Urteil Freispruch für Deutsche-Bank-Chefs

Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen und vier frühere Spitzenbanker sind vom Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs freigesprochen worden. Das entschied das Landgericht München.

Deutsche-Bank-Co-Chef Fitschen (l.)
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Deutsche-Bank-Co-Chef Fitschen (l.)


Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen , sowie vier ehemalige Top-Manager des Geldhauses sind vor dem Landgericht München vom Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs freigesprochen worden. Das ein Jahr lang dauernde Verfahren gegen die fünf Banker hat die Anklage nach Auffassung der Richter nicht bestätigt.

Die Richter verkündeten auch die Freisprüche für die früheren Bankchefs Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie die ehemaligen Vorstandsmitglieder Clemens Börsig und Tessen von Heydebreck.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten vorgeworfen, vor fünf Jahren vor dem Oberlandesgericht München die Unwahrheit gesagt zu haben , um die Deutsche Bank vor Schadensersatzzahlungen für die Pleite des Medienkonzerns Kirch zu bewahren. Für Ackermann und Breuer hatte die Staatsanwaltschaft mehrjährige Haftstrafen gefordert, für Fitschen eine Bewährungsstrafe und eine Geldbuße.

Der 2011 gestorbene Medienunternehmer Leo Kirch hatte Breuer und die Deutsche Bank zeitlebens für den Zusammenbruch seines Konzerns verantwortlich gemacht, weil dieser sich Anfang 2002 in einem Fernsehinterview kritisch über die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe geäußert hatte. Wenige Wochen nach dem Interview meldete Kirch Insolvenz an. Es folgte eine Welle von Prozessen. Anfang 2014 einigte sich die Bank mit den Kirch-Erben auf einen Vergleich und zahlte 925 Millionen Euro. Die Münchner Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass die fünf Banker in dem damaligen Verfahren nicht wahrheitsgemäß vor Gericht ausgesagt haben und klagte sie an.

Die Angeklagten hatten die Vorwürfe von Anfang an zurückgewiesen. Die Staatsanwaltschaft ließ aber nicht locker und stellte mehr als 40 Beweisanträge, um das Gericht von den Vorwürfen zu überzeugen. Dies gelang aber nicht. Vergangene Woche verlor Richter Noll die Geduld : Sichtlich empört warf er der Anklage "Vermutungen ins Blaue hinein" vor und lehnte einen Antrag auf erneute Durchsuchung der Deutschen Bank ab.

Ursprünglich war der Abschluss des Verfahrens schon im vergangenen Jahr geplant gewesen, hatte sich aber immer weiter verzögert. Der Anwalt des ehemaligen Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzenden Breuer, Norbert Scharf, hatte insbesondere Chef-Anklägerin Christiane Serini immer wieder vorgeworfen, das Verfahren absichtlich in die Länge zu ziehen. Für sie bedeuten die Freisprüche eine herbe Niederlage.

Erst vor wenigen Wochen war in Stuttgart ein Prozess gegen ehemalige Porsche-Manager mit Freisprüchen zu Ende gegangen . Auch dort musste die Staatsanwaltschaft heftige Kritik für ihre Anklage einstecken.

nck/dpa/Reuters

insgesamt 147 Beiträge
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Seite 1
halitd 25.04.2016
1. Was habt ihr denn erwartetß
Banker kennen keine Gesetze und brauchen die Justiz auch nicht zu fürchten. Geld hat das Recht in diesem Staat ersetzt. Vielen Dank Demokratie Deutschland.
tkedm 25.04.2016
2.
Zitat von halitdBanker kennen keine Gesetze und brauchen die Justiz auch nicht zu fürchten. Geld hat das Recht in diesem Staat ersetzt. Vielen Dank Demokratie Deutschland.
Welche Gesetze haben die Banker in DIESEM Fall denn gebrochen?
crocodil 25.04.2016
3. Fazit
Wer Geld hat und die besseren Anwälte , bekommt halt Recht. Wie auch immer - Geld verlängert das Leben -.
werder11 25.04.2016
4. rechtsanwälte
leben blendend in unserer unfähigen justizlandschaft - denn die gebühren für diese mammut prozesse, die im nichts enden, gehen mal wieder zu lasten der steuerzahler - es müßte mal eine tabelle her, die alle arten der steuerverschwendung aufzählt und da dürften justiz und bundeswehr ganz vorne liegen - der steuerzahler zahlt zu mm 35% für null leistungen - wozu ist der bds eigentlich da?
pauleschnueter 25.04.2016
5. Vorwerfend
Wurden vom Vorwurf des VERSUCHTEN Prozessbetruges freigesprochen ... ... weil wegen dem erfolgreichen Prozessbetruges, wa? Wie gesagt, Geld schmiert die Welt.
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