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Dax-Konzerne: Jeder dritte Manager verdient mehr als im Vorjahr

Deutschlands Spitzenmanager verdienen in der Krise weniger, ihre Bezüge sanken einer Studie zufolge im vergangenen Jahr im Schnitt um ein Fünftel. Dennoch bekamen viele von ihnen immer noch Millionensummen. Und jeder dritte Dax-Vorstand erhielt sogar noch einen Aufschlag.

Frankfurt am Main - Die Krise trifft nicht jeden: Zwar haben die Top-Manager der Dax-30-Unternehmen im vergangenen Jahr insgesamt weniger verdient. Aber nicht alle Manager mussten sich gleichermaßen einschränken. Jeder dritte Vorstand verdiente sogar mehr als 2007, wie die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte. Das habe nicht zur allgemeinen wirtschaftlichen Situation der Unternehmen gepasst, sagte SdK-Vorstand Bauer.

Banken in Frankfurt: Rund 440 Millionen Euro verdienten alle Dax-Vorstände zusammen
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Banken in Frankfurt: Rund 440 Millionen Euro verdienten alle Dax-Vorstände zusammen

Besonders kritisierte er den millionenschweren "Bleibebonus" für Vorstände der im Vorjahr noch Dax-notierten Deutschen Postbank. Obwohl der Konzern im vergangenen Jahr einen Verlust von 821 Millionen verbuchte, habe der Aufsichtsrat wegen des Verkaufs durch die Deutsche Post die Zahlung in Höhe von 11,5 Millionen Euro für den neunköpfigen Vorstand genehmigt. Nach heftiger öffentlicher Kritik bot der Postbank-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Klein an, 2009 für einen symbolischen Euro zu arbeiten.

Insgesamt sanken die Vorstandsgehälter nach Angaben der Organisation im Schnitt um rund 20 Prozent. Damit fielen die Bezüge auf das Niveau des Jahres 2005 zurück. Dennoch verdienten die Vorstände der großen Konzerne stattliche Beträge. Alle Dax-Vorstände zusammen kamen auf ein Gehalt von 440,6 Millionen Euro, 2007 waren es noch 583,2 Millionen Euro. "Man merkt hier schon ganz klar die Anpassung an die schwierige wirtschaftliche Situation der Unternehmen", sagte SdK-Vorstand Daniel Bauer.

Der Rückgang wäre allerdings geringer ausgefallen, wenn nicht einzelne Konzerne zur Beschränkung bei den Vorstandsgehältern gezwungen gewesen wären oder selbst auf Zahlungen verzichteten. So musste die Commerzbank die Gehälter ihrer Vorstände bei 500.000 Euro pro Person deckeln, nachdem sie Rekapitalisierungs-Hilfen aus dem Bankenrettungsfonds Soffin erhalten hatte. Bei der Deutschen Bank verzichteten die Vorstände im vergangenen Jahr freiwillig auf ihre variablen Gehaltsbestandteile.

Spitzenreiter bei den Vorstandsvorsitzenden war Siemens-Chef Peter Löscher. Er erhielt eine Vergütung von 8,5 Millionen Euro. Peter Bauer von der krisengeschüttelten Infineon AG verdiente mit 1,1 Millionen Euro vergleichsweise wenig. Im Durchschnitt standen bei einem Vorstandschef 3,8 Millionen Euro auf dem Gehaltszettel, ein einfacher Vorstand strich etwa 2,1 Millionen Euro ein.

tko/AP/dpa

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