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Demografischer Wandel: Schluss mit dem Methusalem-Spuk

Von Norbert F. Pötzl

Leere Kinderwiegen, volle Pflegeheime: Der Rückgang der deutschen Geburtenrate und die Alterung der Bevölkerung werden meist als unabwendbare Katastrophen beschrieben. Dabei sind die demografischen Probleme lösbar - und die Entwicklung bietet auch Chancen.

Alte graue Männer sitzen auf metallenen Bettgestellen, manche liegen gelangweilt auf den Matratzen. Dicht gedrängt stehen die Pritschen; an Wäscheleinen befestigte Bettlaken teilen einzelne Schlafnischen ab. Verhärmte Frauen schlurfen durch die mit Habseligkeiten vollgestellten Flure.

Filmszene aus "2030 - Aufstand der Alten": "There is too much angst in Germany"

Filmszene aus "2030 - Aufstand der Alten": "There is too much angst in Germany"

Die Bewohner des Nachtasyls haben schon bessere Tage gesehen: Die Bühne und der Saal des ehemaligen Berliner Schillertheaters, wo seit Jahren keine Stücke mehr aufgeführt werden, sind zu einer Notunterkunft für Obdachlose umfunktioniert, die sich von den 560 Euro Einheitsrente keine eigene Wohnung mehr leisten können. Bis zu 500 Menschen finden in der einstigen Spielstätte Quartier.

Man schreibt das Jahr 2030. Der technische Fortschritt besteht vor allem darin, dass sich die Menschen auf der Straße mit "Segways", motorisierten Stehrollern, fortbewegen. Ansonsten herrschen Trostlosigkeit und Elend, denn jeder dritte Deutsche ist über 60. "Wohin das Auge blickt", steht im Drehbuch, "arme Alte." Die Zustände sind erbarmungswürdig in dieser Alten-Republik, die zwar erfunden ist, aber Realität vorspiegelt. Als "Social-Fiction" bezeichnet das ZDF das dreiteilige Fernsehspiel ("2030 – Aufstand der Alten"), das in diesem Sommer gedreht wurde und Anfang 2007 ausgestrahlt werden soll.

Landauf, landab Vorträge mit Untergangsvisionen

Die verbreitete Altersarmut, so die Botschaft des Films, sei die Folge eines aus den Fugen geratenen Rentensystems. Die junge Generation sei "überfordert und nicht mehr bereit, für das Millionenheer der Rentner zu bezahlen, erläutert ZDF-Redaktionsleiter Heiner Gatzemeier, der das Konzept gemeinsam mit der Produzentin Regina Ziegler entwickelt hat: "Der Generationenvertrag steht vor der Auflösung, das gesamte Pflegesystem ist in Frage gestellt, und die Rationierung medizinischer Leistungen scheint unausweichlich."

Die Zukunft wird in den dunkelsten Farben geschildert – das Drehbuch folgt den Schreckensbildern, die etliche Wissenschaftler und Publizisten in den vergangenen Jahren als Menetekel an die Wand gemalt haben.

Vor allem der inzwischen emeritierte Bielefelder Bevölkerungswissenschaftler Herwig Birg, 67, entfachte mit seinem 2001 erschienenen schmalen Bändchen "Die demographische Zeitenwende" den Horror vor einer schrumpfenden und alternden Gesellschaft in Deutschland. Seither wird Birg, "derzeit wohl der medial einflussreichste Bevölkerungsforscher Deutschlands" ("Die Zeit"), nicht müde, die heraufziehende Katastrophe zu beschreiben, unter anderem in einem zehnteiligen "Grundkurs Demographie" in der "Frankfurter Allgemeinen", aus dem 2005 ein neues Druckwerk ("Die ausgefallene Generation") entstand.

