Embargo-Verstoß Deutsch-Iraner soll Iran Teile für Raketen verkauft haben

Brisanter Vorwurf gegen einen Deutsch-Iraner: Ein 62-jähriger Mann soll Waren im Wert von fast 230.000 Euro für das iranische Raketenprogramm beschafft haben. Eine solche Lieferung würde gegen das Iran-Embargo verstoßen.

Russische Raketen in Teheran (Archivbild): Umstrittenes Militärprogramm
REUTERS

Russische Raketen in Teheran (Archivbild): Umstrittenes Militärprogramm


Hamburg/Karlsruhe - Der mutmaßliche Schmuggler wird beschuldigt, Waren für das iranische Raketenprogramm organisiert zu haben: Die Bundesanwaltschaft hat einen Deutsch-Iraner festnehmen lassen, dem Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz vorgeworfen werden, teilte die Behörde mit.

Der Mann sei am Dienstag im Großraum Bonn festgenommen worden, heißt es. Zollbeamte durchsuchten seine Wohnung und Geschäftsräume. Der 62-Jährige wird laut Bundesanwaltschaft verdächtigt, von 2011 bis 2013 in bislang zwölf bekannten Fällen Waren im Gesamtwert von fast 230.000 Euro aus Deutschland oder anderen Staaten für Iran beschafft haben. Es handelte sich demnach um Vakuumpumpen, Ventile und andere Produkte, die sowohl zivil als auch militärisch verwendet werden können.

Die Lieferungen sollen für eine Organisation in Iran bestimmt gewesen sein, die seit 2007 in der Verordnung zum Iran-Embargo aufgeführt ist. Es sei deshalb verboten, der Organisation Waren zur Verfügung zu stellen, erklärte die Bundesanwaltschaft.

Irans Raketenprogramm soll auf Wunsch der USA auch während der internationalen Gespräche in Wien thematisiert werden, dort laufen zur Zeit die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm. Die Regierung in Teheran will darüber jedoch nicht diskutieren.

Den Auftakt des Treffens bewertete die US-Delegation als "produktiv", auch von Seiten der EU wurde am Dienstagabend die gute Arbeitsatmosphäre betont. Konkrete Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt. Die Gespräche sollen bis Donnerstag dauern. Die Runde unter Leitung der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton ist das erste Folgetreffen nach der Einigung auf ein Zwischenabkommen vor drei Monaten in Genf.

bos/dpa/AFP

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