Beschwerde beim Verkehrsministerium Drachenflieger warnen vor Paketdrohnen

Kampf um die Lufthoheit: Nach SPIEGEL-Informationen sieht der Deutsche Hängegleiterverband die Entwicklung der Paketzustellung per Drohne mit großer Sorge. Sie gefährde die Sportflieger.

DHL-Drohne
DPA

DHL-Drohne


Gleitschirm- und Drachenflieger haben Angst vor Drohnen im Alpenland. Hintergrund ist ein Projekt der Deutschen Post DHL, die in Oberbayern Paketdrohnen getestet hat. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Von einer Wiese des Touristenorts Reit im Winkl wurden Pakete zur Winklmoosalm transportiert. Auf der Alm musste die Drohne ihre Fracht in einem sogenannten Skyport ablegen, einer Kiste, deren Deckel sich beim Anflug des Objekts öffnet und später automatisch schließt. Ein, wie DHL es darstellt, weltweit einmaliges Forschungsprojekt. Seit vergangenem Donnerstag sind die Tests abgeschlossen, die Daten würden nun ausgewertet.

Jetzt hat sich der Deutsche Hängegleiterverband (DHV) zu Wort gemeldet, der 35.000 Gleitschirm- und Drachenflieger vereint. Er beschwerte sich beim Bundesverkehrsministerium. Ausgerechnet in der von ihnen am meisten genutzten Region um den Hochfelln seien sie nicht über die Paketpostversuche informiert worden. Man wünsche künftig eine Beteiligung, sagt Björn Klaassen vom DHV.

Dies versprach das Ministerium zwar vor wenigen Tagen, dennoch sieht Klaassen die weitere Entwicklung der Drohnen-Paketzustellung in den Bergen "mit großer Sorge". Es gehe schließlich um geringe Höhen, in denen Sportflieger und Drohnen aufeinandertreffen können. Eine Kamera an den Drohnen werde nicht ausreichen. Notfalls müssten Flieger und Post-Objekte mit Transpondern ausgerüstet werden.

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insgesamt 47 Beiträge
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Seite 1
Thunder79 02.04.2016
1.
Ich denke, dass Drohnen technisch gesehen ohne Probleme mit Kollisionserkennungen ausgestattet werden können, es geht ja nicht nur um Drachenflieger, sondern auch Ballon-Fahrer, Hubschrauber und auch hohe Hindernisse. Ohne einer automatischen Umfliegung sollte wohl keine Drohne zugelassen werden. Über kurz oder lang dürften auch Flugstraßen sich immer mehr durchsetzen. Straßen wo die Drohnen fliegen und Arreale wo die Drachenflieger sich austoben können.
bkachler 02.04.2016
2. Wer...
.. schuetzt eigentlich die Drohnen? Warum sollte Sport vor Kommerz gehen?
Spiegelleserin57 02.04.2016
3. der Luftraum gehört allen!
Zitat von bkachler.. schuetzt eigentlich die Drohnen? Warum sollte Sport vor Kommerz gehen?
Der private Drohnenflug ist ein Hobby! Die öffentlichen Interessen gehen vor den privaten. Das Luftfahrtbundesamt in Braumschweig beobachtet diese Tendenz. Auch Verkehrsflugzeuge sind durch diese Drohnen gefährdet. Drohnen sind kein Sport und haben auch über Ortschaften wenn sie vorher nicht angemeldet wurden nichts zu suchen. Es kann nicht jeder fliegen wie er Lust hat. Es gibt mittlerweile Gesetze an sich die Drohnenflieger zu halten haben. auch das Fliegen über Nachbars Grundstück ist untersagt.
stimmvieh_2011 02.04.2016
4. Arreale für Drachenflieger?
Ich glaube da werden die Anforderungen von Drachenfliegern, die komplett von Thermik abhängig sind, grob unterschätzt. Der Drachflieger bzw. Paragleiter kann ggf. einer Drohne nicht ausweichen oder sich an Flugstraßen halten.
der_bulldozer 02.04.2016
5. Gibt es jetzt schon
Zitat von Thunder79Ich denke, dass Drohnen technisch gesehen ohne Probleme mit Kollisionserkennungen ausgestattet werden können, es geht ja nicht nur um Drachenflieger, sondern auch Ballon-Fahrer, Hubschrauber und auch hohe Hindernisse. Ohne einer automatischen Umfliegung sollte wohl keine Drohne zugelassen werden. Über kurz oder lang dürften auch Flugstraßen sich immer mehr durchsetzen. Straßen wo die Drohnen fliegen und Arreale wo die Drachenflieger sich austoben können.
Das neueste Modell des Marktführers kann bereits automatisch Hindernossen ausweichen. Dürfte also technisch gesehen gar kein Problem sein.
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