Auch der Bonner Sozialforscher Meinhard Miegel, 67, prophezeite in seinem Buch "Die deformierte Gesellschaft" (2002), man werde als Folge fehlender Babys "eine Suppe auslöffeln müssen, die wir uns im Laufe einer Generation eingebrockt haben". So richtig populär aber machte das Schreckgespenst Demografie der "FAZ"-Mitherausgeber Frank Schirrmacher, 47. Mit seinem mehr als 400.000-fach verkauften Bestseller "Das Methusalem-Komplott" (2004) lieferte er Gesprächsstoff für Talkshows und Feuilletons.

Landauf, landab werden Kongresse veranstaltet und Vorträge gehalten, die Untergangsvisionen verbreiten. "Zeitbombe Bevölkerungsschwund", annoncierte etwa die Akademie für politische Bildung Tutzing eine Tagung, als handle es sich bei der Demografie um eine Terrordrohung. Das "Aussterben der Deutschen" wird mit nationalem Pathos beschworen, als seien nicht praktisch alle westlichen Industrienationen von dem Strukturwandel betroffen. Von "Vergreisung der Gesellschaft" ist die Rede, als sei ein langes Leben eine ganz schreckliche Vorstellung. Kassandra hat Konjunktur, und das Bild einer freudlosen Zukunft hat sich in den Köpfen der Menschen festgesetzt – leere Wiegen, volle Pflegeheime.

Falscher Alarmismus, falsche Kausalität, falsche Rezepte

Doch neuerdings ist ein Umdenken im Gange. Immer mehr Stimmen wenden sich gegen die scheinbare Ausweglosigkeit, welche die Untergangspropheten verkünden. James W. Vaupel, 61, Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDF) in Rostock, kann über die Horrorszenarien nur den Kopf schütteln. Der gebürtige New Yorker mit internationaler Gelehrten-Karriere rät zu mehr Gelassenheit: "There is too much angst in Germany und not enough hope." Er sagt das auf Englisch mit dem anscheinend unübersetzbaren Begriff für die deutsche Grundbefindlichkeit.

Der Münchner Soziologe Ulrich Beck, 62, nennt den "vorherrschenden nationalen Blick auf die Bevölkerung" eine "Nabelschau-Demografie", die zu "falschem Alarmismus, falscher Kausalität und falschen politischen Rezepten" führe. Vor allem renommierte Ökonomen widersprechen den Endzeitbeschwörern – was aufhorchen lässt, da der demografische Wandel unbezweifelbar gerade Folgen für das Wirtschaftswachstum und die Sozialsysteme haben wird.

Der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Bert Rürup, 62, hält es für "verfehlt, die Altersdebatte zu einer Angstdebatte zu machen". Wirtschaft und Wohlstand könnten trotz demografischen Wandels weiter wachsen: "Wir werden vermutlich etwas weniger Geld für Autos oder Immobilien ausgeben und mehr für Pflege und Gesundheitsleistungen" – aber für die Wachstumsraten einer Volkswirtschaft sei das "letztlich egal". Und auch der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Thomas Straubhaar, 49, ist überzeugt, dass die demografische Entwicklung nicht zwangsläufig ökonomische Probleme aufwerfe, wenn nur "rechtzeitig die richtigen Maßnahmen" ergriffen würden.

Richtig ist: Deutschland altert – wie nahezu alle anderen Länder auch. Die Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter nimmt ab, immer weniger Junge müssen immer mehr Alte ernähren. Diese Entwicklung wird, wenn man die Hände in den Schoß legt und schicksalergeben abwartet, nicht nur die Sozialsysteme erschüttern. Sie hat auch einschneidende Folgen für den Arbeitsmarkt, für Wohnungsbau und Städteplanung, für Konsum und Kultur, für Freizeit und Lifestyle. Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen, Planer und Praktiker entwickeln deshalb Lösungsstrategien, um der "demografischen Falle", die Birg für ein "Problem ohne Lösung" hält, zu entkommen.

