Debakel bei Naturkost-Hersteller Krebserregender Stoff in Bio-Schokolade gefunden

Ein Test mit schockierendem Ergebnis: 25 Schokoladenmarken prüfte die Stiftung Warentest - in allen fand sie den giftigen Stoff Kadmium. In der Bitterschokolade "Bio Negro" entdeckte die Stiftung sogar eine besonders hohe Konzentration einer krebserregenden Substanz.


München/Legau - Die schlechte Nachricht platzte mitten in die Weihnachtsvorbereitungen: In der "Bio Negro Edelbitterschokolade" wurde in einer Stiftung-Warentest-Untersuchung "eine extrem hohe Belastung" mit der krebserregenden Verbindung Benzpyren festgestellt.

Bitterschokolade "Bio Negro": Extrem hohe Belastung mit Benzpyren
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Bitterschokolade "Bio Negro": Extrem hohe Belastung mit Benzpyren

Der Verkauf der Schokolade sei sofort gestoppt worden, sagte Heike Kirsten, eine Sprecherin des Naturkost-Herstellers Rapunzel. Händler seien beauftragt worden, die Tafeln aus dem Regal zu nehmen. Kunden können bereits gekaufte Tafeln zurückgeben und erhalten den Kaufpreis erstattet.

Die Firma habe umgehend detaillierte Analysen veranlasst, sagte die Sprecherin weiter. Auch andere Schokoladensorten würden überprüft. "Wir wollen die Quelle finden." Die Analysen dauerten etwa eine Woche. "Das trifft uns im Weihnachtsgeschäft natürlich hart", sagte die Sprecherin.

Benzpyren gehört zur krebserregenden Stoffgruppe der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK). Diese entstehen beispielsweise bei unzureichenden Verbrennungsprozessen - die krebserregende Substanz könne etwa bei der Röstung von Kakaobohnen entstanden sein, sagte Kirsten.

Der Stoff komme so selten in Schokolade vor, dass die Produkte darauf nur in Stichproben getestet würden. Auf häufiger vorkommende Stoffe wie Acrylamid würden Produkte dagegen ständig getestet. Bei Rapunzel-Produkten sei Benzpyren in den vergangenen 20 Jahren noch nie festgestellt worden, betonte die Sprecherin.

Die Stiftung Warentest überprüfte insgesamt 25 Schokoladensorten. Die Sorte "Bio Negro" schnitt mit dem Urteil "mangelhaft" am schlechtesten ab. Acht der 25 getesteten Tafeln bekamen das Prädikat "gut", darunter auch preiswerte Schokolade vom Discounter. Einige teure Marken erhielten hingegen überraschend nur ein "ausreichend", erklärten die Tester.

Alle 25 getesteten Schokoladen enthielten nach Angaben der Stiftung das Schwermetall Kadmium, das Lunge, Leber und Nieren schädigen kann. Diese nicht minder beunruhigende Entdeckung wird vorerst folgenlos bleiben: Einen gesetzlichen Grenzwert für Kadmium gibt es bisher nicht.

ssu/AP



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