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Drohende Fahrverbote: Wirtschaft fordert Änderung der Feinstaubrichtlinie

Industrie, Handwerk und Einzelhandel dringen auf eine Änderung der EU-Feinstaubrichtlinie. Die wegen überschrittener Grenzwerte drohenden Innenstadt-Fahrverbote bremsen nach Ansicht der Verbände den Konsum und gefährden Arbeitsplätze.

Feinstaub-Messung in Stuttgart: "Die Brüsseler Festlegung ist nicht das Evangelium"
DPA

Feinstaub-Messung in Stuttgart: "Die Brüsseler Festlegung ist nicht das Evangelium"

Berlin - Die diskutierten Fahrverbote in Innenstädten und die damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen seien nicht akzeptabel, sagten Vertreter der Industrie-, Handwerks- und Einzelhandelsverbände der Zeitung "Die Welt".

Die Einzelhändler wären in diesem Fall nicht erreichbar und würden drastische Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, argumentierte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben. "Das sind Signale, die nicht in ein wirtschaftliches Umfeld mit 5,2 Millionen Arbeitslosen passen", fügte er hinzu.

Der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, bezeichnete die Feinstaubrichtlinie als "Konsumhemmnis ersten Ranges". Ihr Aussetzen dürfe deshalb kein Tabu sein. Die Brüsseler Festlegung sei "nicht das Evangelium".

In der "Bild"-Zeitung sprach sich unterdessen ein Meteorologe für die flächendeckende Einführung von Einbahnstraßen in deutschen Städten aus. Bei Gegenverkehr bildeten sich Luftwirbel, die den Staub in den Straßen festhielten, erklärte Eberhard Reimer von der Freien Universität Berlin. Auf Einbahnstraßen gehe der Luftzug dagegen nur in eine Richtung, wodurch der Staub aus der Straße hinausgeweht werde.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat sich gegen die Einführung eines Sonntagsfahrverbots als Antwort auf die zunehmende Belastung von Feinstaub in den Kommunen ausgesprochen. Das bringe nichts außer Hysterie, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Gerd Landsberg, der Chemnitzer "Freien Presse".

Die Laster als Hauptverursacher von Ruß im Verkehr seien an Sonntagen ohnehin nicht auf der Straße. Landsberg forderte den schnelleren Einsatz von Filtern, zusätzliche Mittel für den Ausbau des Straßennetzes und verstärkten öffentlichen Personennahverkehr.

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