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18. Februar 2009, 16:13 Uhr

Demo für Staatshilfe

Tausende jubeln Milliardärin Schaeffler zu

Der hoch verschuldete Autozulieferer Schaeffler hat seine Mitarbeiter mobilisiert. Bei einer Demonstration im fränkischen Herzogenaurach feierten rund 8000 Beschäftigte ihre Arbeitgeberin, die Milliardärin Maria-Elisabeth Schaeffler. Die gemeinsame Forderung: Hilfe vom Staat.

Herzogenaurach - Es ist ein lauter Appell an die Bundesregierung: Rund 8000 Mitarbeiter der hoch verschuldeten Schaeffler-Gruppe sind am Mittwoch im fränkischen Herzogenaurach zu einer Protestkundgebung auf die Straße gegangen. Die Teilnehmer forderten staatliche Finanzhilfen für das Unternehmen, das durch die Übernahme des deutlich größeren Automobilzulieferers Continental in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist.

Unternehmenschefin Maria-Elisabeth Schaeffler bedankte sich bei den Demonstranten. Sie zeigte sich für wenige Minuten vor dem Haupttor und winkte unter Tränen ihren Mitarbeitern zu. Von den Teilnehmern wurde sie mit Jubel empfangen. Die Chefin umarmte daraufhin gerührt einen Mitarbeiter des Betriebsschutzes, der seit mehr als 30 Jahren für das Unternehmen arbeitet. Anschließend schlossen sich Schaeffler und ihr Sohn Georg der Versammlung an.

Auch an anderen Schaeffler-Standorten in Höchstadt und Schweinfurt gab es Kundgebungen der Beschäftigten. "Wir brauchen die Staatshilfe, damit die Arbeitsplätze erhalten bleiben", sagte Betriebsratschef Thomas Mölkner in Herzogenaurach unter tosendem Applaus.

Er forderte, die Finanzspritze des Bundes müsse an eine Beschäftigungsgarantie für die deutschlandweit 80.000 Mitarbeiter geknüpft werden. Außerdem müsse das Unternehmen endlich transparenter werden und sagen, was "eigentlich los ist", sagte er.

Der Erste Bürgermeister der Stadt, German Hacker, sagte, die Übernahme von Conti im Sommer 2008 sei ein "strategisch richtiger Schritt" gewesen, aber zur Unzeit. Schaeffler sei ein "kerngesundes", zukunftsfähiges Unternehmen.

Schaeffler ist nach der Conti-Übernahme mit mehr als zehn Milliarden Euro verschuldet und kann nach Angaben der IG Metall inzwischen die monatlich 70 Millionen Euro Zinsen für die Bankkredite kaum noch bezahlen. Wenn nicht in wenigen Monaten neues Kapital in das Unternehmen fließe, drohe die Insolvenz, warnt die Gewerkschaft.

wal/ddp/AP

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