SAP-Chef McDermott, rechts Siemens-Boss Joe Kaeser Foto: AP Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/26/18 7:39 AM Stefan Kaiser Guten Morgen aus Davos! Heute endet das Weltwirtschaftsforum – mit einem Auftritt, den alle hier schon seit Tagen mit Spannung erwarten: Um 14 Uhr will US-Präsident Donald Trump seine Vorstellungen der "America-First"-Politik vorstellen. Viele Unternehmensbosse dürften da schon abgereist sein. Einige von ihnen hatten aber gestern Abend schon die Möglichkeit, mit Trump zu sprechen. Der Präsident hatte die Chefs großer europäischer Konzerne zu einem Abendessen eingeladen. Und nach allem, was die Kameras von diesem Essen zeigten, dürfte es kein besonders angenehmer Termin für die Manager gewesen sein. Die mächtigen Männer, die sonst riesige Unternehmen mit Zehntausenden oder Hunderttausenden Mitarbeitern führen, wirkten auf einmal wie Schuljungen, die von Trump der Reihe nach abgefragt wurden, ob sie auch in den USA investierten. Bayer-Vorstandschef Werner Baumann etwa erzählte von einem Milliarden-Investment  – und Trump nickte anerkennend. "Das ist sehr gut. Danke." So ging es weiter durch die Runde. Aus Deutschland waren neben Baumann auch noch die Chefs von Adidas (Kasper Rorsted) und  Thyssenkrupp (Heinrich Hiesinge) dabei. Siemens-Boss Joe Kaeser und SAP-Chef Bill McDermott durften sogar direkt neben Trump sitzen. Was sie dabei wirklich dachten, werden sie wohl für sich behalten. Beim US-Sender CNBC gibt es ein Video der Vorstellungsrunde . Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/25/18 8:11 PM Stefan Kaiser   Der Milliardär George Soros ist als großer Warner bekannt. Im vergangenen Jahr schimpfte er bereits wortgewaltig auf Donald Trump, doch dieses Mal legt der legendäre Investor rhetorisch noch mal eine Schippe drauf. „Nicht nur das Überleben der offenen Gesellschaft, sondern das Überleben der gesamten Zivilisation steht auf dem Spiel“, sagt Soros bei einem Abendessen, zu dem er wie jedes Jahr in Davos eingeladen hat.  Das habe sehr viel mit dem Aufstieg von Staatsführern wie dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un und Trump zu tun. „Beide scheinen einen Atomkrieg riskieren zu wollen, um die eigene Macht zu erhalten.“   Soros ist jetzt 87 Jahre alt – doch sein Wille, die Welt zu verändern scheint ungebrochen. Mit großer Verve trägt er das Redemanuskript vor.   „Die Bedrohung durch einen Atomkrieg ist so entsetzlich, dass wir dazu neigen, sie zu ignorieren“, sagt Soros. „Aber sie ist real.“ Die USA befänden sich auf dem Weg in einen nuklearen Konflikt, weil sie nicht anerkennen wollten, dass Nordkorea eine Atommacht sei.   Als zweite große Bedrohung für die Menschheit nennt Soros den Klimawandel . Es fehle der politische Wille die Erderwärmung zu bekämpfen, insbesondere bei der US-Regierung  „Ich betrachte die Trump-Regierung als Gefahr für die Welt“, sagt Soros. Aber das sei wohl nur ein „vorrübergehendes Phänomen“, das spätestens bei den Wahlen 2020 verschwinden werde. Mindestens genauso heftig wie Trump bekommen es diesmal aber auch die großen IT-Konzerne wie Google und Facebook ab. Sie seien zu immer größeren und mächtigeren Monopolen herangewachsen, die Innovationen mittlerweile behinderten und große Probleme für die Welt schafften. „Unternehmen machen ihre Gewinne, indem sie ihre Umwelt ausbeuten“, sagt Soros. „Bergbau- und Ölkonzerne beuten ihre physische Umwelt aus, Social-Media-Konzerne beuten die soziale Umwelt aus.“ Das sei besonders schändlich, weil diese Konzerne die Menschen beeinflussten, ohne dass diese es bemerkten. „Das hat weitreichende negative Konsequenzen für das Funktionieren der Demokratie, besonders für die Integrität von Wahlen.“ Es drohe eine unheilige Allianz zwischen autoritären Staaten wie China oder Russland und den großen amerikanischen Internetkonzernen.   Am Ende kommt der Investor sogar auf Deutschland zu sprechen, genauer gesagt auf die CSU . In Europa funktionierten die Parteiensysteme nicht mehr, sagt Soros. In Deutschland etwa sei durch den Aufstieg der AfD die CSU so weit nach rechts gerückt, dass die Lücke zur Schwesterpartei CDU zu groß geworden sei. „Das hat das deutsche Parteiensystem solange weitgehend dysfunktional gemacht, bis die CDU und die CSU sich trennen.“ Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/25/18 7:30 PM David Böcking Mehr und bessere Jobs für Frauen: Besonders deutlich hat diese Forderung der kanadische Premierminister Justin Trudeau bei seiner Rede in Davos erhoben. In kleinerem Rahmen spricht Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Donnerstagabend über dasselbe Thema. Zusammen mit dem Deutschlandchef der Unternehmensberatung McKinsey, Cornelius Baur, stellt die CDU-Politikerin die Initiative "Chefsache" vor. Darin haben sich bislang 23 Unternehmen einem ausgewogenen Verhältnis von Frauen und Männern in Führungspositionen verschrieben. Von der Leyen tritt selbst als Arbeitgeberin auf, schon länger will sie mehr Frauen in die Bundeswehr holen. Dabei geht es nur langsam voran: In den vergangenen vier Jahren stieg der Frauenanteil von 10 auf 12 Prozent. Ein Problem, erklären von der Leyen und Baur, sei der sogenannte unconscious bias (in etwa: unbewusste Voreingenommenheit). Auch wenn sich Arbeitgeber dessen nicht bewusst seien, sähen viele Führungsstärke immer noch eher als männliche Eigenschaft und fällten entsprechend Personalentscheidungen. Über ein Fallbeispiel muss von der Leyen nicht lange nachdenken. Nachdem ihre Kabinettskollegin Andrea Nahles die SPD mit kämpferischen Auftritten von Koalitionsverhandlungen überzeugte, lobten Zeitungen wie „Bild“ und „FAZ“ sie als derzeit einzigen „ Kerl “ oder "Mann" der Partei. „Das ist ein Klassiker für unconscious bias“, sagt von der Leyen. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/25/18 5:51 PM Stefan Kaiser Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/25/18 5:49 PM Stefan Kaiser Der Bitcoin-Hype hat auch Davos erreicht. Das Thema Kryptowährungen ist dieses Jahr allgegenwärtig - im offiziellen Programm, aber auch rund um das Kongresszentrum, wo einige  Krypto-Pioniere in Lounges um Aufmerksamkeit werben. Die meisten traditionellen Davos-Teilnehmer - wie Wirtschaftsprofessoren, Banker und Notenbanker - loben zwar die Blockchain , die Technologie hinter dem Bitcoin, werden aber  nicht müde, vor Investments in die Kryptowährung zu warnen. Die Wertschwankungen seien zu groß, und anders als bei anderen Vermögenslagen stehe kein Wert dahinter. Doch es gibt auch Fans der Kryptowährungen. Als Mittel zur Geldaufbewahrung sei Bitcoin sehr effizient, sagt etwa Jennifer Zhu Scott von der Investmentfirma Radian Partners. "Ob die Leute es mögen oder nicht, es wird nicht verschwinden." Sie sieht im Bitcoin einen Weg, sich unabhängig zu machen von Banken und Notenbanken. Doch selbst auch für Zhu Scott ist klar: Von den mehr als 1000 Kryptowährungen, die gerade auf dem Markt sind, werden mehr als 90 Prozent in einigen Jahren verschwunden sein. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/25/18 5:41 PM Klaus Brinkbäumer Manchmal, das kommt in Davos nicht selten vor, wird lange geredet, und alles wirkt so bekannt und starr; doch dann fällt ein Satz, und auf einmal ist da eine Ahnung. Fortschritt? Nein, das Wort wäre zu groß - nur eine Ahnung von Fortschritt.   Benjamin Netanyahu sagte im Gespräch mit Fareed Zakaria vieles, sehr vieles, das nicht neu war. Er schimpfte auf den Atom-Vertrag mit Iran und verteidigte Donald Trumps Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. "Mein Büro ist in Jerusalem", sagte Netanyahu, die Knesset und der Supreme Court seien in Jerusalem; seit 3000 Jahren, seit König David, sei Jerusalem die Hauptstadt: "Präsident Trump machte dadurch Geschichte, dass er die Geschichte anerkannte."   Und Netanyahu bot den Palästinensern an, dass sie sich selbst regieren und eine eigene Flagge und Botschaften haben dürften; für die Sicherheit, also für Polizei und Militär müsse jedoch Israel zuständig bleiben. Das sei "ein neues Modell, ein realistisches Modell". Letzteres stimmt nicht, denn unter diesen Bedingungen wird es keine Zweistaatenlösung geben, das weiß Netanyahu.    Aber dann sagte er, dass er die Palästinenser zu neuen Gesprächen einlade und ihnen etwas anbieten werde. Warum nicht hier und heute, fragte Zakaria. "Ich werde das tun, aber nicht in Davos", das war Netanyahus Satz. Und ein ganz normaler Davos-Satz folgte: "Wenn du Frieden willst, musst du verhandeln."    Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/25/18 4:23 PM Klaus Brinkbäumer Es wäre auch ein schönes Regierungsmotto: "Focus on the main topics, and then deliver", sagte Ursula von der Leyen. Es bräuchte allerdings eine Regierung.  Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/25/18 4:14 PM Klaus Brinkbäumer Der Außerirdische ist da. Donald Trump streifte gerade im Erdgeschoss durch die Hallen des Planeten Davos, wurde fotografiert und bestaunt. Und im ersten Stock diskutiert nun Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen über die Zukunft Europas , diesen von Trumps USA so abrupt verlassenen Kontinent.   2018, sagt der französische Finanzminister  Bruno Le Maire , müsse "ein europäisches Jahr" werden. Polen, das sagt der polnische Premierminister Mateusz Morawiecki , sei willig; "wir brauchen eine Kapitalmarkt-Union", und "Polen ist bereit, dazu beizutragen". Vor den Fragen nach Polens Abschied von der liberalen Demokratie oder nach seiner gleichfalls nicht besonders konstruktiven Flüchtlingspolitik duckt Morawiecki sich weg.  Aber er bittet indirekt um Geduld: Nach dem Zweiten Weltkrieg "hatte Westeuropa das Glück, auf der richtigen Seite des eisernen Vorhangs zu sein. Zentraleuropa hatte dieses Glück nicht".   "Wir haben ein Thema mit Polen", sagt von der Leyen, "aber wir bewundern die Anstrenungungen, die Polen auf sich genommen hat, um der EU beizutreten". Zweierlei würden die Bürger von diesem Europa erwarten. Zum einen "Arbeitsplätze und zum anderen Sicherheit und Verteidigung", so von der Leyen.   Wer aber führt Europa? Frankreich? Ach, mal sei Deutschland einen Schritt voraus und mal Frankreich. "Doch wichtig ist, dass wir Hand in Hand gehen", sagt Le Maire. Ganz egal, Europa müsse ohnehin ein selbststeuerndes Auto werden, bei dem niemand mehr auf dem Fahrersitz hocken müsse, so von der Leyen. Was also wird dafür  gebraucht?   "Multilateralismus, Multilateralismus, Multilateralismus", so OECD-Direktor Angel Gurría, "sagte ich Multilateralismus schon?" Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/25/18 3:17 PM David Böcking Wie geht es weiter nach den Paradise Papers ? Auch über diese Frage wird auf einem Podium in Davos diskutiert. Eine Antwort der Politik auf diese andere Enthüllungen war die sogenannte BEPS -Initiative, die der Steuerminimierung internationaler Konzerne entgegenwirken soll. Doch nicht jeder ist von BEPS überzeugt. Mit der Initiative unter Führung der OECD hätten die Industrieländer "kleine Ausbesserungen" vorgenommen, sagt Winnie Byanyima, Chefin der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam. Dabei blieben aber die Entwicklungsländer und damit "große Teile der Welt" außen vor. Ähnlich sieht es US-Ökonom Joseph Stiglitz . Der Wirtschaftsnobelpreisträger wirft seiner Heimat Scheinheiligkeit vor. Die USA hätten andere Länder zum Austausch von Steuerdaten gedrängt, sogar die lange so verschlossene Schweiz. Das Land selbst aber verweigere solche Transparenz. Das Grundproblem aus Sicht von Sitglitz: Die bisherigen Reformen kämen von Leuten, die selbst von den bisherigen Lücken der Steuersysteme profitierten. Das gelte insbesondere für den Präsidenten. Donald Trump sei ein tax-avoider-in-chief, sagt Stiglitz, also der " oberste Steuervermeider ". Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/25/18 2:54 PM Stefan Kaiser Diese Davoser Bar hat sich schon ganz auf den Besuch aus Amerika eingestellt. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/25/18 2:02 PM David Böcking Über mangelnde Aufmerksamkeit für seine Arbeit kann sich Roberto Azevedo , Chef der Welthandelsorganisation (WTO), derzeit nicht beklagen. „„Die Privatwirtschaft interessiert viel mehr dafür, was wir tun“, erzählt der Brasilianer einer kleinen Journalistenrunde in Davos. Zu verdanken hat Azevedo das vor allem Donald Trump. Nachdem die USA jahrzehntelang die Vorteile des freien Handels predigten, steuert Trump sie auf protektionistischen Kurs. Kurz vor seiner Reise zum Weltwirtschaftsforum verhängte der Präsident Schutzzölle auf Solarzellen und Waschmaschinen. Gegen die Entscheidung kündigte Südkorea am Donnerstag bereits Widerspruch bei der WTO an. Ein übliches Verfahren in solchen Fällen, doch Trumps Handelsminister Wilbur Ross stellte es infrage. Dass die Südkoreaner vor der WTO Recht bekommen könnten, bedeute „nicht, dass es seine richtige Entscheidung ist”, sagte Ross in Davos. Nicht zum ersten Mal kratzten die USA damit am WTO-System, Trump hatte schon im Wahlkampf mit einem Austritt gedroht. Azevedo reagiert darauf mit einer Mischung aus Beschwichtigung und Selbstkritik. Natürlich sei er besorgt, „jeder bei der WTO ist besorgt“. Doch schon vor einem Jahr, kurz vor Trumps Amtsantritt, habe es in Davos ähnliche Diskussionen gegeben. Die schlimmsten Befürchtungen hätten sich seitdem nicht erfüllt. Doch Azevedo räumt auch Reformbedarf ein. Es gebe „ Bereiche der WTO, wo wir besser werden können “, das habe er von vielen Ländern gehört. Als ein Beispiel nennt er das sogenannte Notifizierungsverfahren, mit dem Länder Gesetzesänderungen vorab auf mögliche Verstöße gegen WTO-Vorschriften prüfen lassen. Azevedo sich aber optimistisch, dass die USA nicht wirklich austreten wollen. „Ihre Handlungen passen nicht zu einem Land, welches das System verlassen will.“ Auch die derzeitigen Streitigkeiten mit China seien nichts Neues, sondern typisch für Länder, deren Handel eng verbunden ist. Auf Widerstand trifft die US-Politik freilich auch in Europa. Gegen die US-Steuerreform erhoben europäische Finanzminister bereits Einspruch und drohten dabei indirekt mit einer WTO-Klage. Azevedos Reaktion fällt kühl aus. „Ich verstehe nicht ganz, was die Beschwerden sind“, sagt er. Das müsse erst geklärt werden – natürlich innerhalb der WTO. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/25/18 1:56 PM Stefan Kaiser Kleiner Zwischenstand: Donald Trump ist eben im Kongresszentrum angekommen. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/25/18 1:38 PM Stefan Kaiser Im vergangenen Jahr wollte Theresa May mit dem EU-Austritt Großbritanniens noch die „Welt umarmen“ – heute wollte sie am liebsten gar nichts mehr zum Thema Brexit sagen. Einzig der Hinweis, dass Großbritannien auch danach offen für den freien Welthandel bleibe und neue Handelsabkommen schließen wolle – das war es.    Der Rest ihrer Ansprache klang, als stammte er aus einem Baukasten für Davos-Reden: Ein bisschen Werbung für das eigene Land („Großbritannien wird einer der besten Orte der Welt sein, um ein Unternehmen zu gründen uns wachsen zu lassen“) - und dann noch ganz viel Digitalisierung . Einerseits will May das Vereinigte Königreich zum wichtigen Standort für künstliche Intelligenz machen. Andererseits warnte sie vor den Folgen der Digitalisierung für jene Arbeitnehmer, deren Jobs es vielleicht bald nicht mehr gibt. „Wir können uns nicht zurücklehnen und das dem Arbeitsmarkt überlassen“, sagte May. Es dürfe „keinen einseitigen Deal“ geben, bei dem die Beschäftigten ausgebeutet würden. Auch die großen Online-Konzerne  bekamen noch ein bisschen Schelte ab .  Sie müssten mehr tun, um zu kontrollieren, was auf ihren Plattformen passiert. Terroristische oder sonstige illegale Inhalte müssten automatische gelöscht werden, sagte May. „Dieselben Rechte, die Menschen offline haben, sollten auch online gelten.“   Erst am Ende kam May noch einmal auf das Thema Handel zu sprechen - und damit indirekt auch auf US-Präsident Donald Trump , mit dem sie gleich noch zusammentreffen soll. Jedes Land müsse die Regeln für einen freien und fairen Handel unterstützen, sagt May. "Wir dürfen nicht in verschiedene Richtungen gehen."   Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/25/18 1:07 PM Stefan Kaiser Jetzt spricht die britische Premierministerin Theresa May. Was wird sie zum Brexit sagen? Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/25/18 10:38 AM David Böcking Der US-Präsident ist angekommen - und sorgt schon für Verkehrsprobleme. Eine der Shuttle-Buslinien für Forumsteilnehmer wurde unterbrochen. “Trump ist auf dem Weg ins Interconti”, heißt es zur Begründung. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/25/18 10:06 AM Martin Hesse Die Party der Unternehmensberatung McKinsey gehört zu den begehrtesten Abendveranstaltungen am Rande des Weltwirtschaftsforums. Hier tummelten sich am Mittwochabend unter anderem die Deutsche-Bank-Vorstände Marcus Schenck, Christian Sewing und Karl von Rohr und versuchten bei Bier, Funk-Musik und Tanz die Sorgen ihrer Bank zu vergessen. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/25/18 8:55 AM Stefan Kaiser "Trumps Davos-Moment" schreibt die internationale Ausgabe der "New York Times" heute auf ihrer Titelseite. Das Foto der Anti-Trump-Demonstration dürfte aber nicht wie beschrieben aus Davos stammen, sondern in Zürich aufgenommen worden sein. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/25/18 8:34 AM Stefan Kaiser Guten Morgen aus Davos! Nach dem großen Tag der Europäer gestern, richtet sich ab heute alle Aufmerksamkeit auf den US-Präsidenten. Donald Trump soll noch am Vormittag hier ankommen. In Einzelgesprächen soll er die britische Premierministerin Theresa May und den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu treffen, die beide heute auch offizielle Auftritte in Davos haben. Bundeskanzlerin Merkel dagegen ist bereits am Mittwoch abgereist, ohne Trump zu sehen. Für den Abend hat der US-Präsident ein Abendessen mit europäischen Wirtschaftsbossen organisieren lassen. Wie es heißt, will er sie überzeugen, noch mehr in den USA zu investieren. Es dürfte ein heikler Termin für die Manager werden: So schlecht, wie die meisten von ihnen persönlich über Trump denken (und hinter vorgehaltener Hand reden), so sehr sind auch darauf angewiesen, in den USA Geschäfte zu machen. Für Freitagmittag um 14 Uhr ist dann Trumps offizielle Rede geplant. Normalerweise sind um diese Zeit schon sehr viele Teilnehmer abgereist. Dieses Mal dürften einige noch schnell ihren Flug umgebucht haben, um den US-Präsidenten live zu sehen.  Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 5:47 PM David Böcking Am Ende gibt es Standing Ovations für Macron, er wird von Publikum umringt. Der Präsident hat sehr viele Themen gestreift, doch zu seinen wichtigsten Botschaften gehörte: Mit Frankreich ist wieder zu rechnen, die Globalisierung muss sozialer werden und gemeinsam ist die Weltgemeinschaft stärker. Gerade Letzterem dürfte in Davos kaum jemand widersprechen. Allerdings hätte man sich wohl an so mancher Stelle mehr Details gewünscht - etwa zu Macrons Reformideen für die EU, die längst auch die Bundesregierung beschäftigen. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 5:31 PM David Böcking Es ist ein ganz schön weiter Bogen, den Macron da schlägt. Das anfangs sehr wohlwollende Publikum wirkt etwas ermattet, die ersten Zuhörer verlassen den Saal. Der französische Präsident reißt trotzdem noch ein neues Thema an: Auch im sogenannten Kampf gegen den Terrorismus dürfe sich die Welt nicht auseinanderdividieren lassen. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 5:28 PM David Böcking Geht es nach Macron, dann soll der Internationale Währungsfonds künftig das gesamte Finanzsystem überwachen - auch Kryptowährungen wie Bitcoin . Mehr Regulierung wünscht er sich auch beim Klimaschutz: Die EU müsse endlich einen Mindestpreis für CO2 festlegen. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 5:23 PM David Böcking Macron plädiert für einen verstärkten Kampf gegen Steueroptimierung. Der soll auch die großen Digitalkonzerne betreffen. Macron nennt keine Namen, doch es ist klar, wer gemeint ist: Unternehmen wie Apple oder Amazon, die ihre enormen Gewinne auch geschickten Steuersparmodellen verdanken. Zur Bewertung wechselt Macron aus dem Französischen noch mal schnell ins Englische: " It's an unfair model ." Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 5:20 PM David Böcking Es wird richtig visiönar. Macron fordert einen " neuen Gesellschaftsvertrag auf Weltebene " und fordert, der Kapitalismus müsse wieder den Wert des Teilens entdecken. Konkret heiße das unter anderem "eine wesentlich koordiniertere Haushaltspolitik". Damit ist der Präsident bei seinen Reformforderungen an die EU , die sich insbesondere an Deutschland richten. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 5:17 PM Barbara Hans Motor der Entwicklung: Bildung. Allen voran für Mädchen. ‚Wir werden deutlich in Bildung investieren‘, sagt Macron. Das sei die Voraussetzung, um eine Spaltung der Welt zu verhindern. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 5:11 PM Barbara Hans ‚Wachstum ist kein Selbstzweck’, so Macron Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 5:08 PM David Böcking Macron wechselt ins Französische, doch thematisch wird er jetzt globaler. „Unsere Gesellschaften sind zersplittert“, echot er das diesjährige Motto des Forums. Staaten müssten gemeinsam ihre Bemühungen um sozialen Zusammenhalt stärken, etwa durch Steuerpolitik. Aber es dürfe dabei keinen Wettlauf nach unten oder Protektionismus geben – ein weiterer Seitenhieb in Richtung USA. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 5:02 PM Barbara Hans Er stimme sich eng mit Angela Merkel ab, sagt Macron. Europa brauche einen Plan, eine Idee. "Ich bin nicht naiv" , sagt er. Die Umsetzung werde nicht schnell gehen. ‚Aber wir müssen uns mehr Mühe geben.‘ Wer sich nicht bewegen wolle, keine Veränderung wolle, der solle nicht die anderen blockieren. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 5:00 PM David Böcking "Ich sage oft: In Frankreich war es verboten zu scheitern - und erfolgreich zu sein": Noch eine Aussage, mit der Macron erfreute Lacher erntet. Schließlich sitzen im Saal viele Unternehmer und Wirtschaftspolitiker, denen Risikobereitschaft als wichtiger Wert gilt. Die französische Wirtschaft mit ihrem großen Staatssektor hat freilich ein eher behäbiges Image. Doch Macron versichert: "Frankreich ist eine Nation der Unternehmer." Und dann, noch deutlicher: " Frankreich ist zurück! " Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 4:57 PM Barbara Hans Macron skizziert, wie er Frankreich verändern will, welche Bedeutung der Umweltschutz hat. Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg seien keine Gegensätze, sagt er. Er nennt es das "Make our planet great again"-Programm . Applaus. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 4:53 PM David Böcking Energie, Wohnungsbau, Transport: Macron zählt ein Reformprojekt nach dem anderen auf. Es sind die Arten von Botschaften, die man im Davoser Publikum gerne hört. Schon bald gibt es erstmals Szene-Applaus: Als Macron seine Ankündigung wiederholt, bis 2021 alle Kohlekraftwerke stillzulegen . Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 4:49 PM David Böcking Lange habe die französische Politik nur ein Ziel gekannt, sagt Macron: „Die Leute vor Veränderungen zu schützen.“ Doch manchmal müsse man stattdessen den Wandel beschleunigen . Das soll unter anderem durch eine Bildungsoffensive, mehr Forschungsausgaben und die Ende vergangenen Jahres verabschiedete Steuerreform gelingen. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 4:44 PM Barbara Hans Es brauche ,vereinte Kräfte‘, um Lösungen zu finden, die Globalisierung zu gestalten. Wie bereits Merkel, so spricht auch Macron über die Schwierigkeiten in seinem eigenen Land, Wandel zu ermöglichen, die Globalisierung zu gestalten, eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 4:41 PM David Böcking Die Schlange war lang, der Saal ist voll: Der Auftritt von Emmanuel Macron gehört zu den meistbeachteten in Davos. Forumsgründer Klaus Schwab begrüßt den französischen Präsidenten wie einen Heilsbringer. In nur acht Monaten habe er seinem Land „neues Leben eingehaucht“. Macron gewinnt das Publikum gleich mit einem Seitenhieb auf Donald Trump : Der viele Schnee in davos könne einen an der Erderwärmung zweifeln lassen, sagt er. „Zum Glück haben Sie niemanden eingeladen, der am Klimawandel zweifelt.“ Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 4:35 PM Barbara Hans Emmanuel Macron auf der Bühne in Davos Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 4:33 PM Barbara Hans Im vorderen Bereich des Auditoriums hat John Kerry Platz genommen, der frühere Außenminister der USA. ‚You are great, Mr. Kerry‘, sprachen ihn Menschen auf dem Weg in die Kongresshalle an und baten um Selfies. Auch das ist Davos. