E-Mail von Strauss-Kahn "Die Wahrheit wird ans Licht kommen"

Dominique Strauss-Kahn kämpft um seinen Ruf: In einer E-Mail an seine ehemaligen Kollegen streitet der Ex-Chef des Währungsfonds die Vergewaltigungsvorwürfe vehement ab. Gleichzeitig tauchen immer neue belastende Details auf.

Dominique Strauss-Kahn vor dem New Yorker Gericht: Tiefe Trauer und Enttäuschung
REUTERS

Dominique Strauss-Kahn vor dem New Yorker Gericht: Tiefe Trauer und Enttäuschung


New York - Er bestreitet die Tat und bedauert seinen Rücktritt als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF): Dominique Strauss-Kahn hat in einem verbitterten Schreiben an seine ehemaligen Mitarbeiter der Organisation den Vorwurf der versuchten Vergewaltigung scharf zurückgewiesen.

"Ich bestreite auf das Heftigste die Anschuldigungen, denen ich mich jetzt gegenübersehe", heißt es in einer von CNN am Montag veröffentlichten E-Mail. "Ich bin zuversichtlich, dass die Wahrheit ans Licht kommen wird und ich entlastet werde." Strauss-Kahn soll ein Zimmermädchen unter anderem zum Oralsex gezwungen haben und steht derzeit in New York unter Hausarrest.

Seinen Rückzug vom Chefposten des IWF bedauerte Strauss-Kahn in der E-Mail sehr. Er falle ihm "so schwer wie kaum etwas anderes" in seinem Leben, schrieb der Franzose. Es verursache bei ihm "tiefe Trauer und Enttäuschung", seine Kollegen unter solchen Umständen verlassen zu müssen. "Ich kann nicht akzeptieren, dass der Fonds - und Ihr, liebe Kollegen - meinen persönlichen Alptraum teilt. Deshalb muss ich gehen." Der 62-Jährige unterschrieb die etwa eine Seite lange E-Mail mit einem schlichten "Dominique".

Sperma auf Kleidung und Teppich

Aus Ermittlerkreisen wurde laut CNN bekannt, dass Strauss-Kahn während seines Hotelaufenthalts zwei weitere Hotelmitarbeiterinnen gebeten haben soll, ihm auf seinem Zimmer Gesellschaft zu leisten. Als eine Rezeptionistin Strauss-Kahn nach dem Check-in zu seiner Suite begleitete, habe er ihr angeboten, auf ein Glas Champagner zu bleiben, zitiert der Sender Ermittlungsbeamte. Später hätte der Ex-IWF-Chef an der Rezeption angerufen und eine weitere Mitarbeiterin gefragt, ob sie nach Dienstschluss auf einen Drink zu ihm auf die Suite komme. Beide Frauen hätten das Angebot aber abgelehnt.

Französische Medien meldeten, dass sich auf der Kleidung des Zimmermädchens, das Strauss-Kahn zum Oralsex gezwungen haben soll, Spermaspuren gefunden hätten - ebenso auf dem Teppich des Hotelzimmers.

Während Strauss-Kahn um seinen Ruf kämpft, geht beim Währungsfonds die Suche nach seinem Nachfolger weiter. Als Favoritin für einen gemeinsamen europäischen Vorschlag gilt die französische Finanzministerin Christine Lagarde. Rainer Brüderle sagte jedoch am Montag, er könne sich auch einen deutschen Kandidaten vorstellen. Namen nannte er jedoch nicht.

Während Europa noch diskutiert, macht Mexiko schon Nägel mit Köpfen. Das Land schlug seinen Zentralbankchef Agustín Carstens als Nachfolger von Dominique Strauss-Kahn vor. Das teilte Finanzminister Ernesto Cordero am Sonntag in Mexiko-Stadt mit.

seh/dpa

insgesamt 162 Beiträge
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Seite 1
mark anton, 23.05.2011
1. Koennte es sein, dass SK ein Wahrnehmungsdefizit hat?
Zitat von sysopDominique Strauss-Kahn kämpft um seinen Ruf: In einer E-Mail an seine ehemaligen Kollegen streitet der ehemalige Chef des Währungsfonds die Vergewaltigungsvorwürfe vehement ab. Gleichzeitig tauchen immer neue belastende Details auf. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,764412,00.html
vielen hochrangigen Maennern sind dafuer bekannt, wer glaubt unersetzbar zu sein, glaubt auch sich alles leisten zu koennen, was anderen verwehrt ist. In Frankreich ist dies moeglich, in den meissten uebrigen Teilen der Welt nicht.
rondon 23.05.2011
2. aber sicher
das gilt auch in sachen spanien. warum man da nun nichts mehr hört wird hier erklärt: http://le-bohemien.net/2011/05/18/spaniens-jugend-auf-der-strasse/
Vergil 23.05.2011
3. -
Zitat von sysopDominique Strauss-Kahn kämpft um seinen Ruf: In einer E-Mail an seine ehemaligen Kollegen streitet der ehemalige Chef des Währungsfonds die Vergewaltigungsvorwürfe vehement ab. Gleichzeitig tauchen immer neue belastende Details auf. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,764412,00.html
Ist doch alles nur eine große Verschwörung - wie so viele Foristen nicht zu behaupten müde werden.
chinaski44 23.05.2011
4. peinlich
es ist mir ein rätsel wie einer nach so vielen jahrzehnten lebenserfahrung noch so schwanzgesteuert durchs leben fallen kann....darf gar nicht drüber nachdenken wieviele wichtige entscheider ebenso drauf sind
sponner_hoch2 23.05.2011
5. Titel
---Zitat--- Gleichzeitig tauchen immer neue belastende Details auf. ---Zitatende--- Heißt es in der Einleitung. Im Artikel lese ich allerdings nur dies: ---Zitat--- Aus Ermittlerkreisen wurde laut CNN bekannt, dass Strauss-Kahn während seines Hotelaufenthalts zwei weitere Hotelmitarbeiterinnen gebeten haben soll, ihm auf seinem Zimmer Gesellschaft zu leisten. Als eine Rezeptionistin Strauss-Kahn nach dem Check-in zu seiner Suite begleitete, habe er ihr angeboten, auf ein Glas Champagner zu bleiben, zitiert der Sender Ermittlungsbeamte. Später hätte der Ex-IWF-Chef an der Rezeption angerufen und eine weitere Mitarbeiterin gefragt, ob sie nach Dienstschluss auf einen Drink zu ihm auf die Suite komme. Beide Frauen hätten das Angebot aber abgelehnt. ---Zitatende--- Das ist jetzt weder be- noch entlastend.
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