Deutsche Bahn Mehdorn nennt Napoleon als Vorbild

Hartmut Mehdorn sieht Napoleon als sein großes Vorbild. Der Bahn-Chef sagte in einem Interview: "Mir imponiert der Mann. Er war ein begnadeter General."


Berlin - Kritiker haben Bahn-Chef Hartmut Mehdorn schon immer mit dem Kaiser der Franzosen verglichen. Damit lagen sie offenbar richtig. Denn in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagt der 65-jährige Manager nun über Napoleon: "Mir imponiert der Mann. Der hat nicht nur im Rechts- und im Gesundheitssystem Bahnbrechendes geleistet, er war auch ein begnadeter General, der allerdings zu viele Kriege geführt hat."

Bahn-Chef Mehdorn: "Klein und dick wie ich"
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Bahn-Chef Mehdorn: "Klein und dick wie ich"

Er sei sicher, Napoleon wäre "ein hervorragender Bahn-Chef gewesen". Mehdorn fügte hinzu: "Dass er klein und dick war wie ich, ist reiner Zufall."

In dem Interview sprach sich Mehdorn außerdem für einheitliche Tarifverträge in seiner Branche aus. Auch Wettbewerber müssten "angemessene Tarifverträge" abschließen, sagte er. "Es darf nicht zu Haustarifen kommen, die 25 Prozent unter unserem Niveau liegen und die dann auch noch von der Bahngewerkschaft unterschrieben werden." Er forderte die Branche daher auf, einheitlich vorzugehen, um allgemein verbindliche Bahntarife zu vereinbaren.

Mehdorn wies darauf hin, dass ein reiner Mindestlohn aus seiner Sicht zu wenig wäre: "Mindestlöhne würden uns gar nichts nützen, weil wir weit darüber zahlen. Wir fordern, dass alle angemessene Tarifverträge haben müssen."

Mehdorn selbst war kürzlich in die Kritik geraten, da die Bahn zur Kosteneinsparung regionale Billiggesellschaften gründen wollte, in die ein Teil der Beschäftigten ausgelagert werden würde. Der Konzern hatte damals aber betont, er wolle keine "Tarifflucht" begehen.

wal/AP/AFP



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