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Deutsche Bahn: Vorstandbezüge steigen noch schneller als die Preise

Die jüngsten Preiserhöhungen der Deutschen Bahn hat Bahn-Chef Hartmut Mehdorn mit hohen Energiepreisen begründet. Die Gehälter für ihn und seine Vorstandskollegen erwähnte er nicht - sie sind in den vergangenen Jahren um gut 300 Prozent gestiegen.

Hamburg - Im Geschäftsbericht kann man es nachlesen: Zwischen 1999 und 2005 sind die Bezüge des gesamten Bahn-Vorstands von 3,679 Millionen Euro auf 14,693 Millionen Euro erhöht, wie die "Bild am Sonntag" berichtet.

Bahnchef Mehrdorn: Gehaltssteigerung in der Kritik
AP

Bahnchef Mehrdorn: Gehaltssteigerung in der Kritik

Der Vorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland, Michael Gehrmann, sagte dazu: "Ich bin fassungslos. Die Kunden zahlen jedes Jahr höhere Preise, nur damit die Bahn-Chefs ein schönes Leben haben." Es hätte die letzten Jahre gar keine Gehaltserhöhung geben dürfen, denn die Leistung stimme nicht.

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende von Pro Bahn, Karl-Peter Naumann. "Wenn es super läuft, kann man die Bezüge der Spitzenmanager erhöhen - aber es läuft nicht super", sagte er. Die Züge seien nicht pünktlich, und die Preispolitik sei nicht ambitioniert. "Man erhöht einfach dauernd die Tarife."

Die Bahn bezeichnete die Darstellung als falsch. "Beliebig herausgegriffene Zahlen" der Geschäftsberichte von 1999 und 2005 könnten nicht miteinander verglichen werden, da sich inzwischen die Standards für die Rechnungslegung geändert hätten, erklärte der Konzern. Darüber hinaus hätten sich weitere Rahmenbedingungen geändert. Außerdem lägen "die Vorstandsgehälter im Vergleich zu anderen Unternehmen dieser Größenordnung weit unter Durchschnitt".

Wie das Blatt schreibt, nimmt die Pünktlichkeit der Bahn weiter ab. Nach Informationen aus dem Bundesverkehrsministerium seien im ersten Halbjahr nur 82 Prozent der Züge weniger als fünf Minuten zu spät ans Ziel gekommen. Im August und September sei die Quote bis auf 68 Prozent abgesackt.

Ursprünglich hatte es in dieser Meldung geheißen, dass die Vorstandsgehälter um 400 Prozent gestiegen sind, so wie es die "Bild am Sonntag" und die Nachrichtenagenturen vermeldet hatten. Das hätten wir nachrechnen müssen. Freundliche Leser haben uns darauf aufmerksam gemacht, dass es sich um nur rund 300 Prozent handelt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

mik/ddp/DowJones

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