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 4:29 PM Klaus Brinkbäumer Die Bundeskanzlerin kann reden. Sie kann das wirklich: aussprechen, was sie fühlt und sieht, fürchtet und hofft. Sie kann auch dies: erklären, welche Prioritäten sie hat, welche Wege sie sieht und welche Hindernisse.   Warum tut sie es so selten?   Hier in Davos hielt Angela Merkel eine Rede, die inhaltlich an die Beiträge der Herren Modi, Trudeau und Gentiloni anschloss. Für den Multilateralismus, gegen Protektionismus . Progressiv und nur ein kleines bisschen konservativ. Merkel reihte sich ein: hier wir Weltbürger von Davos; dort Donald Trump. Da baut sich nun etwas auf, denn jeder Redner und jede Rednerin fügt einen Baustein hinzu - leicht wird es Trump am Freitag nicht haben, da der Rest des Westens die Reihen zu schließen scheint.   Merkel hielt aber auch eine Rede über Deutschland . Sie warf mit dem Wort "digital" um sich, und sie entwarf ein doppeltes Deutschland-Bild. Erstens: wie das Land sein sollte. Zweitens: wie es ist.    Erstens also: Die Digitalisierung soll im Bildungssystem und im Staat und in der gesamten Gesellschaft wirklich ankommen und angenommen werden, "lebenslanges Lernen" soll selbstverständlich werden. Ein "Ökosystem für Start-ups", so Merkel, soll entstehen. Die "soziale Marktwirtschaft 4.0" soll entworfen werden, Leitfrage: "Wie nehmen wir jeden mit?" Merkels Deutschland soll ein europäisches sein, natürlich, zu einer geschlossenen Außenpolitik soll es ebenso beitragen wie zu einer echten Kapitalmarkt- und Bankenunion.    Zweitens jedoch: Das Land, das die Kanzlerin sieht, ist nicht gut genug. "Bei uns funktioniert alles einigermaßen", sagte Merkel. Die Menschen seien nicht so beweglich und auch nicht so tolerant und nicht einmal so lernwillig, wie sie sein müssten - dies sagte die Kanzlerin explizit nicht, es schwang ungesagt mit. "Gar nicht so einfach" sei es, "den Menschen beizubringen", wie die Anforderungen sich veränderten, so sagte es Merkel. Zwei Probleme gebe es nämlich: Eben weil ja heute alles so einigermaßen funktioniere, sei es schwer zu verstehen, dass es morgen nicht mehr funktionieren werde; und dies sei für eine alternde Bevölkerung ganz besonders schwer. Die Kanzlerin sagte an einer frühen Stelle ihrer Rede sogar, dass Estland besser als Deutschland sei, dynamischer und entschlossener nämlich.    Sie lächelte viel. Sie verband ihre vielen Hauptsätze mit einem durchaus schwungvollen "und". Müde wirkte sie nach all den durchverhandelten Berliner Nächten nicht. Preisfrage: warum also, vor Davos, diese Monate des Schweigens? Die Erläuterungen ihres Handelns kommen zu selten , sind zu karg. Hat das so einigermaßen funktionierende Land dankbar zu sein, wenn seine draußen in der Welt so beliebte Kanzlerin zu ihm spricht?       Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 4:28 PM Barbara Hans Gott sei Dank Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 4:22 PM Barbara Hans Normalerweise ist es so: Neben dem Gast sitzt auf der Bühne Klaus Schwab, der Gründer des WEF. Nun kommt Macron. Und wo sitzt der? Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 4:14 PM David Böcking Auch das gibt es in Davos: Unisex-Toiletten. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 3:47 PM David Böcking Finden Sie es okay, wenn Ihre Wähler bald mehr für Waschmaschinen zahlen müssen? Das wird der republikanische Kongressabgeordnete Kevin McCarthy auf der großen Bühne des Davoser Kongresszentrums gefragt. Hintergrund ist die aktuelle Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Schutzzölle auf importierte Waschmaschinen und Solarzellen zu erheben. McCarthys Antwort: Preissteigerungen im nächsten Monat kümmerten ihn deutlich weniger als, "dass meine Gemeinde Arbeitsplätze fürs kommende Jahrzehnt haben". Der bisherige Handel mit Ländern wie China sei unfair abgelaufen. So untersage China beispielsweise den Verkauf von Folien für Solarzellen aus US-Produktion. Auch die anderen Diskussionsteilnehmer verteidigen Trumps Politik als rational. Heimatschutzministerin Kristjen Nielsen weist die Kritik an Trumps kontroversen Äußerungen über Immigranten aus "Drecksloch"-Ländern zurück. "Das ist fälschlicherweise als Debatte über Länder dargestellt worden", sagt Nielsen. Dabei sei es Trump um individuelle Immigranten gegangen. Wenn diese eine Gefahr darstellten, dürften sie eben nicht ins Land. Vielleicht am deutlichsten stellt sich Transportministerin Elaine Chao vor ihren Chef: Davos sei ein Ort zum Diskutieren. "Wer ihm nicht zuhören will, kann gehen ." Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 2:08 PM Stefan Kaiser Zum Abschluss des Gesprächs mit Gastgeber Klaus Schwab, kommt Merkel auf die politische Lage in Deutschland zu sprechen und sagt mit Blick auf die lange Regierungssuche: "Ein Land, dass seinen Beitrag leisten will zur Globalsierung, sollte auch rund um die Uhr handlungsfähig sein." Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 2:01 PM Barbara Hans ‚Sie müssen jeden Menschen einzeln sehen, das ist mühsam", sagt Merkel. Wenn man Vorurteile als Erstes parat habe, profitierten die Rechtspopulisten. Für diesen Appell bekommt Merkel Applaus. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 1:57 PM Barbara Hans Wie kann der Multilateralismus gestärkt werden? ‚Man muss Geduld haben‘, sagt Merkel. Schnelle Lösungen seien vor allem nationale Lösungen. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 1:54 PM Barbara Hans Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 1:50 PM Barbara Hans ‚Wenn Sie mir noch die Daumen drücken, dass wir bald eine Regierung bilden können...‘ - so schließt Merkel ihre Rede in Davos. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 1:50 PM Stefan Kaiser Den Brexit sieht Merkel als „Problem“: „Wir bedauern alle sehr, dass Großbritannien nicht mehr Teil dieser Europäischen Union sein wird“, sagt sie. „Wir wollen eine gute Partnerschaft“. Es liege in der Hand der Briten, wie eng diese Partnerschaft werde. