Deutsch-französische Spannungen Airbus-Spitze lobt deutsche Mitarbeiter in Toulouse

Im Airbus-Werk in Toulouse hängt der Haussegen schief: Zwischen den entsandten deutschen Mitarbeitern und den Franzosen, die dort den A380 zusammenbauen, knirscht es. Die Airbus-Spitze distanziert sich nun ausdrücklich von einer Meldung, wonach EADS-Chef Gallois die Deutschen kritisiert habe.


Paris - Airbus-Chef Thomas Enders und der Chef der Airbus-Konzernmutter EADS Chart zeigen, Louis Gallois, haben am Donnerstag den Einsatz der 2000 deutschen Mitarbeiter in Toulouse gewürdigt. Sie reagierten damit auf eine Falschmeldung über eine angebliche Kritik von Gallois an den entsandten Deutschen.

A380 in Toulouse: Warme Worte für die Arbeit der Deutschen
DPA

A380 in Toulouse: Warme Worte für die Arbeit der Deutschen

Die Kooperation der internationalen Teams in Toulouse sei sehr erfolgreich, sagte Enders. Die deutschen Mitarbeiter seien in Toulouse, um beim schnellstmöglichen Übergang zur Serienfertigung des Airbus A380 zu helfen. Das sei "belastend für alle". "Der Einsatz der entsandten deutschen Kollegen und ihrer Familien verdient Anerkennung", sagte Enders.

In Toulouse kommt es zuweilen zu Spannungen zwischen den entsandten Deutschen und den französischen Airbus-Mitarbeitern, die auf zu kleinem Raum die A380 montieren und die Kabelprobleme lösen müssen, die zu massiven Lieferverspätungen bei dem Riesen-Airbus geführt haben. Sobald die Probleme behoben sind, sollen die Deutschen heimkehren. Gallois war kürzlich extra nach Toulouse gereist, um das Klima zu verbessern, und hatte die französischen Kritiker beruhigt.

Am Mittwoch hatte er vor der Pariser Luftfahrtpresse berichtet, wie die Belastungen bei manchen Betroffenen wahrgenommen werden. Er erklärte, die Lage verbessere sich mit den Fortschritten bei der Fertigung und die deutschen und französischen Gewerkschaften arbeiteten an der Klimaverbesserung.

Nach dem Treffen hatte eine Agentur Gallois so zitiert, als habe er nicht über die Wahrnehmung mancher Franzosen berichtet, sondern selbst die Deutschen kritisiert. Die französische Fachpresse hatte das allerdings nicht aufgegriffen und EADS hatte eine Klarstellung zu der Meldung verbreitet.

kaz/dpa-AFX



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