Zuwanderung ist nicht die Lösung, aber zumindest eine Hilfe

Drei Faktoren bestimmen die Bevölkerungsentwicklung: die Zahl der Geburten, die Lebenserwartung und der Saldo zwischen Zu- und Abwanderung. Die Möglichkeiten des Staates, auf diese Bedingungen Einfluss zunehmen, sind unterschiedlich groß: Die Lebenszeit eines Menschen entzieht sich – wenn man das vor Jahren von dem damaligen Ärztekammer-Präsidenten Karsten Vilmar ironisierte "sozialverträgliche Frühableben" ausschließt – völlig der Steuerung durch die Politik. Ob sich die Lebenserwartung weiterhin erhöht und um wie viele Jahre, hängt von einer gesunden Lebensweise der Menschen und vom weiteren medizinischen Fortschritt ab. Würde beispielsweise der Krebs in den nächsten Jahrzehnten vollständig besiegt, könnte sich die durchschnittliche Lebensdauer allein dadurch um drei bis vier Jahre verlängern.

Ob die Gebärfreudigkeit mit familienfreundlichen Maßnahmen wie Elterngeld, mit besserer Kinderbetreuung oder günstigeren Arbeitsbedingungen für Eltern erhöht werden kann, ist unklar. Es gebe, sagt die Soziologin Michaela Kreyenfeld vom Rostocker Max-Planck-Institut, "wenig harte Beweise, dass Familienpolitik zielgenau die Geburtenentwicklung beeinflussen kann". Immerhin: "Wo ein Elterngeld eingeführt wurde, so wie in Schweden, da hat sich tatsächlich etwas verändert."

Unmittelbar regeln kann die Politik nur den Zuzug von Ausländern. "Wie lange man lebt oder wie viele Babys geboren werden", weiß Demograf Vaupel, "kann die Regierung nicht entscheiden. Sie hat begrenzten Einfluss darauf, wie lange wir leben und etwas mehr darauf, dass sich in einem familienfreundlichen Umfeld Kinderwünsche realisieren lassen. Die Migration ist unter den drei demografischen Größen am meisten beeinflussbar." Zuwanderung, meint HWWI-Chef Straubhaar, könne, "wenn nicht die Lösung, so doch zumindest eine Hilfe" bieten, "die höchsten Belastungsspitzen für kommende Generationen zu brechen".

Dafür müsste allerdings der Zuzug, der in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist, wieder erhöht werden – zumal das Geburtendefizit weiter steigen wird. Im vergangenen Jahr gab es 144.000 mehr Sterbefälle als Geburten in Deutschland. "Diese Lücke", prognostiziert HWWI-Forscher Rainer Münz, 52, "wird sich in wenigen Jahren auf 400.000 pro Jahr öffnen." Bis 2002 – außer 1998 – konnte der Babymangel durch Zuwanderung kompensiert werden. Jedes Jahr kamen 200.000 bis 300.000 Menschen mehr nach Deutschland, als wieder wegzogen.

