Davos Manager testen ihre Terrortauglichkeit

Wie es sich wohl anfühlt, Flüchtling in einem Camp zu sein? Oder von Rebellen überfallen zu werden? Die Uno bietet hochrangigen Managern am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos die Möglichkeit, das Leben in Gefahr mal kennen zu lernen. Milliardär Richard Branson nutzte die Chance.


Hamburg - Es klingt wie ein Räuberspiel kleiner Jungen, bloß ist es für gestandene Männer: Die Vereinten Nationen bieten Gästen des Weltwirtschaftsforums in Davos ein paar Abenteuerspiele an. So können sich Interessierte auf einem simulierten Minenfeld bewegen, durch ein Kriegsgebiet stapfen, das Leben im Flüchtlingszelt nachempfinden oder sich von Rebellen und Terroristen überfallen lassen.

Nach Angaben der Uno-Flüchtlingsagentur UNHCR sei es das Ziel, bei den hochrangigen Persönlichkeiten das Bewusstsein für die globalen Herausforderungen zu schärfen.

Es ist ein etwas außergewöhnlicher, um nicht zu sagen makaberer "Themenpark", den die Organisatoren ganz in der Nähe des Kongresszentrums aufgebaut haben. Das Interesse ist groß, viele Forumsteilnehmer schauen dort vorbei, darunter natürlich auch Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon, und, welch Wunder, der britische Abenteurer Richard Branson, Milliardär, Unternehmer und Ballonfahrer. Der hat schon mal den Atlantik in einem Heißluftballon überquert und war auch sonst nicht gerade zimperlich, wenn die Gefahr rief.

Der Gründer und Chef der Fluggesellschaft Virgin Atlantic Airways ließ sich nicht die Chance nehmen, sich in Davos von Rebellen überfallen und mit Gewehren bedrohen zu lassen - ein bisschen Nervenkitzel muss bei all dem drögen Gerede über Weltwirtschaftskrise wohl sein. Begleitet wurde Branson von mehreren anderen Unternehmern und Politikern.

So ganz geheuer war ihm dabei aber offensichtlich nicht: Als "Rebellen" in Flecktarnuniform in den Raum stürmten und den 58-Jährigen mit Gewehren bedrohten, blickte er doch etwas verwirrt in die Kamera des Fotografen, der zufällig ebenfalls als "Geisel" genommen wurde. Bei einer anderen Übung lernte Branson, was man als Flüchtling in einem Camp so alles können muss, um den Alltag zu bewältigen. Um es sich nicht ganz so einfach zu machen, trug der Milliardär während der Übung eine Armbinde. Verletzungen sind in solchen Lagern ja ganz üblich.

kaz

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