Ecclestone zum eingestellten Prozess "Ich finde dieses kapitalistische System gut"

Bernie Ecclestone jammert in der "Bild"-Zeitung über die Strapazen des Schmiergeldprozesses - und lobt den Kapitalismus. Nach München will er nur noch zum Oktoberfest.

Bernie Ecclestone, Journalistin: "Unglücklicher ist es, das Geld nicht zu haben"
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Bernie Ecclestone, Journalistin: "Unglücklicher ist es, das Geld nicht zu haben"


München - Es ist eine Riesensumme: Mit 100 Millionen Dollar hat sich Bernie Ecclestone freigekauft, das Bestechungsverfahren gegen ihn wurde eingestellt. Das ist ganz richtig so, findet der Formel-1-Chef. Kritik gegen ihn kontert Ecclestone jetzt in der "Bild"-Zeitung.

"Es sieht für mich so aus, als ob die Richter ihrer Meinung nach nicht wirklich eine andere Wahl hatten", sagte der 83-Jährige dem Boulevardblatt. Die Höhe der Geldauflage von 100 Millionen Dollar bedauert der Brite zwar, hat sich aber angesichts seines hohen Vermögens damit abgefunden. "Noch unglücklicher ist es, das Geld nicht zu haben. Eigentlich finde ich dieses kapitalistische System gut", erklärte Ecclestone.

Nach der Einstellung des Prozesses um die angebliche Bestechung des früheren BayernLB-Vorstands Gerhard Gribkowsky gilt der Formel-1-Geschäftsführer als unschuldig und als nicht vorbestraft. Er darf daher seinen Posten behalten. Die Zeit als Angeklagter habe ihn belastet, sagte Ecclestone. "Das war nicht lustig, jede Woche zwei, drei Tage in München zu sein."

Dennoch habe er Gefallen an der bayerischen Landeshauptstadt gefunden. "Ich habe mich ein bisschen verliebt in München und seine Menschen", versicherte Ecclestone und fügte hinzu: "Ich würde gerne bald wieder nach München kommen, vielleicht zum Oktoberfest."

Ecclestone war wegen Bestechung und Anstiftung zur Untreue angeklagt. An Gribkowsky zahlte er vor etwa acht Jahren 44 Millionen Dollar. Was in dem Wirtschaftskrimi wirklich geschah, wird wohl nie geklärt werden.

bos/dpa

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insgesamt 126 Beiträge
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Palisander 06.08.2014
1. So sehen die Helden von Heute aus.
Na ihr lieben Medien? Wie findet ihr das? Kapitalismus macht es möglich sich über Recht und Gesetz zu stellen. Noch Fragen? Unsere kindeskinder werden einmal denken das daß wohl ein Bild vom lieben Gott sein muss, den er macht das schlimme Dinge einfach weggehen....
eisbaerchen 06.08.2014
2. Würde ich auch
Zitat von sysopGetty ImagesBernie Ecclestone jammert in der "Bild"-Zeitung über die Strapazen des Schmiergeldprozesses - und lobt den Kapitalismus. Nach München will er nur noch zum Oktoberfest. http://www.spiegel.de/wirtschaft/ecclestone-zum-eingestellten-prozess-a-984670.html
wenn ich damit Milliarden verdient hätte...mancher F1 Fan sollte mal anfangen nachzudenken...
mn77 06.08.2014
3. Ja was den nun?
"Nach München will er nur noch zum Oktoberfest." ist ja wohl eine ganz andere Aussage als das zitierte "Ich würde gerne bald wieder nach München kommen, vielleicht zum Oktoberfest"
68er 06.08.2014
4.
Internationale Leserkommentare denen ich mich nur anschließen kann: http://www.abc.net.au/news/2014-08-06/ecclestone-bribery-trial-halted-after-100m-settlement/5651092
nomadas 06.08.2014
5. Alles paletti
Ja, das nimmt man "good old" Bernie ab: Kapitalismus ist toll! Was sonst, soll die Inkarnation des Systems auch sagen? Sehen sie, liebe Mitbürger, wenn sie alle nur so wären wie ich, der Bernie, dann wäre die Welt doch i.O. gell? Indignez-vous!
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