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Forum - Demografischer Wandel - Katastrophe oder Chance?
insgesamt 1409 Beiträge
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1.
rolli 20.10.2006
@sysop: Sie skizzieren ein Bild, das einseitig auf Deutsche zutrifft, nicht jedoch auf die Gesamtbevölkerung. So brutal das klingt, es ist aber die Realität: Die Demographie spricht dafür, dass die "Unterschicht" sich demographisch durchsetzt. Die Rechenmodelle, die von Eurostat oder dem Stat. Bundesamt zur Verfügung gestellt werden, sehen 3 Varianten in der Berechnung vor. Von einem "günstigsten Fall" über den "wahrscheinlichsten Fall" bis zum "ungünstigsten Fall. Die Zahlen sehen grob so aus: 1. 2050 hat die BRD 83 Mio. Einwohner 2. Fall 80 Mio. EInwohner 3. Fall 70 Mio. Einwohner Wobei in all diesen Zahlen die über 64 Jährigen nicht eingeschlossen sind, so dass grössere Abweichungen nach oben wahrscheinlich sind. Wenn die wahrscheinlichsten Fälle 1 oder 2 eintreten, dann gibt es den prophezeiten demographischen Wandel nicht. Ausschliesslich im unwahrscheinlichsten 3. Fall wäre ein Wandel hin zu einer überalterten Gesellschaft wahr. Es ist leicht durchschaubar, dass alle, die auf den Ängsten der Menschen ihr Süppchen kochen, und das ist ausnahmslos die Politik aller Lager, so tun, als ob nur der ungünstigste Fall der Entwicklung eintreten würde. Ich kann weder Katastrophe noch Chance sehen. Es iwrd alle bleiben wie es ist, nur, dass überall wo der "demographische Faktor" eingeführt wurde, dieser wieder entfernt werden wird. Viel wichter als diese Frage wäre zu diskutieren, wie die Einführung der Rente mit 67 wirkt ( auch ein dempgraphischer Faktor ), und weshalb damit mehr als 1 Mio. Arbeitsplätze wegfallen. rolli
2.
inci 20.10.2006
---Zitat von sysop--- Leere Kinderwiegen, volle Pflegeheime: Die Alterung und der Rückgang der deutschen Geburtenrate werden meist als unabwendbare soziale Katastrophe beschrieben. Dabei sind die demografischen Probleme lösbar. Wie sehen Sie die Risiken und Chancen des Bevölkerungswandels? ---Zitatende--- die chance: wenn bei anziehender wirtschaftslage endlich wieder auch die einstellungsmäßig zum zuge kommen, die vorher aufgrund ihres alters aussortiert wurden. das risiko: das mal wieder niemand aus allem was lernt und vor allem im gedächtnis behält. und die nächste krise wieder genauso "professionell" gemanagt wird.
3.
jan06, 21.10.2006
---Zitat von sysop--- Leere Kinderwiegen, volle Pflegeheime: Die Alterung und der Rückgang der deutschen Geburtenrate werden meist als unabwendbare soziale Katastrophe beschrieben. Dabei sind die demografischen Probleme lösbar. Wie sehen Sie die Risiken und Chancen des Bevölkerungswandels? ---Zitatende--- Das sind 'gefühlte' Ängste: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:World_population_density_map.PNG
4.
bianna, 21.10.2006
---Zitat von sysop--- Leere Kinderwiegen, volle Pflegeheime: Die Alterung und der Rückgang der deutschen Geburtenrate werden meist als unabwendbare soziale Katastrophe beschrieben. Dabei sind die demografischen Probleme lösbar. Wie sehen Sie die Risiken und Chancen des Bevölkerungswandels? ---Zitatende--- Kleine Anmerkung am Rande : Die Kinderwiegen sind nicht leer, es gibt nur weniger ! Ansonsten halte ich diese derzeitige, an Hysterie grenzende Diskussion für völlig überzogen. Daß die Bevölkerungsentwicklung in die Richtung geht, die wir nun verstärkt unter die Nase gerieben bekommen, ist schon seit 30 Jahren bekannt. Ich habe schon vor meinem Abitur in der Schule diese "Entwicklungspilze" vorgelegt bekommen. Daher stellt sich für mich nur die Frage: Warum wurde dann 30 Jahre nichts vorbeugend unternommen ? Warum wurden Rentenkassen für Versicherungsfremde Leistungen geplündert ?? Was wir brauchen, werden Lebensmodelle sein, die Alt und Jung wieder mehr zusammenbringen, räumlich und im Denken. Diese Modelle gibt es z.B. in Dänemark oder Holland schon seit langer Zeit in Form von Siedlungen, in denen Wohnraumkomplexe entsprechend der Bedürfnisse von Alten, Familien und Jungen aufgeteilt ist, so daß sich quasi Formen von "Großfamilien" bilden können.
