Eckrente Heute und in 30 Jahren


Die Modellrechnung der Bundesregierung zeigt, wie sich die Privatrente als zweite Säule neben der gesetzlichen Rente entwickeln soll. Sie bezieht sich auf die statistische Kunstfigur eines "Eckrentners", der 45 Jahre lang immer den Durchschnittslohn verdient und davon die angegebenen Beitragssätze zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlt.

2001 19,1 2228 69,1 0 2228 / 69,1
2002 19,0 2269 70,1 2 2271 / 70,1
2004 18,7 2374 70,2 9 2383 / 70,5
2006 18,6 2485 69,0 21 2507 / 69,6
2008 18,4 2610 69,5 40 2650 / 70,5
2010 18,3 2734 69,0 64 2798 / 70,6
2015 18,8 3165 69,8 140 3305 / 72,9
2020 19,4 3625 69,2 244 3869 / 73,9
2025 20,4 4158 68,4 380 4538 / 74,6
2030 21,8 4704 68,0 551 5255 / 76,0
Quelle: Bundesministerium für Arbeit (BMA)

Zusätzlich soll der Eckrentner ab 2002 ein Prozent, ab 2004 zwei Prozent, ab 2006 drei Prozent und schließlich von 2008 an jährlich vier Prozent seines Einkommens in eine private Altersvorsorge investieren. Diese freiwillige Leistung wird ihm durch staatliche Zulagen versüßt. Bei einer jährlichen Rendite von vier Prozent kann er bei Rentenbeginn dann mit einer zusätzlichen Privatrente rechnen: Im Jahr 2030 würde diese 551 Mark im Monat betragen und dafür sorgen, dass sein Versorgungsniveau von 68 Prozent (gesetzliche Rente) auf 76 Prozent (gesetzliche Rente plus Privatrente) steigt.

Doch diese Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen. Bereits in diesem Jahr muss der Bund 147 Milliarden Mark Steuergeld in die Rentenkasse nachschießen, damit die Beiträge stabil bleiben. Würde diese Summe hinzugezählt, läge der Rentenbeitrag bereits heute bei 26 und nicht bei 19,1 Prozent.

Kühn ist auch die Annahme, bis zum Jahr 2030 sinke das Rentenniveau von heute 69,1 kaum merklich auf 68 Prozent ab: Dabei muss in 30 Jahren, wenn die Überalterung der Deutschen einen Höhepunkt erreicht, ein Beitragszahler annähernd für einen Rentner aufkommen. Folgt man der bisherigen Nettolohnformel, liegt das Niveau der gesetzlichen Rente im Jahr 2030 deutlich unter 68 Prozent. Durch verschiedene Rechentricks werde die künftige Rente schöngerechnet, kritisiert der Bundesverband Deutscher Rentenversicherungsträger.

In der Tabelle werden außerdem die Steuern im Rentenalter nicht berücksichtigt. Die nachgelagerte Besteuerung (Beiträge aus steuerfreiem Einkommen, dafür Besteuerung der Rente) ist jedoch ein Kernpunkt in Riesters Rentenreform.



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