Discounter im Image-Tief Lidl demontiert seine Überwachungskameras

Erst entschuldigte man sich nur, nun soll gehandelt werden: Lidl stellt die umstrittene Video-Überwachung in seinen Filialen ein. Erste Kameras seien schon abgebaut worden, heißt es. Lidl will die Verkaufsräume aber auch künftig überwachen - nur auf neue Weise.


Neckarsulm - Erstmal ist Schluss mit der Überwachung. Lidl stellt vorläufig die umstrittene Videoüberwachung in seinen Filialen ganz ein. Man habe bereits begonnen, die Kameraanlagen in den Filialen zu demontieren, heißt es in einer Mitteilung aus der Firmenzentrale in Neckarsulm. Die Beobachtung der Verkaufsräume werde in den nächsten Monaten "grundlegend neu aufgestellt".

Lidl-Filiale (in Berlin): "Zu keinem Zeitpunkt Pin-Nummern gefilmt"
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Lidl-Filiale (in Berlin): "Zu keinem Zeitpunkt Pin-Nummern gefilmt"

In der Mitteilung hieß es weiter: "Ziel ist es, einerseits Diebstähle in den Filialen zu vermeiden und aufzuklären und gleichzeitig eine Erfassung auch sensibler Informationen oder Daten von Kunden wie Mitarbeitern gänzlich auszuschließen."

Die bisherigen Kameraanlagen in den Verkaufsräumen dienten dem Unternehmen zufolge ausschließlich zur Verhinderung und Aufklärung von Diebstahl und anderen strafbaren Handlungen. "Zu keinem Zeitpunkt wurden Kameras eingesetzt, um persönliche Daten von Kunden wie zum Beispiel Pin-Nummern zu erkennen."

Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass die heimlichen Videoaufnahmen durch betriebsfremde Detektive auch Verbraucherschützer auf den Plan riefen. "Wir raten den Kunden dringend ab, bei Lidl mit EC-Karte und Pin-Geheimnummer zu zahlen", sagte Hartmut Strube, Jurist bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, dem Blatt. Lidl hatte zuvor eingeräumt, dass die "Aufzeichnung Ihrer Pin-Eingabe nicht vollständig auszuschließen" sei, hieß es in dem Bericht. Wer das verhindern wolle, müsse "den Eingabevorgang mit der Hand abdecken".

itz/AP



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