5. Demografischer Wandel - Katastrophe oder Chance? Teil 1
littlejon 21.10.2006
Demografischer Wandel - Katastrophe oder Chance? Das kommt auf den Blickwinkel an! Aus meiner persönlichen Sicht entwickelt sich der demographische Wandel für meine Generation als Mittdreißiger eher zur Katastrophe. Besonders, wenn ich an die gesellschaftliche und politische Situation bei uns denke, und hier speziell an die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme: Wir leisten uns in fast allen Bereichen des Sozialstaates Systeme, die schon in ihrem Grundkonzept, der Umlagefinanzierung, an die Grenzen stoßen. Nicht zu schweigen vom Rentensystem, welches bei genauerer Betrachtung als bankrott zu bezeichnen ist (80 Mrd.-Zuschuss aus dem Bundesetat wg. diverser Ursachen). Das ganze führt zu ständig steigenden Rentenbeiträgen auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite seit geraumer Zeit nicht mehr zu angemessener Beteiligung der Rentnergeneration am produktiven Erfolg der Gesellschaft. Hier driftet die Schere zwischen einem gerechten Anspruch und der Realität sowie der Belastbarkeit der momentanen Leistungserbringer beängstigend auseinander und geht dennoch immer weiter auf. Wie sieht es im Gesundheitswesen aus ? Mit dem, was jetzt alles so als Reform verabschiedet werden soll, wird auch nur die bisherige Grundstruktur des Systems über die nächsten Bundestagswahlen gerettet. Resultat: Es wird für den Einzelnen immer teurer und das bei gleichzeitig sinkenden Standards und Leistungsumfängen. Die Probleme bei der Pflegeversicherung sollen demnächst mal angegangen werden! Die Arbeitslosenversicherung ist die Einzige, bei der nächstes Jahr die Beiträge wenigstens sinken werden. Kurz gesagt: An die Zukunftsfähigkeit der Sicherungssysteme in ihrer momentanen Konzeption glaubt in meiner Generation kaum noch jemand. Nur: Zwei Dinge sind uns allen klar: Wir sind momentan voll für die nachfolgenden Generationen verantwortlich und wir sind voll für die vorangehenden Generationen verantwortlich, sowohl finanziell, als auch mit persönlichem Engagement. Gleichzeitig erwartet man von uns private Vorsorge, räumliche und geistige Flexibilität sowie andauernde Fortbildung. Alles Dinge, die im Grunde für sich sprechen und die ich als positiv bewerte. Die Sache ist nur die: Irgendwann ist neben einer absoluten Frust- auch eine finanzielle Leistungsgrenze erreicht. Vor allem auch, weil wir, und hier komme ich zum zweiten Punkt, genau wissen, was noch durch die demographische Entwicklung für Belastungen auf uns zu kommen werden. Und nicht nur wir warten seit Jahren vergeblich darauf, dass die Politik endlich langfristig wirkende Reformen einleitet. Dann hätte meine Generation wenigstens einmal so etwas wie Planungssicherheit bei unseren weiteren Lebensentwürfen. Der momentane Umbruch der Gesellschaft wird überwiegend auf der Leistungsfähigkeit und zu Lasten meiner Generation betrieben. Darüber hinaus steigt auch ständig die Angst vor Hartz IV, ob berechtigt oder nicht, mag dahingestellt sein. Die äußerst kritikwürdige Hartz IV-Rhetorik in der politischen und gesellschaftlichen Debatte, nicht zu vergessen die journalistische Aufbereitung der Thematik, hat vor allem zu einer doppelten Stigmatisierung der Betroffenen geführt. Die einen stellen sie mit Schmarotzern uns Abzockern auf eine Stufe. Andere reden ihnen ein, sie seien entrechtet und sozial abgehängt. In diese Zwickmühle möchte niemand geraten. Von dieser Seite aus betrachtet ist die demographische Entwicklung durchaus als Katastrophe zu betrachten.
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