Edeka: Immer weniger Einzelhändler

Das Sterben der kleinen Läden in Deutschland geht weiter. Vor allem auf dem Land stehen viele Lebensmittel-Händler vor dem Aus. Insgesamt hat die Edeka-Gruppe allerdings in den vergangenen Monaten ihre Position im Markt stärken können.

Hamburg - Der Konzentrationsprozeß im Einzelhandel ist nach Ansicht der Hamburger Edeka-Gruppe noch nicht beendet. Nachdem bereits in den vergangenen Jahrzehnten viele kleine Einzelhändler das Aus erlebten, müssen auch in diesem Jahr vor allem auf dem Lande viele Läden schließen. Das sagte Bartholomäus Werberger, Vorstandssprecher der Edeka Zentrale AG, am Montag in Hamburg. "Die Klagen sind dann groß. Aber wir können immer nur sagen: Wenn die Leute so gekauft hätten, wie sie klagen, dann müßte der Laden nicht schließen."

Auch angesichts dieses Prozesses will der Lebensmittelhändler seine bewährte Struktur beibehalten: Dazu gehörten das genossenschaftliche Prinzip und das Bekenntnis zum selbständigen Einzelhändler als tragender Säule der Gruppe ebenso wie das ausgeprägte Regionalprinzip, sagte Werberger. Bei seinen Großhandelsbetrieben plant das Unternehmen weitere Fusionen. Zum 1. Januar hatten sich die Edeka Handelsgesellschaften Duisburg und Essen zur Edeka Handelsgesellschaft Rhein-Ruhr zusammengeschlossen. Derzeit stünden die Edeka Handelsgesellschaften Baden-Württemberg und Südwest in Fusionsverhandlungen, sagte Werberger. Der Zusammenschluß sei zu Beginn kommenden Jahres zu erwarten.

Zur Edeka-Handelsgruppe gehören rund 5800 Einzelhändler. Sie sind Mitglieder regionaler Genossenschaften die über zwölf Großhandelsbetriebe verfügen. Diese Genossenschaften sind Aktionäre der Edeka Zentrale AG und der Edekabank AG.

Edeka ist mit einem Marktanteil von fast 24 Prozent einer der führenden deutschen Lebensmittelhändler. Die Gruppe konnte ihre Marktstellung sowohl im vergangenen als auch im ersten Quartal des laufenden Jahres festigen. "Wir haben eine erfreuliche Entwicklung", sagte Werberger. Der Edeka-Umsatz im inländischen Einzelhandel ging 1998 um ein knappes Prozent auf 56 Milliarden Mark zurück, während die Branche insgesamt zwei Prozent Umsatz verlor.

Die Gruppe setzt zunehmend auf größere Geschäfte: Der Umsatzanteil kleiner Läden mit Verkaufsflächen bis 200 Quadratmeter habe 1998 nur noch bei knapp neun Prozent gelegen, während sie 1985 noch ein Drittel zum Umsatz beigesteuert hätten, sagte Werberger. Bei den Märkten mit Verkaufsflächen von 200 bis 400 Quadratmetern halbierte sich der Umsatz seither etwa, zugleich verdoppelte sich der Umsatzanteil der Märkte mit mehr als 400 Quadratmetern. 1998 wurden 684 kleinflächige Läden geschlossen, zugleich kamen 985 Geschäfte mit Verkaufsflächen von durchschnittlich 755 Quadratmetern hinzu.

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