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 1:48 PM Barbara Hans Beim Thema Sicherung der Aussengrenzen nimmt Merkels Rede Fahrt auf. ‚Wir haben uns einfach sicher gefühlt‘, sagt sie. Nun gehe es darum, die Beziehungen zu den Nachbarländern zu gestalten. Innerhalb und außerhalb Europas. ‚Wir haben als Europäer eine tiefe Schuld gegenüber den afrikanischen Ländern - und zugleich ein tiefes Interesse.‘ Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 1:45 PM Stefan Kaiser Angela Merkel spricht auf Deutsch, doch ihre Rede ist vor allem an das internationale Publikum gerichtet. Sie wirbt für Europa und den „multilateralen Ansatz“. wie sie sagt. „Wir glauben, dass Abschottung uns nicht weiter führt“, sagt die Bundeskanzlerin. Protektionismus sei nicht die Lösung. Ein klares Signal auch an US-Präsident Donald Trump , der hier am Freitag auftreten wird. Merkel nennt die Migration und die Digitalisierung als große Herausforderungen. „Viele dieser Probleme sind nur in einer europäischen Kooperation zu lösen“, sagt sie – und hat ein Lob für den französischen Präsidenten Emmanuel Macron parat, der hier am späteren Nachmittag auftreten wird. Mit ihm, so sagt Merkel, sein „noch mal neuer Schwung in die europäische Integration gekommen“. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 1:43 PM Barbara Hans Wem gehören die Daten? Das wird, so Merkel, eine der entscheidenden Fragen der europäischen Integration sein. Eine weitere: die Außenpolitik. Europa müsse vor allem in diesem Bereich zusammenarbeiten, wie auch in der Sicherheitspolitik. ‚Wir müssen mehr Verantwortung übernehmen‘, appelliert Merkel und prangert die Versäumnisse der Vergangenheit an. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 1:36 PM Barbara Hans ‚Auch in Deutschland gibt es eine Polarisierung‘, sagt Merkel. Sie hoffe, dass es bald gelinge, eine Regierung zu bilden. Innere Spaltung, so Merkel, führe zu Rückzug. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 1:30 PM Martin Hesse Paolo Gentiloni eröffnet die Reihe der europäischen Regierungschefs, die an diesem Nachmitttag nacheinander auftreten. Und der Italiener gibt den Ton vor, den viele Teilnehmer auch von Angela Merkel und Emmanuel Macron erwarten: "Bitte handle, Europa!"   Europa sei wirtschaftlich enorm stark, aber habe nicht das politische Gewicht, das es haben sollte. "Dies ist die Chance , die wir in den kommenden Monaten ergreifen müssen." Alle, die auf eine finale Krise der EU gewettet haben, hätten verloren. "Die EU ist da. Wir müssen jetzt entschlossen auf eine stärkere politische Union drängen." Es gehe darum wirtschaftliche  Freiheit und sozialen Zusammenhalt miteinander zu verbinden. Die Schere zwischen reich und arm sei weiter aufgegangen, auch in Italien. Das müsse sich ändern. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 1:29 PM Barbara Hans ‚Haben wir wirklich gelernt aus der Geschichte?‘, fragt Merkel zum Auftakt ihrer Rede. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 1:27 PM Barbara Hans Zum zehnten Mal ist Angela Merkel zu Gast beim WEF Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 11:44 AM Stefan Kaiser Prominente Absage: Von unserem Brüssel-Korrespondenten Markus Becker hören wir gerade, dass EU-Kommissions-Präsident Jean-Claude Juncker nicht wie geplant nach Davos kommt. Er muss wegen eines Magen-Darm-Infekts zu Hause bleiben. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 11:34 AM David Böcking Der Welt droht die Fragmentierung: So lautet die These des diesjährigen Weltwirtschaftsforums. Nach Belegen dafür müssen Spanier nicht lange suchen. Schließlich stellte Kataloniens Unabhängigkeitsreferendum im Oktober die Einheit des regional ohnehin gespaltenen Landes infrage. Es hätte nahegelegen, dass der spanische König Felipe VI. diese K-Frage bei seinem ersten Auftritt in Davos zum zentralen Thema macht. Er komme gleich zum Thema, verspricht der Regent denn auch. Und das lautet: „ Spanien ist ein großartiges Land .“ Es folgt eine Aufzählung, die direkt von der spanischen Außenwirtschaftsagentur kommen könnte: Wichtigste Tourismusbranche der Welt, unterdurchschnittliche Kriminalitätsrate, überdurchschnittliche Lebenserwartung und so weiter. Irgendwann kriegt Felipe dann doch noch die Kurve nach Katalonien. Das Referendum sei ein Versuch gewesen, die spanische Verfassung zu unterminieren. Doch die sei „ nicht einfach eine Verzierung “, sondern verdiene „höchsten Respekt“. Das war es dann auch schon wieder. Felipe plädiert dann noch für mehr europäische Integration, für die es unter seinen Landsleuten viel Unterstützung gebe. Einen Rückschritt der EU dürfe man „nicht erlauben“. Auf neue Gedanken zu Spaniens eigenen Integrationsproblemen wartet man in Davos jedoch vergebens. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 11:09 AM Stefan Kaiser Die Promenade ist eigentlich die Geschäftsstraße von Davos, mit allerlei Modeläden und Cafés. Doch während des Weltwirtschaftsforums verwandelt sich die Straße, viele der Geschäfte werden von Konzernen oder staatlichen Agenturen angemietet, die für Ihre Marke oder ihr Land werben wollen. So wird aus einem Schuhgeschäft das Ukraine Haus - übrigens direkt gegenüber des (deutlich größeren russischen Hauses. Im Café Schneider hat sich die indische Delegation eingemietet und in der rustikalen Chämi Bar wirbt man jetzt für Indonesien. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 9:46 AM Martin Hesse Heile Welt in Legoland . Beim Frühstück der Unternehmensberatung Bain haben sich alle lieb und Lego-Chairman Jørgen Vig Knudstorp plaudert aus dem Nähkästchen, wie es beim dänischen Spielzeugkonzern zugeht. Die Firmenphilosophie besage, dass Spielen die überlegene Form der Unternehmensentwicklung sei. 12.000 Teile haben sich die kreativen Spieler aus dem Norden auf diese Weise mittlerweile ausgedacht. Die Eigentümerfamilie Kristiansen kümmere sich um das Unternehmen wie die Königin um Dänemark, sagt Knudstorp. Aber Innovationen beäugen die Eigner offenbar kritisch. "Neulich kam ein Familienmitglied zu mir und fragte, warum ich einen orangefarbenen Legostein vor dem Büro liegen habe", erzählt Knudstorp. "Ich sagte, warum fragen Sie? Die Antwort war: Na ja, Orange gehört nicht zu unseren fünf Grundfarben." Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 9:33 AM David Böcking Ist Donald Trumps Davos-Besuch eine Art Versöhnungstour? Wer das vermutet hatte, wird schon am Mittwochmorgen eines Besseren belehrt. Da geben Trumps Handelsminister Wilbur Ross und sein Finanzminister Steven Mnuchin einen Ausblick auf die US-Agenda beim Weltwirtschaftsforum. Filmkameras sind nicht erlaubt, die Aussagen der Minister aber sind on the record – und sie haben es in sich. Es beginnt noch eher versöhnlich. Trumps "America First"-Politik richte sich nicht gegen andere Länder, behauptet Mnuchin. "Es geht nicht nur darum, was gut für die USA ist, sondern auch darum, was gut für den Rest der Welt ist." Das bezweifeln allerdings in Europa und andernorts viele Politiker. Gegen Trumps Steuerreform etwa haben die Finanzminister der wichtigsten EU-Länder Einspruch erhoben und indirekt sogar mit Klagen vor der Welthandelsorganisation gedroht. Das will Ross nicht auf sich sitzen lassen. Es sei "lustig, dass jemand sich über eine Steuersenkung als Handelshindernis beschwert", sagt der 80-Jährige. Dann wirft er den Kritikern Scheinheiligkeit vor. Es gebe "viel Freihandelsrhetorik von Ländern, die ziemlich protektionistisch handeln". Trumps Minister sind ziemlich auskunftsfreudig, lassen auffallend viele Fragen zu. Eine davon liegt auf der Hand: Drohen durch die US-Politik neue Handelskriege ? Jetzt dreht Ross noch mal auf: "Handelskriege werden jeden Tag geführt", sagt er. "Der Unterschied ist, dass die US-Truppen jetzt an den Festungswall kommen ." Wird Trump diesen Tonfall bei seinem Auftritt am Freitag noch überbieten? Denkbar ist alles. "Der Präsident macht alle Änderungen an seiner Rede selbst", sagt Mnuchin. "Sie wird ganz von seinen Gedanken getrieben." Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 7:35 AM Stefan Kaiser Gut, dass es Schilder gibt. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/24/18 5:33 AM Stefan Kaiser Guten Morgen aus Davos! Bevor am Donnerstagmorgen US-Präsident Donald Trump anreist, gehört der Tag heute noch mal fast ganz den Europäern. Die Staats- beziehungsweise Regierungschefs der drei EU-Kernländer Frankreich, Deutschland und Italien werden am Nachmittag ihre Reden halten. Als erster ist um 13:50 Uhr der italienische Premierminister Paolo Gentiloni an der Reihe, direkt danach folgt  Bundeskanzlerin Angela Merkel und ab 17:30 Uhr dann Frankreichs Präsident Emmanuel Macron . Außerdem wird zuvor noch Spaniens König Felipe sprechen. Das Signal ist klar: Europa soll sich auch angesichts des Trump-Besuchs geeint präsentieren. Und Bundeskanzlerin Merkel will der Welt zeigen: Wir sind auch noch da - und wir sind auch bald wieder handlungsfähig. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/23/18 5:45 PM David Böcking Justin Trudeau versteht sich als Vorreiter der Gleichberechtigung - das wurde bereits klar, als er sein Kabinett zur Hälfte mit Frauen besetzte. Auch in Davos redet der kanadische Premierminister den versammelten Unternehmenslenkern ins Gewissen: Stellt mehr Frauen ein! Das sei nicht nur eine nette Geste, sagt Trudeau. "Es ist die smarte Entscheidung ." Der Premier zitiert eine Studie, wonach allein die kanadische Wirtschaftsleistung um rund 150 Milliarden Dollar wachsen könnte, wenn Frauen mehr und bessere Jobs bekämen. Auch die #MeToo-Debatte lässt Trudeau nicht unerwähnt: Sexuelle Belästigung sei "ein Systemproblem und inakzeptabel". Es ist einer von vielen Sätzen, die man so von Donald Trump wohl nie hören wird. Das gilt auch für Trudeaus Bekenntnis zum Freihandel. Gerade haben Kanada und zehn weitere Staaten angekündigt, trotz des Ausstiegs der USA ein transpazifisches Freihandelsabkommen zu besiegeln. "Das heute in Tokio erzielte Abkommen ist der richtige Deal" verspricht Trudeau - das gelte auch für die kanadischen Arbeitnehmer. Donald Trump hingegen hält den Freihandel für einen Jobkiller zulasten amerikanischer Arbeiter. Neben dem Ausstieg aus TPP und dem De-facto-Aus für das transatlantische Abkommen TTIP will er deshalb auch die US-Mitgliedschaft in der nordamerikanischen Freihandelszone Nafta neu verhandeln. Damit scheint Trump auch seinen meist so lässigen Kollegen in Atem zu halten. "Wir arbeiten sehr hart daran, dass unser südlicher Nachbar erkennt, wie gut Nafta ist", erklärt Trudeau unter Gelächter. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/23/18 4:50 PM Martin Hesse Den Harvard-Ökonomen Kenneth Rogoff scheint der bevorstehende Besuch Donald Trumps in Davos eher zu amüsieren. "Es überrascht mich, dass er kommt", sagt Rogoff. "Ich vermute, er versteht gar nicht, dass ihn die Leute hier nicht so mögen." Was er von Trump erwartet? Nicht viel. "Ich denke, er wird sich auf die Brust klopfen und stolz sein, dass er mit seiner Steuerreform die Aktienkurse nach oben getrieben hat." Rogoff hält nicht viel von dem amerikanischen Präsidenten. Aber ein Gutes habe er doch. " Trump wird helfen, Europa wieder zu vereinen , gerade weil er es aufbrechen möchte." Ob der Ökonom recht hat, könnte sich schon am Mittwoch zeigen, wenn nacheinander Paolo Gentiloni, Angela Merkel und Emmanuel Macron die Bühne in Davos betreten, die Regierungschefs von Italien, Deutschland und Frankreich. Gelingt ihnen ein gemeinsames Signal der Stärke Europas? Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/23/18 4:22 PM Stefan Kaiser Müssen die Unternehmen den Kapitalismus verbessern, wenn die Staaten es nicht tun? Auch darüber wird hier diskutiert. Der US-Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz nennt Deutschland als historisches Vorbild für einen Kapitalismus, der nicht nur Aktionäre, sondern auch andere Teile der Gesellschaft berücksichtige. Die vertretenen Top-Manager verweisen darauf, dass es oft gar nicht so einfach sei, eine langfristige Strategie zu entwickeln, die allen nutze. "Die Investoren werden schnell ungeduldig", sagt Indra Nooyi , Chefin des Getränkeriesen Pepsi. Und Renault-Nissan-Chef Carlos Goshn warnt: Wenn man keine kurzfristigen Ergebnisse liefere, werde man sich den Luxus einer langfristigen Strategie gar nicht leisten können.         Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/23/18 11:27 AM Klaus Brinkbäumer Eine Rede wie eine Predigt an die Menschheit: "Wir", sagte Indiens Premierminister Narendra Modi , hätten uns von einem Konsum, der auf Bedürfnissen gründe, zu einem Konsum, der auf Gier gründe, entwickelt. "War das aber wirklich Entwicklung, oder war das unser Absturz?" Und "wir", so Modi, "hätten Solidarität zeigen" und den Klimawandel ernsthaft bekämpfen müssen. "Haben wir das getan? Und warum nicht?" Das Weltwirtschaftsforum wurde mit einer Rede eröffnet, die ein Plädoyer für ein Zusammenspiel der Nationen war. Für den Multilateralismus. Gegen die drei Gefahren unserer Zeit, die Modi im Klimawandel, im Terrorismus und in der Abgrenzung, also im Isolationismus sieht. Viele Brüche, viele Risse gebe es in der Welt, sagte er. Dagegen würden vier Schritte helfen: gemeinsames Handeln der großen Nationen, deren "Konkurrenz nicht zu Mauern" führen dürfe; eine internationale Ordnung mit klaren Regeln; eine Stärkung und Demokratisierung der Weltorganisationen Uno oder WTO, die so zu gestalten seien, dass sie den Kräfteverhältnissen von 2018 entsprächen; und mehr Tempo in der technologischen Entwicklung im Kampf gegen Armut und Klimawandel.  Kitschig war Modis Rede schon auch. "Freunde", so adressierte er sein Publikum im Forum von Davos. Als "Familie" bezeichnete er die Menschheit: "Lasst uns alle zusammenkommen und den Himmel der Freiheit erschaffen", das sagte er wirklich. Und doch, Modi traf das große Thema der Gegenwart. Mit keinem Wort erwähnte er Donald Trump . Aber mit jedem einzelnen Satz entwarf er ein Gegenbild. Gandhi, sagte Modi, habe Indien gelehrt, Fenster und Türen nicht zu schließen, sondern den Wind hereinzulassen. Es wird in Davos also einen schönen Spannungsbogen geben, von dieser Eröffnungsrede hin zu Trumps Abschlussrede am Freitag.  Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/23/18 9:42 AM David Böcking Eröffnet wird das Weltwirtschaftsforum dieses Jahr von Indiens Premierminister Narendra Modi. Die indische Presse berichtet - mit goldenen Mikrofonen . Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/23/18 9:25 AM Stefan Kaiser In den USA eilen die  Aktienmärkte von einem Rekord zum nächsten, und auch in Deutschland hat der Dax gerade ein neues Allzeithoch erreicht. Wie lange kann das noch gut gehen, fragt man sich auch hier in Davos. Der US-Ökonom Kenneth Rogoff ist skeptisch: Er rechnet damit, dass die Inflation 2018 in den USA und anderswo anziehen wird und deshalb auch die Notenbanken die Zinsen schneller wieder erhöhen werden, als die meisten Marktteilnehmer derzeit glauben. Eine solche negative Überraschung könnte das Ende des Aktienbooms bedeuten.   Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/23/18 9:14 AM David Böcking Von der Idylle eines Alpendorfes bleibt wenig übrig, wenn in Davos einmal im Jahr die Welt-Elite einfällt. In diesem Jahr aber ist es auf den Straßen besonders chaotisch . Nach starken Schneefällen staut sich der Verkehr auf den zwei schmalen Hauptstraßen des Dorfes, die Anreise mit Shuttlebussen verzögerte sich für viele Teilnehmer um Stunden. Die in Davos gerne verkündeten Appelle zum Umweltschutz erscheinen angesichts der Blechlawinen etwas hohl. Immerhin: Die Forums-Mitarbeiter sind alle per Zug aus ihrem Hauptquartier in Genf angereist - in diesen Tagen ohnehin das zuverlässigere Verkehrsmittel. Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/23/18 8:40 AM Stefan Kaiser Schon am Montagabend wurden übrigens die sogenannten Crystal Awards vergeben, die traditionell an Showstars gehen und diese für ihr soziales Engagement ehren. Einen der Preise bekam Schauspielerin Cate Blanchett - überreicht wurde er von Hilde Schwab, deren Mann Klaus das Weltwirtschaftsforum gegründet hat (Foto: Reuters).   Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/23/18 8:28 AM Stefan Kaiser Obwohl Donald Trump erst am Freitag reden wird, prägt sein Besuch das Treffen von Beginn an. Worum es dem US-Präsidenten mit seinem Auftritt in Davos gehen dürfte, haben wir in einem Auftakttext beschrieben: Es ist vor allem ein Kräftemessen. Mehr dazu lesen Sie hier .   Schon jetzt ist jedenfalls alles bereitet – der Luftraum über Davos ist weiträumig gesperrt, die Scharfschützen stehen auf den Dächern der Hotels, und der Secret Service war eh schon längst hier. Trump kann also kommen. Übernachten soll er dem Vernehmen nach im Hotel Intercontinental am Ortsrand von Davos. Vom Flughafen Zürich aus soll ihn sein Hubschrauber Marine One voraussichtlich am Donnerstag in die Berge bringen – der Helikopter wurde bereits in der vergangenen Woche mit einem Transportflugzeug nach Zürich verfrachtet.   Hotel Interconti (Foto: Reuters) Davos Weltwirtschaftsforum Blog 2018 1/23/18 6:22 AM Stefan Kaiser Mehr als 400 offizielle Veranstaltungen gibt es dieses Jahr im Programm. Außer US-Präsident Donald Trump werden auch der französische Präsident Emmanuel Macron , Bundeskanzlerin Angela Merkel und die britische Premierministerin Theresa May sprechen. Höhepunkt des heutigen Tages dürfte die Eröffnungsrede des indischen Regierungschefs  Narendra Modi sein.   Neben den Reden wird es in den kommenden Tagen viele weitere Diskussionsrunden zu Fachthemen geben. Im Mittelpunkt wird dabei zum Beispiel die Frage stehen, wie der künftige Welthandel geordnet sein soll. Das Wort "trade" kommt immerhin in elf Veranstaltungstiteln oder -beschreibungen explizit vor. Ebenso oft schafft es das Wort " gender"  (Geschlecht) ins Programm.  " Diversity"  (Vielfalt) ist immerhin fünfmal vertreten – ein Zeichen dafür, wie viele gesellschaftliche Themen das Wirtschaftstreffen mittlerweile beschäftigen.   Der wohl größte Hype wird aber um das Thema künstliche Intelligenz gemacht: 14-mal findet sich der Begriff ("artificial intellingence") in Veranstaltungsbeschreibungen. Und wer als hippes Unternehmen etwas auf sich hält, veranstaltet am Rande des Treffens mindestens eine "Blockchain-Night".   Manch alte Klassiker haben es dagegen schwer: Das Wort  "Banken"  kommt im Programm genau einmal vor. Show more Tickaroo Liveblog Software


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